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an das Ueberſchwengliche gewöhnt iſt— wurden dieſe Worte weniger auffallen, als in der Proſa. Indeß haben auch die Poeten dieſen Gedanken aller⸗ dings nicht unberührt gelaſſen. So erzählen ſie von Herkules der um den Prometheus(die Menſchheit) zu befreien, in einem irdenen Gefäß über's Weltmeer fuhr. Hierbei kann man an die chriſtliche Beharr⸗ lichkeit denken, die in der gebrechlichen Hulle des Fleiſches auf den wogenden Fluten des Lebens dahin ſchwimmt.
Nun aber etwas proſaiſcher: Im Gluͤck iſt Mäßi⸗ gung die größte Tugend, im Ungiück Seelenſtärke, welche auch in der Moral als die höchſte betrachtet wird. Glück gehört zu den Segnungen des alten Teſtaments, Leiden aber zu den Seligkeiten im neuen. Letztere ſind bedeutſamer, und eher im Stande, die göttliche Gnade an uns zu offenbaren. Wer in⸗ deß genauer auf Davids Saitenſpiel horcht, wird mehr Klaggeſänge, als Jubellieder hören, und die Feder des heiligen Geiſtes hat Hiobs Elend weit⸗ läufiger geſchildert als Salomos Glückſeligkeit. Das Gluͤck hat immer ſeine Sorgen und Beſchwerden; das Unglück ſeinen Troſt und ſeine Hoffnung. Bei Stickereien nehmen ſich helle Figuren auf dunklem Grunde beſſer aus, als trübe Bilder auf einem glän— zenden Hintergrund. Was nun hier dem Auge, das wird auch dort dem Herzen beſſer zuſagen.— Die Tugend gleicht einem köſtlichen Räucherwerk, welches zerrieben und verbrannt am ſtärkſten duftet. Das Gluck offenbart der Menſchen Schwächen; das Un⸗ glück ihre Tugenden.—
Weil in jedem Menſchen eine Abnung über ſeine ewige Beſtimmung und Fortdauer liegt, haben es mehrere Schrift⸗ ſteller ſchon verſucht, durch Beweiſe aus ihrer Erfahrung darüber Belehrung zu ertheilen; ſie vermochten aber ihrem beſchränkten Wiſſen ſo wenig als ihrem Geſichtskreiſe erwei⸗ terte Schranken zu eröffnen, und daher auch nichts weiter zu geben, als was ſie ſelbſt hatten. 5
Was uns hingegen die göttliche Offenbarung über dieſen Gegenſtand mit Entſchiedenheit ſagt, dürfen wir wohl mit größerer Beruhigung als Glaubensnorm annehmen.
Eine Predigt des Herrn Profeſſor Sell über Lukas 16, 19—31, für arme Brandbeſchädigte, eine Gabe des Hülfsvereins, hat Einſender dieſes nach dreimaligem Ourch⸗ leſen ſo vollkommen und mebr befriedigt, als alle vorſtehende Schriften dieſer Art und er kann ſie aus eigener Ueberzeu⸗ gung allen Wahrheitsfreunden empfehlen. Bei C. Binder⸗ nagel in Friedberg ſind noch Exemplare zu 9 kr. zu haben.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
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Edictalladung.
(1472) Anton Löſchhorn, Sohn der längſt verſtorbenen Joh. Henrich und Anne Eliſabeth Löſch⸗ horn von hier, ſoll bereits ſeit etwa 40 Jahren von hier abweſend, und, nach Ablauf der erſten Jahre, 1 5 Nachricht über ſein Leben hierher gelangt ein.
Derſelbe hat mit dem 2. v. M. das 70. Lebens⸗ jahr überſchritten, und da die aufgetretenen Ver⸗
wandten, die auf ſeinen Namen ſtehenden Immobi⸗ lien zu haben wünſchen, ſo werden Löſchhorn und ſeine etwaigen Nachkommen aufgefordert, ſogewiß binnen 3 Monaten ſich dahier anzumelden, als ſonſten die erbetene Ueberweiſung, nach Maasgabe der Legitimation, vollzogen werden wird.. Hungen den 17. November 1842. Großh. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgerlcht Hofmann. Edietalla dung. (1451) Die den Brüdern Friedrich und Maximi⸗ lian von Bellersheim, Freiherrn, erſterer Großh. Oberlieutenant in Darmſtadt, und letzterer Poſt⸗ aſſiſtent zu Mainz, zuſtehende Zehntgrundrente in der, zwiſchen Gruͤningen, Holzheim und Dorfgill gemeinſchaftlichen Gemarkung Bergheim, namentlich Mltr. Sr. K. G. M. Geldanſchlag Korn 36 204 fl.— kr. Gerſte 44 1 2 7 2 201 7 127 77 ſoll mit einem Abkaufskapital von 7293 fl. 12 ½ kr. abgelößt werden. 0 Wer bei dieſer Ablöſung ſich betheiligt erachtet, ubrigens mit Ausnahme des Großh. Lehnhofs, und der Seniorathslehnskanzlei des Fürſtlichen und Gräfli⸗ chen Geſammthauſes Solms, deren Anſprüche, als bereits bekannt, von Gerichtswegen ſicher zu ſtellen ſind, wird aufgefordert, ſogewiß binnen 2 Monaten ſeine Anſprüche dahier geltend zu machen, als ſon— ſten die Auszahlung des Ablöſungskapitals an die Berechtigten zugelaſſen werden wird. Hungen am 9. November 1842. Großh. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Bäume⸗Lieferung. (1487) Dienſtag den 20. December d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen im Rathhauſe zu Grünberg die im nächſten Frühjahr beginnende Lieferung und das Setzen nachbemerkter Bäume: 1) auf die Provinzialſtraße von Grünberg über Londorf bis zur kurheſſiſchen Gränze, 544 Stück Birnbäume,
1164„ Pappeln, 834„ Vogelbeeren, 163„ Linden,
2) auf die Provinzialſtraße von Ruppertenrod im Ohmthal bis zur Straße von Schotten nach Herbſtein,
320 Stück Pappeln,
132„ Vogelbeeren, 738„ wilde oder Vogelkirſchbaͤume, 545„ Eſchen,
2153„ Fichten,
einſchließlich der nöthigen Baumſtangen unter den be⸗ kannt gemacht werdenden Bedingungen an die Wenigſt⸗ nehmenden öffentlich verſteigert werden. Gießen am 23. November 1842. Der Gr. Kreisbaumeiſter Müller.
Arbeitsverſteigerung zu Friedberg. (1498) Donnerſtag den 8. Dezember d. J., Vor⸗
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