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Die Redaction an die Leſer des Intelli genzblattes.
Die Redaction hat ihren geneigten Leſern bereits achtmal zum Neujahr gratulirt, und namentlich noch am vorvorigen Neujahrsmorgen Jedem derſelben für das ganze Jahr einen tuͤchtigen Sinn für alles, was wahrhaft, recht und gut und ſchoͤn iſt, ſowie eine gute Doſis von Zufriedenheit gewünſcht. Und doch begnügt ſie ſich mit dieſer ſchoͤnen Zahl noch nicht und zwar aus dem doppelten Grunde, erſtlich weil man des Guten(und dazu rechnen wir das Neu— jahrwünſchen, welches aus reinem Herzen kommt) nicht zu viel thun kann, und dann, weil ſie zweifelt, ob alle Leſer des Intelligenzblattes vom Jahr 1842 auch alle erſte Blätter der fruͤheren Jahrgänge ge— leſen und beherzigt haben. Diesmal ſollte ſogar, ſo war es ausgedacht, um die neuen Leſer für ſich zu gewinnen, eine Art Litanei-Neujahrwunſch und zwar in gehöriger Form je nach den 3 Standen, dem Lehr-, Wehr- und Nährſtande, ſowie den ver— ſchiedenen Abſtufungen derſelben nach Alter und Wurde, ſodann nach den verſchiedenen Geſchlechtern und endlich nach den verſchiedenen Jahren eines jeden Gliedes dieſer Stände und Geſchlechter ausgefertigt werden. Da aber gerade diesmal unſer Blatt zur Ausführung dieſes ſchoͤnen Gedankens weder gehöri— gen Raum noch das gehörige Papier darbot, ſo fühlen wir uns in die traurige Nethwendigkeit ge— ſetzt, uns diesmal ſo kurz als möglich zu faſſen und ſaͤmmtliche Wünſche unter Einen Hut bringen. Das hat freilich ſeine Schwierigkeiten; doch hoffen wir, daß es ſich leichter bewerkſtelligen laſſe als„ein Kameel durch ein Nadelöhr“ zu zwängen.
Wir wünſchen ihnen aber ſammt und ſonders, um es kurz zu ſagen, daß ihre ſämmtlichen Wuͤnſche, die ſie heute thun, in Erfüllung gehen möchten, Falls ſie mit der Weisheit unſeres himmliſchen Vaters, der es doch beſſer weiß, was uns frommt und was uſcht, übereinſtimmen. Waͤre das aber nicht, und das könnte doch leicht nach der Kurzſichtigkeit unſerer menſchlichen Einſichten der Fall ſeyn, dann wünſchen wir jedem unſerer Leſer das ganze Jahr hindurch ſo viel Kraft und Muth und Gottvertrauen, um alle Schickſale, die uns in demſelben treffen, in Geduld und ohne Murren wider die Vorſehung er— tragen, ja, wenn ſie auch das Liebſte, was ſie hie— nieden haben, hergeben müſſen, eben ſo gefaßt, wie jener Weiſe der Vorwelt ſich mit den Worten troͤſten zu können:„der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen; der Name des Herrn ſey gelobet.“
Zu ſatz.
Wir wiederholen hier nochmals, was bereits oben vom Verleger ausgeſprochen iſt, daß in dieſem Jahre das Intelligenzblatt wöchentlich zweimal er— ſcheinen wird. Wir werden fortwaͤhrend uns be⸗ e den uns bleibenden Raum zu gemeinnützigen Mittheilungen nach der Art und Wriſe, welche die
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Leſer bereits kennen, zu benutzen, das heißt, das Gute dadurch befoͤrdern zu helfen, dem Mangelhaſten, Schlechten aber entgegen zu treten, beides ohne Lei— denſchaftlichkeit, weil dieſe gewöhnlich nur ſchlünmer nicht beſſer macht, und wo möglich nur die Sache nicht die Perſouen im Auge haltend. Hoffentlich wird uns bei vieſer Weiſe der Beifall der Beſſern, wie wir bisher uus deſſen zu erfreuen hatten, auch in dieſem Jahre nicht entgehen. D. Red.
Zur wetterauer Chronik.(1)
Wir beginnen unſere Chronik dieſes Jahr mit einer unſerem Herzen wohlthuenden Anzeige.
Das hohe Geburtsfeſt unſeres allverehrten Für— ſten, S. K. H. des Großherzogs, wurde am zweiten Weihnachtstag zu Friedberg durch einen Ball in dem Trapp'ſchen Saale gefeiert, woran mehrere hundert Bewohner aus allen Ständen Antheil nah— men. Der Commandant des hier garniſonirenden Bataillons, Herr Major Geslach, brachte auf das Wohl S. K. H. des Großherzogs einen Toaſt aus, der mit allgemeinem Beifall aufgenommen wurde.
Vorher war, wie wir vernehmen, das Offtizier— corps zu Ehren dieſes Tages im Gaſthaus zu den drei Schwerdtern zu einem Gaſtmahle vereinigt und Abends prangte an der beleuchteten Burgeaſerne ein Transparent.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
NN
Arbeits-Verſteigerung zu Vilbel. (1371) Montag den 10. Januar 1842, Nachmit⸗ tags 2 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Vilbel nach— ſtehende Arbeiten und Lieferungen an die Pachters— wohnung des Mineralbrunnens zu Vilbel öffentlich an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden.
1 Maurerarbeiten mit Material voranſchlagt zu 85 fl. 50 kr. 2) Lieferung von Sandſteinplatten aus den Steinbrüchen bei Böt—
tingen 2716„„ 3) Zimmerarbeit mit Material 62„ 44„ 4) Dachdeckerarbeit 8„ 0 5) Schreineraxbeit 9 1 99 6) Schloſſerarbeit 28„ 2 7) Weißbinderarbeit„ 8) Pflaſtrerarbeit 2, A„,
Summa 425 fl. 51 kr. Die Bedingungen liegen auf der Amtsſtube de Unterzeichneten zur Einſicht offen.
Friedberg den 13. Dezember 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter
Rhumbler.
Cdietal ladung. (1373) Der königlich preußiſche Geheimerath Freiherr Hans Carl von Zwierlein, wohuhaft zu Geiſenbeim, hat das auf ſeinen Namen cataſtrirte, in der Gemarkung des hieſigen Bezirksortes Langs“


