Ausgabe 
28.8.1841
 
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Subſcriptions Anzeige.

Bei dem Unterzeichneten iſt unter der Amtsjubelfeier des und mit den herausgegeben von Prof. Dr.

Rede des Herrn Superintendenten Simon, den Sonntag vor dem Feſte, der chriſtlichen Gemeinden durch deſſelben u. ſ. w.

Der Unterzeichnete

Herrn Kirchenrath darauf bezuͤglichen

Ph. Das Werkchen enthält unter Andern die Jubelpredigt des die Predigt des Herrn Prof. Fertſch, welche derſelbe als vorbereitend zu demſelben, treue Seelſorger gebracht wird,

ladet zur gefälligen Subſeription ein und bemerkt noch,

Preſſe und erſcheint in der Kürze:

Pilger zu Friedberg, beſchrieben Predigten, Reden und Gebeten ꝛc. Dieffenbach.

Herrn Kirchenrath Pilger, die

hielt und welche den Segen erwog, das Altargebet

daß die Namen

der verehrlichen Subſeribenten dem Werkchen beigedruckt werden.

Der Preis eines in Umſchlag gehefteten Exemplars iſt

Friedberg im Auguſt 1841.

24 kr. Carl Bindernagel.

Der Ludwigstag.

Das hohe Namensfeſt unſers allverehrten Groß⸗ herzogs wurde diesmal zu Friedberg ganz beſonders feſtlich begangen. Wir wollen unſern fernen Leſern hierüber in der Kürze nur Folgendes mittheilen.

Herr L. C. Trapp konnte zur Einweihung ſei⸗ nes neuen Saales keinen ſchicklicheren Tag wählen, als den Ludwigstag. Dieſes Lokal iſt eine wahre Zierde unſerer Stadt; die großen Räume des ſoliden Gebäudes, die ſchönen Verhältniſſe, die geſchmack vollen Wand⸗ und Plafond-Gemälde, die eben ſo geſchmackvollen Verzierungen machen dem Bau⸗ herrn wie dem Baumeiſter gleichviel Ehre. Nun denke man ſich dieſe herrlichen Räume zum erſten Male belebt von einer Geſellſchaft von wohl 300 Menſchen, welche Alle die Bedeutung des Tages zu einem Feſtmahle hier vereinigt hatte; man denke ſich dieſelben von begeiſtertem Hoch widerhallen, als zuerſt von Herrn Kreisrath Küchler der ſchöne Toaſt auf das Wohl Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs und dann von Herrn Major Gerlach der auf das Wohl Sr. Hoheit des Erbgroßherzogs ſowie des geſammten hohen Fürſtenhauſes ausge bracht wurde; wie der erſte Geſang in dem Saale (ein nach der Melodie God save the King für das hohe Namensfeſt eigens gedichtetes Lied) von den Gäſten dem theuern Fürſten galt und auf die letzten Worte

Aus Herzen, treu und rein, Rufet, kling't, Gläſer, drein, Fallet, Tromveten, ein: Hoch, Ludwig, hoch! Alles in Jubel das Hoch, Hoch erſchallen ließ, als wenn alle Anweſende, die doch aus verſchiedenen Ständen und aus verſchiedenen Orten hier zuſam⸗ mengekommen, nur Eines begeiſterten Herzens und Eines Sinnes wären; ſo wird nicht zu viel geſagt

ſeyn, wenn wir erklären: Schöner iſt der Ludwigs⸗ tag hier noch nicht gefeiert worden. Am Abend war in denſelben Räumen Feſt⸗Ball. Für dieſe Gelegenheit waren aber dieſelben, ob wir ſie gleich vorhin für groß erklärten, doch zu klein; eine ſo bedeutende Menge von Menſchen hatte ſich hier ein⸗ gefunden und wogte ſich hier herum.

Es verſteht ſich, daß unſere Garniſon bei der Feier nicht zurückblieb. Man hörte des Morgens ſchon das Abfeuern der Böller. Des Mittags fand in den Gemächern der Kaſerne auch ein beſonderes Feſtmahl für die Soldaten ſtatt, wobei jeder ſein Glas Wein anf das hohe Wohl des Landesvaters leerte.

Auch das hieſige Schullehrer-Seminar beging, auf Veranlaſſung des Herrn Direktor Curtmann, dieſen Tag auf eine nicht weniger würdige Art. Es wurde nämlich derſelbe durch das Lied Nr. 402 des Landesgeſangbuches, welches von den Zöglingen der Anſtalt vierſtimmig Morgens um 6 Uhr unter freiem Himmel geſungen wurde, eingeleitet; dann um 9 Uhr der Hauptakt der Feier im großen Saale des Seminars vorgenommen, der darin beſtand, daß der Herr Direktor, nachdem der 96. Pſalm geſungen worden war, eine auf den Tag Bezug habende Rede hielt, in welcher namentlich auch der vielen Wohlthaten und Verbeſſerungen gedacht wurde, welche ſich der Lehrerſtand unter der gluͤcklichen Regie⸗ rung unſeres allverehrten Großherzogs Ludwig II. ſeither ſchon zu erfreuen hatte. Nachdem hierauf noch einige paſſende Gedichte von den Zöglingen der Anſtalt vorgetragen worden waren, wurde zum Schluſſe die heſſiſche National-Hymne angeſtimmt. Gegenwärtig waren hierbei nicht allein alle Glieder

40 Um ſo weniger gehören Kinder an einen ſolchen Ort. D. R.