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Mezzofanti.

Friedrich Jakobs gibt in dem 6. Theile ſeiner vermiſchten Schriften Nachrichten von einem Profeſſor in Bologna, Namens Mezzofanti, der wohl wenige ſeines Gleichen haben mag. Der Mann iſt ein Italiäner, der nie aus Italien kam, der aber mehr als dreißig Sprachen mit ſolcher gram matiſcher Richtigkeit, Fertigkeit und ſo feinen Aus⸗ ſprache ſpricht, daß man glaubt, eine jede wäre ſeine Mutterſprache. Es iſt darunter die franzöſiſche, ſpaniſche, engliſche, holländiſche, deutſche, ungariſche, polniſche, ruſſiſche c. Der berühmte Gelehrte, Herr von Zach erzählt von ihm unter Andern das: Bei unſerm erſten Zuſammentreffen redete er mich in ungariſcher Sprache an, und machte mir darin ein ſo zierliches Compiiment, daß ich höchl. darüber erſtaunt war. Er ſprach hierauf deutſch mit mir, zuerſt in ſächſiſcher, dann öſtreichiſcher und ſchwäbiſcher Mundart, Alles mit einer Wahrheit und Richtigkeit der Ausſprache, die mein Erſtaunen auf das Hoͤchſte trieb. Eben ſo ſprach er engliſch mit dem Capitän Smyth, polniſch und ruſſich mit dem Fürſten Wolkonsky, nicht etwa ſtotternd und ſtammelnd, ſondern mit derſelben Gelänfigkeit, wie ſeine Mutterſprache. Bei einem Mittagsmahle ſaß ich neben ihm. Nachdem ich hier mehrere Spra chen mit ihm verſucht hatte, fiel mir ein, ganz aus dem Stegreife, einige walachiſche Wörter an ihn zu richten. Ohne ſich zu beſinnen, ja auch nur, wie es ſchien, zu bemerken, daß ich ihn in einer ſo fremden Sprache anredete, antwortete er mir auf der Stelle in derſelben, und mit ſolcher Leichtigkeit, daß ich ihm ſagen mußte: Langſam, Herr Abbé, ich kann Ihnen nicht folgen; ich bin mit meinem walachiſchen Latein bald zu Ende! Eben dieſem Herrn von Zach erzählte ein Freund, daß Mez zofanti mit einem aus Indien zurückgekommenen Engländer malajiſch geſprochen habe.

Daß iſt ein Sprachgenie. Seiner Verdienſte wegen wurde er ſpaͤter zu Rom zum Cardinal be fördert und ſteht nun an der Spitze einer Anſtalt, deren Hauptgeſchäft iſt, fremde Sprachen zu treiben, um den Glauben in allen Zungen verkündigen zu können(de propaganda ſide.)

Miscellen von Zſchokke.

Wo im heimathlichen Kreiſe Unſchuld und Liebe wohnen, iſt ewige Jugend.

Es geht freilich mit dem Lauf der Jahre Man cher von uns voran in die beſſeren und dauernden und höhern Verhältniſſe der Geiſterwelt, und das Herz blutet. Aber eben dieſe Abſchiede machen uns das Leben und das Univerſum nur bedeutſamer, verknüpfen das hier und dort in unſerm Gemüthe feſter, und tragen etwas Geiſtigeres, Erhabeneres in unſer Denken, Wünſchen und Thun hinein. Das

Kind iſt wohl zufrieden mit einer Blume, einem bunten Steinchen, einem engen Spielplatz, und be⸗ kuͤmmert ſich wenig um der großen Menſchen übriges Treiben. Der Jüngling und die Jungfrau ſchwärmen ſchon lieber in's Weite und Freie hinaus. Die Kinderſtube wird ihnen zu enge. Sie wollen mehr. Sie gewinnen, verlieren, erwerben und haben nie genug. Alles Gut der Erde wollen ſie umfaſſen. Zuletzt genügt auch dies nicht mehr. Mit den Jahren erweitert ſich das Leben und die Anſicht des Lebens. Dem Kinde wird die Blume und der bunte Stein zu gering; dem Mann und Weib der Genuß aller Ehre, alles Geldes gleichgültiger; die Erde hat für den Geiſt zu wenig; er breitet den Arm ins Welt all aus, er fordert und hat die Ewigkeit.

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Haushaltungsſorge hat von allen menſchlichen Sorgen darum die widerlichſte Bitterkeit, weil ſie nur an leibliche Nothdurft und thieriſches Beſtehen mahnt. Sie adelt nicht das Gemüth, ſie demüͤthigt nur.

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Was wir durch Anſtrengung und eigenes Ver dienſt erwerben, das erkennen und lieben wir als das Werk unſerer Kraft. Es vergrößert in uns die Achtung unſerer ſelbſt. Aber was uns ohne unſer Zuthun nur wie Schickſalsalmoſen zufällt, ge hört nicht zu uns, ſondern zum blinden Ungefähr. Wir finden uns dadurch nur wieder auf gleicher Linie mit dem verdienſtloſeſten Tagdieb und dem verworfenſten Glücksſpieler geſetzt. Darum iſt der Taglohn des Handlangers an ſich ehrwürdiger und ihn höher ſtellend, als die Tonne Goldes, welche der Glückspilz im Schlaf findet oder ererbt.

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Der witzigſte Witz iſt zuletzt fades Spiel, wenn das Herz nicht mitſpielt.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

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Brückenbauarbeiten. (486) Dienſtag den 18. Mai, Vormittags 11 Uhr, werden auf dem Rathhauſe zu Buͤdingen die bei Erbauung einer 25 Fuß weiten Brücke über die Gründau, auf der Staatsſtraße von Büdingen nach Gelnhauſen, erforderlichen Arbeiten urd Material- lieferungen an die Wenigſtnehmenden in Akkord ge geben: Maurerarbeit, voranſchlagt zu 1100 fl. 40 kr. Die Lieferung und Bearbeitung von 11272 Kubik⸗ Fuß Hauſteine, ſowie das Brechen, die Herbei fuhr und das Aufſetzen von 40 Kubik-Klafter Mauerſteine, 96 Bütten Kalk, 2,5 Kubik-Klaf ter Sand und 500 Kubik-Fuß Ziegelmehl.