Ausgabe 
7.12.1842
 
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Intelligenzblatt

für die

Provinz Oberhbeſſen in Allgemeinen, Kreiſe Friedberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

M97.

Mittwoch, den 7. Dezember

1642.

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eeklen. (Aus der Schrift: Werdet gute Rechner und Denker.) C. Lebensweisheit.

1. Wer über den Kreuzer den Gulden verſäumt und über den verlornen Pfennig zwei Lichter ver⸗ brennt; wer bei Andern ſucht, was er ſelbſt beſitzt; wer Vieles wagt wo wenig, und wenig wagt, wo Vieles zu gewinnen iſt; wer zu bauen anfängt, ohne die Koſten überſchlagen zu haben, und ohne Gebrauch der Hülfsmittel ſeinen Zweck zu erreichen ſucht: iſt der ein Weiſer oder ein Thor?

2. Wer auf das Kleine achtet, handelt klug; wer aber über dem Kleinen das Große, über dem Unnöthigen das Nöthige und über den Nebenſachen die Hauptſache verſäumt, handelt der auch klug?

3. Wer ſich nicht ſelbſt regiert und zur Ord⸗ nung erhält, wie wird er Andere regieren können? Wer ſeiner Haushaltung nicht vorzuſteben weiß, wie wird er ein öffentliches Amt mit Ehren ver⸗ walten können? Wer nicht nach Pflicht und Ge⸗ wiſſen handelt da, wo er iſt, würde er treuer ſein auf einem andern Poſten?

4. Mancher wünſcht ſich größeres Glück; ſollte er ſich nicht lieber Verſtand wünſchen, um das Glück, das er ſchon hat, recht zu benutzen?

5. Wenn in einem Hauſe oder Dorfe die Aus gabe größer wird, als die Einnahme, wie geht es zuletzt und wie muß es gehen?

6. Was iſt beſſer, gute Fuße haben und gehen müſſen, oder ſchlechte Füße haben und reiten dürfen? arbeiten und etwas verdienen, oder müßig gehen und Nichts verdienen? Fehler machen und Etwas lernen, oder keine Fehler machen und Nichts lernen? das Gelernte ausuͤben, oder immer nur Neues lernen?

7. Was iſt beſſer, Geld gewinnen und die Ehr⸗ lichkeit verlieren, oder mit Verluſt eines irdiſchen

Gewinns die Ehrlichkeit behaupten? durch nützliche Thätigkeit ſeine Kräfte verzehren, oder in unfrucht⸗ barer Trägheit ſie verderben laſſen?

8. Im Schoße der Bequemlichkeit ausruhen, wie angenehm! Aber Mühe haben und Gutes da⸗ durch ſtiften iſt dies nicht noch angenehmer? Die Freude, Andern gedient zu haben, iſt ſie nicht die fuͤßeſte? Und die Aufopferung eines Vergnü⸗ gens um Anderer willen, iſt ſie nicht noch ſuͤßer als der Genuß deſſelben?

9. Die meiſten Menſchen haben bei täglicher Arbeit und guter Einrichtung gerade ſo viel, als ſie nöthig haben; iſt ihnen dies nützlicher, als gro ßer Ueberfluß? Wenn man reich genug iſt zur Er⸗ haltung ſeiner Geſundheit und Kräfte, aber zu arm zur Ueppigkeit, iſt dies ein Unglück?

10. Was iſt ſchätzbarer, blaſſes Gold oder glän zendes Kupfer? beſcheidene Tugend oder ſtolze An⸗ maßung? Was iſt ſchöner, ein ſeidnes Kleid, das beſchmutzt iſt, oder ein wollener Anzug, der rein iſt?

11. Selbſtgepflanzte Früchte ſind die ſuͤßeſten. Wenn man aber ſelbſtgepflanzte Früchte genießen will, wer muß der Gärtner ſein? Kann man ernden ohne Saat, und Zinſen fordern, wo man kein Ka⸗ pital angelegt hat?

Gluck und Ungluͤck. Von Bacon.

Seneka ſagt: die Gaben des Glückes ſind wuͤn⸗ ſchenswerth; die des Unglücks wunderbar. Wenn manu unter wunderbar das Ungewöhnliche verſteht, ſo findet man im Unglück die meiſten Wunder. Aber großartiger iſt ein anderer Spruch jenes Heiden für einen Heiden zu gut er heißt: Wahre Größe vereinigt die Schwäche des Menſchen mit der ſichern Ruhe des Gottes. In Verſen wo man eher