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Intelligenzblatt
Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen, Kreiſe Friedberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Mittwoch, den 5. Januar
1842.
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Amtlicher Theil.
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Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an ſaͤmmtliche Großh. Heſſ. Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſiſche Buͤrgermeiſter, ſaͤmmtliche Kirchen— und Schulvorſtaͤnde, ſowie Kirchen- und Gemeinderechner des Kreiſes Hungen.
Betreffend: Die Geſchäftsordnung bei Großh. Kreisrathe zu Hungen.
Um gehörige Ordnung in der Regiſtratur erhalten zu können, empfehle ich Ihnen folgende Be—
ſtimmungen zu beobachten:
1 In allen Berichten iſt die Nummer des kreisraͤthlichen Eintragsprotocolls und der Tag der er—⸗ laſſenen Verfügung, auf welche der Bericht erſtattet wird, anzuführen.
2) Alle Berichte ſind auf ganze Bogen, und zwar mit gedruckten Ueberſchriften, zu ſchreiben.
3) Auf die erſte Seite des Berichts ſind nur 3 Zeilen zu ſetzen.
4) Wenn unter meinen Verfügungen das Wort„Zurück“ ſich befindet, ſo muß die Verfugung
im Original wieder eingeſendet werden
5) Alle Berichte ſind, wenn keine Friſten beſtimmt ſind, an dem nächſten Botentage an mich zu
erſtatten.
Berichte, wobei jene Vorſchriften nicht beachtet worden, werden zur Umänderung zurückgegeben werden.
Hungen den 30. Dezember 1841.
Follenius.
Welche Rechnungsart iſt richtig? 2te Abhandlung).
Der 25ſte Dezember iſt der ganzen Chriſteuheit ein erfreulicher Tag. Alt und jung, arm und reich ſucht ſich an dieſem Tage durch Geſchenke zu erfreuen. Auf den Werth des Geſchenkes kommt es, wie be— kannt, nicht viel an. Das Kind freut ſich inniger uber die Lichtchen, welche nur einen Batzen gekoſtet haben, als Herr Rothſchild über eine gewonnene Million.
Nun denn, am 25ſten Dezember 1841 hat die Nummer 52 dieſes Blattes Friedberg und die Wet⸗ terau auch mit einem Chriſtkindchen recht herzlich
) Wir brauchen unſern Leſern wohl kaum zu ſagen, daß dieſe„zweite Abhandlung“ von einem andern Verfaſſer rührt. Die Red.
erfreut, und zwar mit der üſten Abhandlung über „Welche Rechnungsart iſt richtig?— Wahrlich einen gemüthlicheren und geiſtreicheren Artikel hat dieſes Blatt noch nie geliefert. Um ſo unbegreiflicher iſt es, wie derſelbe nicht die allgemeine Anerkennung findet, deren er doch in ſo hohem Grade würdig iſt. Ich habe über dieſen Umſtand viel nachgedacht und, ich verzeihe es dem Herrn Verfaſſer, ſogar ſchlafloſe Stunden daruber gehabt und endlich iſt mir das Warum?— offenbar geworden. Der Herr Verfaſſer hat nämlich ſeine Rechnung ohne den Wirth, oder vielmehr ohne die Wirthe gemacht. Daher der allgemeine Widerſpruch der arbeitenden Klaſſen, dem die Feiertage Zeit gaben, ſich Luft zu machen. Das Batzen-Chriſtkindchen wollte den Leu⸗ ten nicht behagen. Und das iſt Unrecht, denn Recht hat der Herr Verfaſſer. Auch der geſchickteſte Rechen⸗


