Ausgabe 
3.8.1842
 
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Heerdſchilling zu erheben habe, in ſeine Juris diction gezogen.

3. Der Burggraf Johann Brendel vom Hom⸗ berg ſeel. habe im Jahr 1567, bei einer Schlägerei in der Stadt, vor der Herbergezur Reuſſen durch ſeinen Schulteiß und Büttel einen Buͤrgersſohn arre⸗ tiren laſſen.

4. Derſelbe Burggraf habe im Raths beſcheid ſeinen Namen ſtatt des Bürgermeiſters allein vor⸗ angeſtellt.

Darauf wurde von Seiten der Burg erwiedert:

1. Daß die Schläge in der Sandgaſſe ſeit 40 Jahren her vom Burgpfoͤrtner geſchloſſen würden, und dieſe Straße allerdings in den Burgfrieden ge⸗ höre. Den Weinſchank vor der Burg hätten ſie nur zur Zeit der Peſt verboten, verlangten übrigens für ihre Leute kein Recht ferner in der Stadt ausſchen⸗ ken zu dürfen, was auch nur»aus Urſach ſterben⸗ der Leufft/ geſchehen wäre. Der Schweinſtall ſei ſeit 30 Jahren in Beſitz der Burg; die Stacketen ſollten nur verhüten, daß nicht jeder in den Burg⸗ graben kommen könne, und nicht wieder Kinder hineinſielen, wie etlichemal geſchehen. Die Ausübung des Halsgerichts ſtehe ihnen zu; die Linden ſeien übrigens weggenommen.

2. Die Juden würden nach dem Herkommen und Kaiſer Rudolphs Privilegium vom Burggrafen allein angenommen, geſtraft und geſchützt. Für die Unter⸗ haltung der Schlöſſer und Thore an der Judengaſſe beziehe die Stadt Behde und Heerdſchilling.

3. Der Bürgersſohn ſei wegen gröblicher Miß⸗ handlung von Seiten der Burg arretirt, jedoch auf geſchehene Fürbitte bald wieder losgelaſſen worden.

4. Endlich ſtehe der Burggraf als oberſter Rich⸗ ter und Amtmann der kaiſerlichen Majeſtät, dem auch in der Stadt allein die Handhabung der pein⸗ lichen Gerichtsbarkeit zukomme, im Rathsbeſcheid, wie billig, voran.

Die Commiſſion brachte nachſtehenden Vergleich zu Stande:

1. Die Sandgaſſe und der Schlag gehören der Stadt, doch ſoll des letzteren Gebrauch der Stadt und Burg gemein ſein. Der Burgfrieden ſoll mit Schranken umzogen und ſeine Grenzen durch große Steine bezeichnet werden. Das Barfüßer Kloſter iſt gemeinſam von Burg und Stadt erkauft und ge⸗ hört beiden.(Es wurde bald nachher zu einer Schule eingerichtet). Die Stadt darf mit dem Wein⸗ ſchank nicht mehr beläſtigt werden. Das Halsge richt wird nicht mehr auf dem Burgplatz gehalten.

2. Die Juden haben zuerſt den Burggrafen um Aufnahme zu bitten, dem Bürgermeiſter aber zu

huldigen. a

3. In Sachen die keinen Verzug leiden, oder bei Nacht vorgehen, kann der Bürgermeiſter gefäng⸗ lich verhaften.

4. Die Rathsbeſcheide ſollen im Eingang haben: Erkennen wir Burggraf, Bürgermeiſter und Rath u. ſ. w. 5

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Allerlei.

Ein billiger Leckerbiſſen.

Ein neuer Reiſender erzählt, daß er in Algier ein delikates Gericht gegeſſen habe, das er und alle Gäſte den ausgeſuchteſten Leckereien des Nachtiſches vorgezogen hätten, und dies waren gebratene rothe Rüben geweſen. Sie ſollen in feine lange Fäden zerſchnitten werden, wie Nudeln; ob aber roh, oder abgekocht gebacken wird nicht erwähnt. Kunſtfertige Leſerinnen könnten die Probe machen und uns ihre Reſultate mittheilen.

Etwas Neues.

Man ſagt gewöhnlich, es giebt nichts Neues unter der Sonne; Nachſtehendes iſt gewiß noch nicht da geweſen. Ein Schriftſteller, der uͤber Lutherthum, Union, Kirche ꝛc. ſeine Gedanken herausgegeben hat, ſagt am Schluſſe ſeines Buches:Die Geiſter muͤſ⸗ ſen auf einander platzen, wenn ihr rechtes Lebens⸗ feuer ſich entzünden ſoll! Wie das nun eigent⸗ lich gemeint ſei? Oder wie man's ins Werk rich⸗ ten ſolle?

Empfangs⸗Beſcheinigung.

Obgleich der Wohlthaͤtigkeitsſiun der Bewohner hieſiger Stadt und Gegend bisher mehrfältig in Anſpruch genommen wurde; ſo äußert ſich ſelbiger doch fortwährend durch reichlich dargebracht werdende milde Gaben zur Unterſtützung der Brandbeſchädigten zu Steinbach. An dergleichen wird heute die zweite Sendung an den zu deren Annahme beſtellten Gr. Rendanten Bieler zu Gießen befördert. Deren Betrag iſt

5 g 366 fl. 18 kr. Die erſte betrug laut Anzeige in Nro. 57

und 58 dieſes Blattes 165 21

zuſammen alſo bis jetzt 531 fl. 39 kr.

wovon 490 fl. 10 kr. auf die Sammlung des Rentamtmanns

Buß, und 41 fl. 29 kr. auf die des Apothekers Wahl kommen. Friedberg den 31. Juli 1842. Buß. Wahl.

Für die Brandbeſchädigten in Steinbach iſt ferner einge⸗ gangen: von der Gemeinde Oſſenheim aus der Gemeindekaſſe daſelbſt 25 fl.; von der Gemeinde Bauernheim aus der Ge⸗ meindekaſſe daſelbſt 20 fl. Carl Wahl.

Für die Brandbeſchädigten zu Steinbach ſind ferner ein?

gegangen: durch Hrn. Bürgermeiſter Schöpf zu Pohlgons das Ergebniß einer Sammlung daſelbſt 49 fl. 25 kr. aus der Gemeindekaſſe zu Pohlgöns 10 fl.; von einem Ungenann⸗ ten zu Oſſenheim 1 fl. 45 kr.; durch Hrn. Caplan Schuck⸗ mann zu Altenſtadt, nachträglich 1 fl. 45 kr.; aus der Ge⸗ meindekaſſe zu Florſtadt 40 fl.; aus der Gemeindekaſſe zu Rendel 20 fl.; durch Hrn. Pfarrer Landmann zu Rendel von daſigen Eiuwohnern 20 fl. 8 kr.; von F. R. 30 kr. Summe 145 fl. 33 kr. Mit den im vorigen Blatte angezeigten 346 fl. 37 kr. zufammen 490 fl. 10 kr., welcher Betrag auch bereits an den Ort ſeiner Beſtimmung abgeſandt wurde. Friedberg den 31. Juli 1842. Buß.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

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Oeffentliche Ladung. (966) Nachdem die bekannten Gläubiger des Ar⸗ dreas Bodenröder von Rockenberg uͤber die Ver⸗

hofta

975) Ju Aut 0 den 16. Aut ſigem Rathhauſe chörende Hoftait Ind Stall nebſt! ger, öffentlich me Friedberg

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(976) Dienſta J Uhr, ſoll in Friedrich Wagnt Faith, beſtehend Stall, an Heinrie Ibiſſat Bingmann Iten in det 12. C kan Johs. Faatz werden. Frlebberg!

Mobi (1016) reit ſolen von den JFacius'ſchen Ef mit Belſſellen, in gutem Zuſt

Nußbaumholz, ein Schlebkart Hand⸗ und B.

ſtacke vom net Inn, Gla

Hausgrüthcha

bietend erſteige eingeladen. Nelbah a