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geſchmolzen werden, wenn die Leute nicht vorher wiſſen, daß man ſie reichlicher lohnt, indem ſie die⸗ ſelben überlaſſen. Die geringen Ausgaben, welche allenfalls hierdurch entſtehen, werden ja wohl zu decken ſeyn; dafür bürgt uns der Sinn fur Kunſt und Geſchichte, welcher ſo viele Männer unſers Vaterlandes, insbeſonders die Mitglieder des hi— ſtoriſchen Vereines beſeelt.
Wie's manchmal einem Soldaten im Krieg ergeht.
Ein öſtreichiſcher Offizier, Warmuth, wenn wir nicht irren, war ſein Name, wurde in der Schlacht bei Hohenlinden durch eine Kugel am Kopfe ſo verwun⸗ det, daß er bewußtlos niederſtürtzte, ſpaͤter unter den Tod⸗ ten hervorgeſucht, von den franzöſiſchen Aerzten verbun⸗ den und in ein Lazareth gebracht wurde. Nun wurde er zwar dort geheilt; es fand ſich aber bald, daß er den Verſtand verloren hatte durch die Erſchütte— rung des Gehirnes, ſo daß er nicht mehr zu ſagen wußte, wer und woher er wäre. Da nahmen ihn die Franzoſen mit ſich nach Frankreich, und er blieb daſelbſt zwei Jahre lang. Allmählich kam aber das Bewußtſeyn wieder; und als er ſich nicht nur ganz geſund, ſondern auch verſtändig fühlte, kehrte er in die Heimath zurück.
Unterdeſſen hatte ſeine Frau Trauerkleider um ihn an⸗ und dieſelben auch wieder abgelegt, und bezog auch bereits einen Wittwengehalt. Da klopft's eines Tages bei ihr an, und herein tritt nach lan⸗ ger, langer Abweſenheit der längſt verloren geglaubte Gatte und iſt an Körper und Geiſt wieder friſch und geſund, wie damals, als er Abſchied nahm. Das mag wohl eine rührende Scene des Wieder— ſehens geweſen ſeyn, um welche manches fühlende Herz die lange getrennt Geweſenen faſt beneidet!
Der Wiedererſtandene lebte nun noch 18 Jahre als Familienvater und Major in ſeinem Regimente. Nach ſeinem Tode glaubte ſein Sohn, der auch Offizier war oder noch iſt, den Kopf des Vaters aͤrztlich unterſuchen laſſen zu müſſen, und da fand ſich denn, daß die verhängnißvolle Kugel, welche ihn getroffen, in lauter kleine Bleiſtückchen, gleich Schrotkörnern ſich vertheilt hatte und zwiſchen der Kopfhaut und dem Hirnſchädel lag. Da der Kopf einmal in den Händen der Aerzte war, ſo ging's in Einem hin, ihn zu reinigen von Allem, was vergänglich iſt, und ſo wurde er hübſch gebleicht in deu Zimmer des Sohnes aufgeſtellt, wo er wahr— ſcheinlich noch zu ſehen iſt.
Die privilegirten Felddiebe.
Wenn Einer erwiſcht wird, welcher einen Feld— diebſtahl begangen hat, ſo wird er dafür beſtraft, und das„Von Rechts Wegen“. Mancher aber ſtiehlt auch auf dem Felde, und weil man's nicht
ſieht, ſo kann er auch nicht beſtraft werden, wie z. B. der, weicher neulich zum Zeitvertreib Schrei⸗ bers Kartoffeln ohne Weiteres zehntete und mit dem Zehnten nach Hauſe lief. 5
Habt ihr aber ſchon privilegirte Felddiebe geſe⸗ hen? Wer's noch nicht geſehen hat, der braucht nur an unſere Wieſen, Raine und Raſen zu gehen, da wuchern die Kletten, der gefleckte Schierking, der Bärenklau und die verſchiedenen Diſtelarten, daß es eine Freude iſt; ſie erheben ihr ſtolzes Haupt über die Gräſer, als müßte das ſo ſeyn und als wären ſie mehr als die andern Pflanzen neben ihnen. Wenn der Schütz ſieht, daß andere Feld⸗ diebe ſich Gras holen, ſo zeigt er's an; wenn er aber dieſe Kletten, Bärenklau und Diſteln bemerkt, ſo läßt er ſie ſein ſtehen und Samen tragen, der ſich dann immer weiter verbreitet und den Beſitzern der Wieſen und Raſenſtücke mehr ſchadet, als drei Diebe, von denen jeder ſich eine Laſt Futter holt für ihre Kühe, die er ernährt ohne Land. Wie kommt das?
Das kommt daher, weil der Schierling, der Bärenklau, die Klette und die Diſtel das Privilegium haben, in gewiſſen Gegenden das Gras zu vernichten und zu zerſtören.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
A
Bekanntmachung. (456) Montag den 24. Mai l. J., Vormittags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die Chri⸗ ſtian Joſtiſche Scheuer mit Hofraum und Grund, an Johannes Mulch und Philipp Finkernagel in der kleinen Kapitelgaſſe gelegen, öffentlich meiſtbie— tend verſteigert werden. Friedberg den 29. April 1841. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz. Brückenbau arbeiten. (486) Dienſtag den 18. Mai, Vormittags 11 Uhr, werden auf dem Rathhauſe zu Buͤdingen die bei Erbauung einer 25 Fuß weiten Brücke über die Gründau, auf der Staatsſtraße von Büdingen nach Gelnhauſen, erforderlichen Arbeiten urd Material- e an die Wenigſtnehmenden in Akkord ge— geben: Maurerarbeit, voranſchlagt zu 1100 fl. 40 kr. Die Lieferung und Bearbeitung von 11272 Kubik⸗ Fuß Hauſteine, ſowie das Brechen, die Herbei— fuhr und das Aufſetzen von 40 Kubik⸗Klafter Mauerſteine, 96 Bütten Kalk, 2,5 Kubik-Klaf⸗ ter Sand und 500 Kubik-Fuß Ziegelmehl. Plan, Voranſchlag und Bedingungen liegen zur Einſicht auf dem Büreau des Unterzeichneten offen. Friedberg den 28. April 1841. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler.
unter d Rathha Rei
(89) gerichtl bei Jal Nove! conſtitu am 1. 30 b fl. verſchit Zahlun gegen und die die Urk auf An die Un dieſe Anſprt den, f falls di für erl in den Fri
(490 Nlanit


