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Intelligenzblatt
ſür die
rovins Dlerßesen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M39.
Das fuͤnfzigjaährige Amtsjubilaͤum des großh. Pfarrers Georg Wilhelm Koͤhler, von Kaichen, dermalen in Kleinkarben.
Am 7. d. M., vereinigte der Patron dieſer Kirche, der großh. heſſ. Legationsrath, Freiherr von Leon⸗ hardi, eine Geſellſchaft in ſeiner Burg zu Groskar⸗ ben, um das fünfzigjaͤhrige Amts jubiläum des wuͤr⸗ digen Pfarrers Köhler feſtlich zu begehen.
Es waren dem Jubilar befreundete Geiſtliche und andere Bekannte hierzu eingeladen. Der großh. Dekan, Kirchenrath Pilger, richtete an den Jubi⸗ lar herzliche, freundliche Worte und Glückwünſche, und nach ihm der Kirchenpatron. Hierauf wurde ein Belobungsſchreiben von Seiten hochverordneten Oberconſiſtoriums, durch großh. Dekan, dem Jubel⸗ greiſe vorgeleſen und überreicht. Letzterer dankte in herzlichen Worten, innigſt gerührt von den Beweiſen der Liebe und Anerkennung, die er ſo eben empfan⸗ gen hatte. Der Patron verehrte ihm einen ſchönen und bequemen Seſſel als Feſtgabe. Es folgte hierauf ein durch Heiterkeit und ausgewählte ſchöne Toaſte, wie die auf das Wohl Seiner Königlichen Hoheit, unſers Allergnädigſten Landesvaters, und unſers Hohen Fürſtenhauſes, gewürztes Mittagsmahl. Bei dieſer Feierlichkeit waren drei Jubilare zugegen, welche 234 Lebens⸗ und 154 Amts jahre zählten.
Am XIV. Sonntage nach Trinitatis, als am 12. September, feierte die Gemeinde zu Kaichen, welche ihren treuen Seelſorger zu ehren weiß, das Amts jubiläum deſſelben, im wahren Sinne des Wor⸗ tes, auch kirchlich. Er wurde durch eine Deputa⸗ tion mit ſeinen Angehörigen in Kleinkarben abgeholt und hier von dem Geiſtlichen, den Schullehrern, dem Kirchen⸗ und Schulvorſtand feſtlich empfangen und
Sonnabend, den 25. September
1841.
beglückwünſcht, nachher von denſelben und der Schul⸗ jugend nach der zahlreich beſuchten Kirche in feſt⸗ lichem Zuge geführt. Hier empfing den Jubilar eine paſſende, durch hieſige Muſiker aufgeführte Kirchen⸗ muſik. Nach dem: Komm heiliger Geiſt, und den vier erſten Verſen des Liedes Nro. 533 des Lan⸗ desgeſangbuchs, verſah der Pfarrvikar Wicken⸗ höfer den Altardienſt. Derſelbe hielt auch die Feſt⸗ predigt über 1 Cor. IV, 1 u. 2, bei der ihn der Hauptſatz leitete:„Treue Seelſorger ſind Führer zu Gott.“ Zwiſchen dem Eingang und der Predigt ſtimmte der Geſangverein ein paſſendes Lied an. Die Predigt ſchloß mit einem, mit derſelben genau zu⸗ ſammenhängenden, Gebete. Nach derſelben wurde der erſte Vers es Liedes Nro. 532 geſungen, wo- rauf der Jubilar eine erbauliche Altarrede hielt, dem Allguͤtigen ſeinen Dank darbrachte und die Gemeinde ſeiner Gnade empfahl. Dieſe Feier wird bei der— ſelben noch lange in geſegnetem Andenken bleiben. N. G. R.
Merkwuͤrdige Schickſale eines Wetterauers.
Der Herr Pfarrer Friedrich Kraft zu Büdingen er⸗ zählt in der einigen älteren Perſonen vielleicht noch bekannten Zeitſchrift„Journal von und für Deutſchland“(Jahrg. 1788 Stück VI S. 582 und Stück X S. 558) die Schickſale eines Mannes, die zu intereſſant ſind, als daß wir ſie unſern Leſern vorenthalten dürften, und um ſo weniger, als ſie auf jene Zeiten ein deutliches Licht werfen und ein Theil der handelnden Perſonen unſerer Wetterau nahe angehörte.
„Johann Heinrich Lauf war zu Dien⸗ heim, bei Oppenheim in der Unterpfalz, den 15. April geboren. Das Geburtsjahr vermag er nicht eigentlich anzugeben; nur ſo viel verſicherte er, daß er im Jahr 1709, wie der kalte Winter war, als ein Burſche von zwanzig oder einundzwanzig


