Ausgabe 
23.1.1841
 
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Affen ⸗Thegker. Zum Letztenmal.

(76) Sonntag den 24. Januar wird der Unter⸗ zeichnete zum Letztenmal in hieſiger Stadt Vorſtellun⸗ gen zu geben die Ehre haben, und zwar eine um 4 Uhr, die andere um 7 Uhr. Er ladet hierzu höflichſt ein, und verſpricht durch die Gewandheit ſeiner Affen das ihn beehrende Publikum beßtens zu amüͤſiren. Auch wird J. B. Jäck durch un⸗ terhaltende Stücke gymnaſtiſcher Uebungen ſein Mög⸗ lichſtes thun. Der Schauplatz iſt im Saale des Herrn Peter Mann.

Schießlich einem verehrten Publikum ſeinen ver⸗ bindlichſten Dank für den zahlreichen Beſuch, mit dem es ihn beehrte.

Friedberg.

Neuigkeiten aus Friedberg.

(Dr. Langenſchwarz. Herr Corvi⸗

(77) In Nr. 2 unſeres Intelligenzblattes bringt ein Kunſt⸗ freund die Nachricht, daß der weitberühmte Dr. Langen⸗ ſchwa rz nebſt ſeiner Gattin, der Sängerin Ruthini(Ruth), hier angelangt ſey, und verbindet damit die Frage, ob es nicht unbeſcheiden wäre, den leiſen Wunſch zu äußern, das ausgezeichnete Paar möge uns Gelegenheit geben, ſeine ſel⸗ tenen Talente gebührend anzuſtaunen., Wie beſcheiden ſind wir doch in unſerer Genügſamkeit! Dieß fühlt ſelbſt Herr Langenſchwarz, der in Nro. 3 den Linſender, welchen er an Beſcheidenheit noch zu übertreffen ſucht, für jeneſtarken Lobpreiſungen gebührend zurechtweiſ't, aber mit aller Gewalt den Namen des Beſcheidenen, leiſe Wünſchenden zu wiſſen verlangt. Wozu dieß nur? Weil das Publikum glauben könnte, Hr. L. habe jene überſchwänglichen Lobeser hebungen ſelbſt verfaßt. Das freilich wäre uns nicht ein⸗ gefallen. Eine Selbſtanpreiſung! Bei einemKunſtgeweih⸗ ken von Würde und Ehre wie Hr. L. ganz richtig be⸗ merkt, gar nicht anzunehmen! Wir halten dieß für eben ſo unmöglich, als daß jener Langenſchwarz, der die witzloſen

Unfläthereien, betitelt:Bergerliche Haamlichkeite, im Sachſen⸗ häuſer Dialekt, herausgibt, und nicht wohl füglich in einer anſtändigen Geſellſchaft auftreten kann, mit unſerm Impro⸗ viſator eine und dieſelbe Perſon ſey. Aber wozu jene Um⸗ ſtändlichkeiten? Will Hr. L. hier improviſiren, gut; Einſen⸗ der freut ſich ſelbſt darauf; will er nicht, wieder gut, dann muͤſſen wir uns vorläufig bei Hrn. Corvi amüſiren. Dieſer Mann verweilt ſchon einige Tage in unſerer Stadt mit einer Geſellſchaft mimiſcher Künſtler, die viel Eigenthumliches und vor andern Schauſpielern viel Vorzüge voraus haben Sie ſchwatzen z. B. nie über ihre Kunſt, leben einfach, verlangen weder Honorar noch Gage, gehen nicht leicht durch und kön⸗ nen nie mehr ſeyn wollen, als ſie wirklich ſind, nämlich dreſfirte Affen. Wenn uns bei zweibeinigen Schauſpie lern viel Kunſt und wenig Natur nicht ſelten zu langweilen pflegt, ſo amüſirt uns der vierbeinigen wenig Kunſt bei über wiegender Natur. Cs iſt drollig anzuſehen, wie die letztere bei dieſen Thieren oft mitten im ernſthafteſten Stücke zum Durchbruch kömmt, und die Handlung plötzlich abſchneidet, bis die Intervention des Stockes wieder Alles ins Gleich⸗ gewicht bringt. So wollte neulich der Intrigant, der vom jugendlichen Liebhaber im 5. Akt erſchoſſen wurde, durchaus nicht umfallen, weil er ſich über einen Apfel hermachte, der

Jacob Corvi.

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in demſelben Augenblicke vom Parterre auf die Bühne flog. Die gewandte Bearbeitung dieſes aufs Gerathewohl vom Publikum bingeworfenen ordinären Stoffes, die obgleich mit aller den Affen eigenthümlichen Maulſertigkeit ausgeführt, doch auf Kunſtweihe keinen Anſpruch machen wollte, wurde gleichwohl vom erzürn'en Direktor, der die Improviſation nicht zu ſchätzen verſteht, weil damit, meint er, nichts gewon⸗ nen werde, ſichs auch jeder ſelbſt machen könne, mit einer Ohrfeige beſtraft, worauf der Künſtler den undankbaren Stoff ſogleich fallen und ſich, den verſchollenen Mann vorſtellend, das hätte er längſt thun ſollen vom Schauplatz weg⸗ tragen ließ. a. ene

Heute Abend ſoll ein neues Stück, ein romantiſches Trauer⸗ ſpiel, gegeben werden, worüber wir vielleicht ſpäter weiter

berichten.

Fruͤchte⸗Preiſe hier in Friedberg:

Waizen: 7 fl. 30 kr. Korn: 5 fl. 40 kr. Gerſte: 4 fl. kr. Hafer: 2 fl. 50 kr. Erbſen: fl. kr.

Fruüchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 18. Januar: Waizen: 7 fl. 20 kr. Korn: fl. kr. Gerſte: 4 fl. 20 kr. Hafer: 3 fl. 40 kr. Erbſen: fl. kr. Fruchte⸗Preiſe zu Mainz, am 15. Januar:

Waizen: 7 fl. 40 er. Korn: 6 fl. 14 kr. Gerſte: 4 fl.32 kr. Hafer: 3 fl. 40 kr. Erbſen: fl. kr.

Polizei⸗Taxe für die Städte Friedberg und*

Butzbach vom 24. bis 41. Jan. 1841.

. iedberg] Butzbach. fo Brod-Preiſe. 1 9 9 0 I kr. pf. kr. pf. 1 Leib-Roggenbrod 7 2 2 7 7 41 3 442 44 77 9 1 91 55 Loth. Loth. Milchbrod 2 15% 1 5% Waſſerweck 116% 1 Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod Fleiſch⸗Preiſe. pf. pf. 1( Ochſenfleiſch 5 5 5 3 17 h fleje gemaͤſtetes Kübfleiſch ungemäſtetes 1714 Rindfleiſch 63 7 77 Kalbfleiſch 6 7 6 5 Schweinenfleiſch 82 82 Hammellleiſch 1 74 Schaaffleiſch 5 Wurſt von blos Schweinen 124 1214 7 Gemiſchte Wurſt 10 N 10j Bratwurſt 13 1314 Schwartenmagen 144 1414 I Geräucherter Speck 18 181 Schinken 14 14 Dörrfleiſch 15 15 Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 19 191 en unausgelaſſen 18 18 Nierenfett 18 184 Hammelsfett 15 15 1 Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F. Küchler.

Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg.

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