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funf Preisrichter gewählt, nämlich Herr Profeſſor und Kreisſchulinſpektor von Oſiander zu Stutt⸗ gart, Herr Gymnaſiallehrer Dr. Soldan zu Gie⸗ ßen, Herr Oberſtudienrath Schacht zu Darmſtadt (welcher aber ſpater austrat), Herr Miniſterialrath Dr. Zell zu Karlsruhe und Herr Pfarrer Dr. Züllig zu Heidelberg. Der Termin der Einſen⸗ dung der Abhandlungen war auf den 1. Januar 1841 beſtimmt und Herr Geheimehofrath Nuͤßlin zu Mannheim unterzog ſich der Einſammlung derſelben.
Daß die Aufgabe vielfachen Anklang fand, be⸗ wies die Zahl der eingelaufenen Beantwortungen, es waren 62 und darunter manche ſehr ausführliche, auch waren ſie faſt aus allen Gegenden von Deutſch— land datirt.*
Am 3. Oktbr. 1841 erſtattete Herr Dr. Züllig der vierten Verſammlung der Philologen zu Bonn Bericht über das Reſultat der Beurtheilung der Preisrichter und erklärte, daß dieſelben 10 Abhand— lungen gefunden hätten, worin die Aufgabe genügend gelöst ſei und welche alſo um den Preis konkurrirt hätten. Eine aber habe ſich vor den übrigen ſo entſchieden ausgezeichnet, daß man ihr einſtim⸗ mig den Preis zuerkannt habe. Zwar ſeien die Preisrichter nicht mit allen darin aufgeſtellten Be⸗ hauptungen einverſtanden, ſie glaubten aber gleich wohl die Preisfrage durch dieſelbe am genuͤgendſten gelöſ't und hätten deßhalb auch gerne dem Wunſche des Verfaſſers entſprochen, ihm durch kritiſche Be— merkungen zu einer nochmaligen Ueberarbeitung ſeiner Schrift behuͤlflich zu ſeyin. Das Motto bieſer Ab— handlung lautete: Ardua res est vetustis novi- tatem dare, novis auctoritatem.(Es iſt ſchwer dem Veralteten neuen Reiz zu verſchaffen, dem Neuen aber Anſehen.) Bei Eröffnung des Zettels wurde der Name Dr. Curtman, Direktor der Realſchule zu Offenbach, geleſen, von einigen Anweſenden aber ſogleich bemerkt, daß der Verfaſſer ſeitdem in eine andere dienſtliche Stellung, als Seminardirektor in Friedberg verſetzt worden ſei. Herr Suringar hatte einen Verwandten nach Bonn geſchickt, um das Ergebniß ſeiner Preisfrage zu vernehmen, und ſchrieb bald darauf dem Verfaſſer der gekrönten Ab— handlung, wie ſehr er wünſche dieſelbe baldigſt dem Druck übergeben und in weiterem Kreiſe verbreitet zu ſehen.
Um dieſem achtungswerthen Wunſche Genuͤge zu leiſten hat der Herr Verfaſſer das revidirte Manuſcript dem unterzeichneten Verleger übergeben, welcher ſich nun bemühen wird, einer unter ſolchen ſeltenen Umſtänden erſcheinenden, nicht allein Lehrer und Geiſtliche, ſondern Eltern und alle Gebildete, denen die Jugenderziehung am Herzen liegt, intereſſirenden Schrift eine angemeſſene Ausſtattung mitzugeben und ihren Ankauf durch mäßigen Preis recht Vielen zugänglich zu machen. Für ſeine Um⸗ gegend eröffnet er noch beſonders eine Subſcrip— tionsliſte,f um ſeinen Geſchäftsfreunden Gele—
genheit zu geben, dieſes intereſſante Werk ſich zu einem billigen Preiſe anzuſchaffen. Beſtellungen zu dem Subſcriptionspreiſe werden aber jedenfalls nur bis zu Ende des nächſten Monats angenommen. Friedberg im Dezember 1841. C. Bindernagel,
1 Buchhändler und Buchdrucker. (Das Ganze wird 14—15 Bogen groß 8 füllen.)
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
N
Edictalladung.
(1271) Peter Diehl zu Södel entliehe im Jahr 1816 bei der daſigen Kirche ein Kapital von 100 fl., das beſcheinigtermaßen im Jahr 1832 wieder abgetragen worden iſt. Eine Löſchung des desfallſi⸗ gen Eintrages im Hypothekenbuche konnte bis jetzt darum nicht geſchehen, weil die Schuldurkunde ſelbſt bei den tumultuariſchen Auftritten im Jahr 1830 verbrennt worden ſein ſoll und deshalb nicht vor⸗ gelegt werden konnte.
In Gemäßheit des geſtellten Antrages werden alle, welche den Beſitz der erwähnten Schuldverſchrei⸗ bung behaupten oder Rechte aus derſelben geltend zu machen Willens ſein ſollten, aufgefordert, ſolches ſo gewiß innerhalb 60 Tagen hier anzuzeigen, als ſonſt die Schuldurkunde für mortificirt erklärt und der Eintrag im Hypothekenbuche geſtrichen werden wird.
Friedberg den 8. November 1841. Großh. heſſ. fürſt. ſolmſ. Landgericht Hofmann. Edertal ding: (1300) Zum Zwecke der Vermögensvertheilung der Rathſchöff Wilhelm Bopps Eheleute von Aſſenheim, werden alle diejenigen, welche an ſolche Forderungen bilden zu können glauben, andurch aufgefordert, dieſelben Dienſtag den 14. Dezember, Vormittags, bei Gericht zur Anzeige zu bringen, widrigenfalls ſolche bei Vertheilung des Vermögens unberückſichtigt bleiben werden.
Friedberg den 16. November 1841.
Großh. heſſ. gräfl. ſolmſ. Landgericht,
Hofmann. Dr. Gilmer. Arbeits-Verſteigerung. (1295) Montag den 13. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, wird auf dem Rathhauſe zu Vilbel die An— fertigung eines eiſernen Gelaͤnders an die Brücke zu Vilbel, nochmals an den Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert. Friedberg den 23. November 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter
Rhumbler.
Eid ea kad un (1317) Nach einem Eintragen im Melbacher Orts— hypothekenbuche, entliehen Georg Pfeifers Eheleute


