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ene Penſion iſt, ich weiß nicht warum, bis auf e 10 Gulden geſchmolzen; ſeine Frau iſt mit ihm alt worden; der älteſte Sohn, den er in der lutheriſchen Religion erzogen hat, weil ihm Graf Alefeld, ſein geweſener Lieutenant, zu einem Schau⸗ vogt⸗ oder Förſterdienſt in Dänemark verhelfen und ihn daſelbſt glücklich machen wollte, hütet in Wolf die Schweine; der andere Sohn, reformirter Reli⸗ gion, iſt ein armer Wollkratzer, und ſeine Tochter ſchon 13 Jahren blind am ſchwarzen Staar. Und der Krieger, der ſonſt 10 ½ ordinären Zoll hatte und in den erſten Gliedern paradirte, geht nun krumm und wankend einher mit einer Laſt von 100 Jahren auf dem Rücken. Seinen ſchneeweißen Bart kann er nur mit Mühe, wegen ſeines Zitterns, abmachen laſſen; Kartoffeln, die ſonſt gewöhnliche Koſt eines Landsmanns, kann er nicht mehr ver⸗ tragen; und Brandtwein, den er ſonſt wie Waſſer getrunken, keſtet er nicht mehr, weil er ihm gleich zu Kopf ſteigt. Waſſerſuppen, bald mit Milch von ſeiner Ziege, oder allein mit Waſſer gekocht, iſt ſeine tägliche Speiſe; zu Zeiten auch ein wenig Backobſt, welches er ſich ſelbſt zieht. Der Herr CR. Mf ſchenke ihm alle Samſtag eine Flaſche Wein; dieſes ſein Labſal, ſagte er, nur müßte er ihn mit Waſſer vermiſchen, pur könne er ihn nicht leiden. Schließlich merke ich von dieſem alten Manne noch an, daß er nie gefährlich krank geweſen, außer vor etwa 33 Jahren, da er unglücklicher Weiſe in die vorbeigehende, damals hochangelaufene Semenbach gefallen, wo er beinah ertrunken, und eine Krank⸗ heit von 22 Wochen davon getragen, ſo daß man an ſeinem Aufkommen gezweifelt hätte. Sein Vater ſey in die 80 Jahre alt geworden, ſein Großvater aber 113 und ſeine Großmutter 111 Jahr. Dieſe letzteren hätten zu Oberrod(Oberrad), bei Frank— furt, gewohnt.“
Berichtigung.
In Nro. 38 dieſes Blattes iſt ein kurzer Bericht über das den 23. Juli l. J., auf dem Oſſenbeimer Wäldchen ſtattgefundene Lehrerfeſt mitgetheilt worden, dem eine Be— merkung beigefügt iſt, die einer Berichtigung bedarf.
Es iſt nämlich in derſelben geſagt, daß deßhalb nur einer der an den friedberger Schulen wirkenden Lehrer bei dem dieß⸗ jährigen wetterauer Lehrerfeſt zugegen geweſen ſey, weil die übrigen erſt an dem Abend, unmittelbar vor dem Feſte, Einladungen zu demſelben erhalten hätten, wodurch es ihnen unmöglich gemacht worden, die nöthigen Anordnungen wegen Ausſetzung des Schulunterrichts zu treffen. Dieſes iſt aber durchaus nicht wahr. Vielmehr wurden die Herren Han— ſtein, Störger und Volk, mehrere Tage vor dem Feſte, und zwar erſterer am 21., letztere aber ſchon am 19. Juli zur Theilnahme an demſelben eingeladen, ſo daß alſo das Nichterſcheinen dieſer Herren bei unſerem Feſte, gewiß nicht aus zu ſpät an ſie ergangenen Einladungen zu demſelben erklärt werden kann.— Nur einer der an den neuen Schu⸗ len Friedbergs angeſtellten Lehrer erhielt erſt an dem Tage vor unſerem dießjährigen Lehrerfeſte die Einladung zu dem— ſelben, was aber um ſo mehr zu entſchuldigen ſeyn moͤchte, als dieſer Lehrer dem Volksſchullehrerſtande eigentlich nicht
angehört, unſer Feſt aber vorzugsweiſe für Glieder dieſes Standes beſtimmt iſt.— Dieſe wenigen Worte werden hof— fentlich hinreichend ſeyn, die oben angezogene Bemerkung zu berichtigen und in's gehörige Licht zu ſetzen.
Mehrere wetterauiſche Volksſchullehrer.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
N
Verkauf ausrangirter Militär-Effekten. (1080) Dienſtag den 12. k. M., des Vormittags von 9 bis 12 und des Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, und in den folgenden Tagen zu gleicher Zeit, ſollen in der hieſigen Kavallerie-Kaſerne eine große Quan⸗ tität ausrangirter Montirung, wobei viel gut erhal⸗ tene Mäntel, ſodann Reitzeug und Caſernenrequi⸗ ſiten mit einer bedeutenden Anzahl Teppichen meiſt⸗ bietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Die Herren Bürgermeiſter erſucht man daher, dieſes in den Gemeinden geeignet bekannt zu machen. Butzbach den 17. September 1841. In Auftrag: Cellarius, Unterquartiermeiſter. Bekanntmachung. (1122) Etwaige Anſprüche an den geringen Nach⸗ laß der Wittwe des Vorſaͤngers Herz Stein von hier, ſind Donnerſtag den 28. Oktober, Mor⸗ gens, hier anzuzeigen, widrigenfalls jener dem ein— geſetzten Teſtamentserben überlaſſen wird. Friedberg den 23. September 1841. Gr. heſſ. Landgericht. Hofmann. Straßenbau-Arbeit. (1123) Donnerſtag den 21. Oktober, Vormittags 11 Uhr, werden bei Gaſthalter Bingmann zu Ober— rosbach die noch zum Bau der Provinzialſtraße von Friedberg über Oberrosbach nach Homburg er— forderlichen Steine zum Brechen, Anfahren, Setzen und Zerſchlagen, zuſammen 50 Kubikklftr., ſowie die Handarbeiten, bei Unterhaltung der Fahrbahn, Gräben und Seitenpfäde, an die Wenigſtnehmenden öffentlich in Accord gegeben. Friedberg den 6. Oktober 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Straßenbau ⸗ Arbeit. (1124) Dienſtag den 19. Oktober, Vormittags 10 Uhr, wird im Gaſthaus zum goldenen Hirſch zu Obermörlen das Brechen, Anfahren, Setzen und Zerſchlagen der aus dem Steinbruch, genannt am ſteinernen Biehel, noch zum Bau der Provinzial— ſtraße von Niedermörlen nach Ziegenberg erforder— lichen Steine an die Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert. Friedberg am 6. Oktober 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler.


