Juuergeg r 171 13. bein daß dieſer augenblicklich bewußtlos niederſtürzte, und ander in ſeiner Jugend geſehen zu haben ſich entſinnt. Gon man ihn für todt hielt. Das war nun zwar der Die weite Reiſe mag wohl Mancher das Leben Ne itad Fall nicht; indeſſen lag er in Folge der Verwun⸗ koſten, beſonders der Flug über das Meer. Ich Stamm, dung lange krank darnieder und die Folgen des denke mir aber ſo: Wenn ihnen der liebe Gott den Luther Wurfes konnen immer noch gefährlich ſeyn. Trieb eingepflanzt hat, über das Meer zu fliegen, Poilipp 8 ſo wird er ihnen auch eine ſolche Flugkraft verliehen . haben, die Reiſe wenigſtens größtentheils glücklich 2 Die Schwalben. zu vollenden. Einzelne mögen freilich den Tod im N Wer kennt dieſe zarten, freundlichen Vöglein Waſſer finden. Aber Einzelne finden ihn auch bei Soldaten nicht, welche im Frühjahre aus weiter Ferne zu uns. Es ſtürzt zuweilen dieſe oder jene aus der Nnaben uns kommen, und ſo bekannt thun, als wären ſie Luft plötzlich herab, und glaubten darum wohl Luropzer alte gute Freunde? Das ſind ſie auch wohl groͤßten⸗ Leute, ſie bekämen die fallende Sucht. Sie haben
aber eine Art Ungeziefer an ſich, das ſie ſo arg plagt, daß ſie's manchmal nicht mehr aushalten können und im Fluge herunter ſtürzen.
Nein, davon kommt's all nicht, daß unſere
theils und zwar recht nützliche gute Freunde; denn ſie befreien uns von einer Menge läſtiger Inſekten, den kund, als Fliegen, Muͤcken, Wanzen und dergleichen mehr, f und kommen dabei ſo zutraulich, daß es unrecht Es kommt
wäre, wollten wir ihnen nur irgend etwas zu Leide thun. Es herrſcht auch ein alter ſchöner Glaube unter unſerm Landvolke, die Schwalben brächten dem Hauſe, an dem ſie niſten, Segen, und darum wär's ſchwere Sünde, wenn man ihr Neſtchen ſtörte. Dieſes verſertigen ſie kunſtvoller, als die geſchick— teſten Maurer ihre Lehmarbeiten zu Stande zu bringen vermögen, und machen's auch feſter, als manche Lehmwand iſt, welche Menſchenhände ge— macht haben. Und wenn ſie in daſſelbe Eier gelegt, die Eier ausgebrütet haben und die Jun— gen groß ſind, dann ſetzen ſie ſich mit ihnen auf die Dächer und ſingen:„Wenn ich fort geh', iſt Alles da, Kiſten und Kaſten, wenn ich aber wieder komme, iſt Alles leer.“ Das ſingen ſie ſo lange, bis der September kommt, und dann ſind ſie auf Einmal alle fort. Wohin ſie ziehen? Sie gehen der wärmeren Sonne nach, wo ſie mehr Ju⸗ ſekten finden, als bei uns im Heröſte ſind, und kommen endlich ans Meer, und fliegen mit günſti— gem Winde nach dem heißen Afrika, wo ſie neuere Reiſende in großen Schaaren während der Zeit ge— ſehen haben wollen, welche wir Winter nennen, welche aber dort nur eine arge Regenzeit iſt. Manche findet man auch hier in Sümpfen oder Höhlen er— ſtarrt, die ſich verſpätet haben, und die Reiſe nicht mitmachen können. Wenn's nun bei uns wieder warm wird, kommen ſie auch wieder zu uns. Denn hier iſt ihre eigentliche Heimath, weil ſie hier niſten, in Afrika aber nicht. Leider kommen ihrer aber alle Jahre weniger wieder zurück, und muß ihnen unterwegs viel Unglück zuſtoßen, oder müſſen ſie viel mehr Feinde haben, als bei uns. Habt ihr das nicht auch bemerkt? Uns kommt's vor, als ſäh' man jetzt faſt nur noch die Thurmſchwalbe, die man in einigen Orten auch Steyer oder Spyre nennt, und die mit einem gewaltigen ſii i um die Thürme herumſtreicht, und die Rauchſchwalbe, welche in Schornſteinen, Viehſtällen oder Böden niſtet. Dagegen ſieht man faſt gar nicht mehr an den Häuſern die Neſter der Hausſchwalbe, von welchen Schreiber dieſes ganze Reihen neben ein—
Haus ſchwalben ſo ſelten werden. von den italiäniſchen Leckermäulern! Aber wie ſo von dieſen?
Ihr wißt doch, daß es bei uns Leckermaͤuler genug gibt, die aus der Haut fahren zu müſſen glauben, wenn ſie nicht im Frühjahre ihre Schnep— fen eſſen, oder ſpäter ihren Spieß Lerchen beim Weine knuppern oder Krammetsvögel verzehren konnen. Nun heißt's Landesart, Landesſitte. In Italien ver zehrt man dafür die Schwalben, die man bei uns auch nur zu beunruhigen Bedenken trägt. Sagt ihr dem Italiäner, das ſey Sünde, dieſe lieben Vöge— lein zu tödten, ſo antwortet er euch, ſie ſchmecken viel zu gut, als daß man ſie ſo fortziehen laſſen könnte. Da werden denn auf Wieſen und an Ge— wäſſern Netze ausgeſpannt, und Tauſende der armen Thierchen gefangen und eben ſo unbarmherzig ge— tödtet, wie von unſern Lerchenfängern die armen Lerchen, die ihnen doch auch gar nichts zu Leide gethan haben. Was ſollen wir dagegen anfangen? Wir ſollten die Schwalben hier halten und den Italiänern die Elſter und Neuntodter ſchicken, die uns nur Unheil zufuͤgen oder die Seckbacher Nachtigallenfänger einſalzen und als Leckerbiſſen ver— ſenden, damit ſie uns nicht um alle Nachtigallen bringen, wenn ſich's nur ſo leicht machen ließe.
der Nachtwächter Milius von Friedberg und zwei Militärs von da ſahen den 3. Juni d. J., Morgens nach 2 Uhr, den größten Theil des Mon— des ſo dunkel, daß ſie nicht anders meinten, es wäre eine Mondsfinſterniß, die der Kalendermacher ver— geſſen hätte anzugeben. Bekanntmachungen von Behoͤrden. t NN Ediktalladung. (520) Der Gemeinde Ockſtadt iſt in den Steuer⸗ büchern folgendes Grundſtück 12 150 Ruthen Wieſe, der Haingraben
zugeſchrieben, welches dieſelbe dermalen, wenigſtens theilweiſe, zu veräußern beabſichtigt. Da jedoch eine


