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Intelligenzblatt
für die
Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen,
die
Kreiſe Friedberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
13. Mittwoch, den 2. Maͤrz 1842.
Amtlicher Theil.
— H—
Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an ſaͤmmtliche Großh. Heſſ. Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſiſche Buͤrgermeiſter des Kreiſes Hungen.
Betreffend: Die Muſterung und Conſcription im Jahr 1842.
Die Bezirksliſte des Kreiſes Hungen wird mit dem 4. März d. J. 14 Tage zu Jedermanns Einſicht auf dem Büreau des unterzeichneten Kreisrathes offen gelegt, was Sie ſogleich in Ihren Bürgermeiſtereien bekannt machen zu laſſen und daß dieſes geſchehen, bis zum 17. Maͤrz d. J. berichtlich anzuzeigen haben.
Hungen den 25. Februar 1842.
Follenius.
Ein neuer Einfall.
Wir Friedberger ſind nicht ſo glücklich, als jener berühmte Baumeiſter war, der ſich rühmen konnte, daß ihm in ſeinem ganzen Leben nichts eingefallen ſey. Wir haben manchmal ganz neue und koſtbare, aber Dank ſey es der Vorſehung, dabei gluͤckliche Einfälle. Zwei davon ſind bereits in unſern Blät⸗ tern erwähnt,) weil wir es für beſondere Pflicht hielten, ſie nicht mit Stillſchweigen zu übergehen. Von früheren erzählt man ſich hier und da noch in Familien; der neueſte ereignete ſich kurzlich.— Am 18. Februar Nachmittags etwa gegen 4 Uhr ſiel plötzlich in der Gegend, wo zwiſchen der ehemaligen Fleiſchſchirm und dem Gaſthaus zu den drei ſchwe— diſchen Kronen die Schirmgaſſe ſich in die breite Straße einmündet, ein bedeutender Theil des Bo⸗ dens ein und bildete eine Vertiefung von den Raume eines mäßigen Zimmers. Wir haben oben geſagt, daß unſere Einfälle glücklich ſeyen, denn auch dies⸗
In Nr. 36 Jahrgang 1838 unter der Aufſchrift„die Ca— tacomben zu Friedberg, und in Nr. 9 des Jahrgangs 1841 unter dem Art.„Zur wetterauer Chronik(5).“
mal wurde kein Menſch dadurch beſchädigt. Daß ſie aber doch theuer ſind, geht ſchon daraus hervor, daß allein eine bedeutende Maſſe von Schutt her⸗ beigeſchafft werden muß, um den Raum wieder zu füllen. Dazu kommt aber auch noch das neue Pfla— ſter. Möchten wir darum ſobald keinen Einfall mehr haben!
Hermanns ⸗ Denkmal.
Die Segnungen eines faſt ein Menſchenalter umfaſſenden Deutſchland begluͤckenden Friedens beſtehen unter andern darin, daß, neben den materiellen Intereſſen, Künſte und Wiſſenſchaften mehr und mehr gefördert werden und bereits einen ſeltnen Höhe— punkt erreicht haben. Für Erſtere bietet die Errichtung von Denk mälern ein weites Feld.
Eins der großartigſten Monumente der neueſten Zeit iſt un bezweifelt dasjenige, welches die dankbare Nachwelt dem Erret— ter Deutſchlands von fremder Zwingherrſchaft, Hermann dem Cherusker, im Teutoburger Walde, alſo in der Gegend geſetzt hat, wo vor 1800 Jahren die Ketten gebrochen wurden, in wel che die weltbeherrſchende Roma Deutſchland geſchlagen hatte und wo die römiſchen Legionen ihren Untergang fanden.
Mit warmer Theilnahme wurde daher in allen deutſchen Gauen die Aufforderung begrüßt, zur Errichtung dieſes Monu mentes mitzuwirken.


