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18 kr.
Intelligenzblatt
für die
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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1841.
M2. Sonnabend, den 9. Januar
Da Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen erſcheint auch im Jahr 1841, wie bisher, wöchentlich Einmal und zwar ſo, daß es den Freitag Mittag von den Kreisboten abgeholt, den Sonnabend Vormittag aber bier ausgegeben und durch die hieſige wohlloͤbl. Poſtbehörde expedirt wird.— Alle Inſerate, welche bis den Donnerſtag Nachmittag 3 Uhr bei mir ein⸗ gelaufen ſind, finden in derſelben Woche eine ſichere Aufnahme. Einrückungsgebühren betragen für die erſte Zeile 4 kr., für die zweite Zeile 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.— Der Abonnementspreis für 1 Jahr iſt, wenn das Intelligenzblatt von mir dürekt bezogen wird: 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr: 40 kr., für/ Jahr: 24 kr., welcher Be⸗ trag jedoch voraus bezahlt werden muß!— Diejenigen meiner verebrl. Abonnenten, welche geſonnen ſind, das Intelligenzblatt auch im Jahr 1841 zu halten, haben nicht nötbig, ſolches bei mir beſonders anzuzeigen; diejenigen hingegen, welche auszutreten beabſichtigen, oder neu binzutreten wollen, erſuche ich, mich, oder die ihnen zunächſt liegende Poſtbehörde, gefälligſt davon zu benachrichtigen.— Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen
werden. Friedberg.
Carl Bindernagel.
Die gefaͤhrlichſte Zeit.
Wenn der Menſch das Licht der Welt erblickt, ſo iſt er, wie wir Alle wiſſen, nackt und bloß und gar hülfsbedürftig. Das iſt eine gefährliche Zeit für ihn! Aber in der unendlichen Liebe der Mutter und des Vaters erhält er einen Schild, der ihn vor allen Gefahren, welche dem zarten Leben drohen, bewahrt. Tag und Nacht wacht an ſeiner Wiege die treue Elternſorge, reicht ihm Nahrung, reinigt und pflegt ihn, gibt ihm Wärme und Kleidung, ſchützt ihn vor Regen und Kälte und opfert die Ruhe des Tages und der Nacht, um ihm Ruhe und Sicherheit zu gewähren.— Allmählich entwickelt ſich mit der Erſtarkung des Körpers der eigentliche Menſch, das geiſtige Weſen, und mit ihm beginnt die Sprache. Nun kommt eine neue Sorge. Das Kind ſchaut um ſich und unterſcheidet die Gegenſtände; die Eltern⸗ liebe lehrt es die Namen derſelben; an die Begriffe knüpfen ſich Begriffe, an die Dinge Thätigkeiten. Es denkt, bildet Sätze; es lernt nachgerade ſeine Händchen falten, und wie es Mutter und Vater liebt, ſo lernt es einen Vater im Himmel lieben und immer höher und tiefer erweitert ſich ſein Geiſt als
denkendes und fühlendes Weſen, wie ſein Korper an Kraft und Stärke zugenommen hat. Nachgerade iſt es weit genug gekommen, die Schule zu beſuchen. Immer weiter ſoll hier der Geiſt ſich entwickeln, immer mehr Nahrung zu ſich nehmen. Es fängt aber auch an, das Schlechte zu ſehen. Doch Schule und Haus lehren es, das Schlechte zu verabſcheuen, das Gute zu lieben. Die Zeit iſt gefährlich; aber der Wille erſtarkt je mehr, und wo es ſtraucheln könnte, da warnt der Vater und die Mutter und der Lehrer, und immer tiefer drückt ſich in ſeine Seele der Spruch:„Wie ſollte ich ein ſo großes Uebel thun und wider meinen Gott ſündigen?“— End— lich kommt die lang erſehnte Zeit, wo der Knabe zum Jüngling, das Mädchen zur Jungfrau heran— reiſt, wo der Geiſt genugſam vorgebildet iſt, um der Confirmation theilhaftig zu werden, wo das Herz mündig genug iſt, um in dem Born zu ſchoͤpfen, da Waſſer des Lebens ſprudelt. Es gelobt der Jüng— ling und die Jungfrau vor dem Altare in feierlichem Augenblicke, treu die Lehren der Religion im Herzen zu bewahren und wird Mitglied der großen Ge— meinde der Chriſtenheit.
Aber bald vergeſſen beide, was ſie an heiliger


