Ausgabe 
6.2.1841
 
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einem Dritten in einen benachbarten naſſauiſchen Ort ſich begeben haben, um Hausſuchungen wegen verübten Holzfrevels veranſtalten zu laſſen. Beim Nachhauſegehen ſollen die Frevler in bedeutender Zahl jenen 3 Männern aufgelauert, dieſelben ange fallen und ſo gewaltig mishandelt haben, daß man an dem Aufkommen wenigſtens des Einen verzweifelt.

Indem wir das Wenige, was uns hieruͤber zu⸗ gekommen iſt, veröffentlichen, bitten wir um genauere Nachrichten hierüber.

Kirchgoͤns und Pohlgoͤns. (Schluß.)

Als durch die Verordnung vom 14. Juni 1821 Juſtiz und Adminiſtration getrennt wurden, kam das Amt Hüttenberg zum Landraths- und Land⸗ gerichtsbezirke Gießen. Bekanntlich wurde durch aller⸗ höchſte Verfuͤgung vom 1. Juni 1840(Reg. Blatt Nr. 15) ein neues Landgericht zu Butzbach errich tet, und demſelbrn nicht nur die bisher zum Land- gerichte Friedberg gehörigen Orte Butzbach, Bodenrod, Fauerbach I., Maibach, Mün- ſter, Oppershofen, Oſtheim, Rockenberg mit Marienſchloß, Hochweiſel, Niederwei⸗ ſel, Hauſen mit Oes, Langenhain mit Zie⸗ genberg und Steinfurt, ſondern auch jene ſeit 1827 dem Stadtgerichte Gießen einverleibten Orte Kirchgöns und Pohlgöns zugetheilt. So fiel die lange Scheidewand zwiſchen letzterem und Butz bach endlich weg.

Woher übrigens der Name Hüttenberg rührt, iſt noch nicht ausgemacht.) Das aber iſt wohl keinem Zweifel unterworfen, daß, gleichwie die Gegend zum Lahngau gehörte und in kirchlicher Hinſicht dem trierer Sprengel zugetheilt war, die erſte Cultur des Landes nicht wie die der Wetterau von Mainz, ſondern von Trier und Coblenz her der Lahn aufwärts ſich verbreitete.

Der Name Gons oder Güns, den urſprüng⸗ lich ein kleiner Bach führt, der bei Großenlinden in den Kleebach mündet, kommt ſchon in ſehr früͤ hen Schenkungs-Urkunden des Kloſters Lorſch als Gunissin vor, und bezeichnet bald einen Ort, bald eine Mark(Gunnisere marca). Welches Göns das ältere ſey(außer den drei obengenannten gibt es noch ein Ebersgöns in dem benachbarten Preußiſchen, der ehemaligen Herrſchaft Kleeberg), bleibt zweifelhaft. Das aber iſt gewiß, daß die Kirche zu Kirchgöns ein uraltes Gebäude iſt, wel⸗ ches wohl ſechs bis ſieben Jahrhunderte zählt. Eben darum möchten wir auch dieſen Ort für älter hal ten als Pohlgöns. Der Name Kirchgöns (Kirchgunse) kommt urkundlich 1267 und der von

*) Nachrichten über Hüttenberg finden

ſich auch in Schmidts Geſchichte von Heſſen. Theil J.

S. 241 ff.

Langgöns(Langengunsse) 1252 zuerſt vor.) Dagegen haben wir den Namen Pohlgöns in älteren Urkunden vergeblich geſucht. Eine adelige Familie von Göns(de Gunse oder de Gunesse) erſcheint von 1129 an, wo ein gewiſſer Bernhard de Gunesse unter den Miniſterialen als Zeuge in der Stiftungs-Urkunde von Schiffenberg bei Gießen genannt wird, bis zum Jahr 1345 ſehr oft in Urkunden. Mehrere derſelben ſind Kaſtellane von Münzenberg und von Eppenſtein. Sie ſind wohl ſchon im vierzehnten Jahrhundert ausgeſtorben.

Die Orte Kirchgöns und Pohlgöns gehör ten zu dem Vogteigerichte, welches noch bis in die neuere Zeit nach alter ſymboliſcher Weiſe bei Halm und Holz in einer Scheuer zu Lang göns gehegt wurde. Der Beamte eröffnete daſſelbe; ein Schreiber und zwölf Schöffen waren Beiſitzer. Ebenſo wurde, wenn wir nicht irren, ein altes Märkergericht gehegt zu Kirchgöns. Eine von Konrad Jung im J. 1799, aus demMarck⸗ Buch zu Kirchgöns ausgezogene Märkergerichts Hedong des Centgrafen Eller im Namen ſeines gnaͤdigſten Fürſten und Herrn, Herr Landgrafen Ernſt Ludwig zu Heſſen, erinnern wir uns in einer Schrift des verſtorbenen Beamten zu Lang göns, des älteren Herrn von Zangen, geleſen zu haben.

Beide Orte haben in neueren Zeiten dadurch, daß eine der Hauptſtraßen Deutſchlands ſie durch ſchneidet, viel gewonnen. Die alte Landſtraße ging, wie man noch deutlich ſehen kann, neben Pohl- göns vorbei. In dieſem mündet ſich auch die von Wetzlar kommende Straße ein.

In der Gemarkung von Pohlgöns, und zwar unweit dem Walde, iſt eine Gegend, welche der Exerzierplatz, heißt. Wir wiſſen nicht, warum? Außerdem kommen in derſelben mehrere Namen vor, wie Heidenborn(in der von großh. Generalſtaabe. herausgegebenen Karte ſteht Eideborn), Heiden garten, Herrnplatz u. dgl., welche andeuten, daß die alten Römer ſich in der Nähe angebaut hatten.(Eine römiſche Niederlaſſung war aller gleich nördlich von Butzbach auf der ſogeng Hünenburg) Kirchgöns traf im Jahr 1815 ein großes Unglück. Am Mittage des 15. Juli ent⸗ ſtand hier eine Feuersbrunſt(man vermuthete, eine boshafte Hand habe ſie angelegt), und verbreitete ſich ſchnell durch den heftigen Wind, bei großem Mangel an Waſſer und weil alle Häuſer mit Stroh dächern gedeckt waren, mit ſolcher Furchtbarkeit, daß ſie in kurzer Zeit 51 Gebäude vernichtete und 18 mehr oder minder beſchädigte.(Eine Beſchreibung dieſes Brandes befindet ſich in Wagners heſſiſchem Volksbuch S. 86.) Die Gebäude wurden bald wie

*) Joannis spieil. I, 286 Gude n. C. D. V, 17. Beide Orts-Namen erſcheinen ſpäter öfter in Schenkungs Urkunden.

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