Ausgabe 
5.6.1841
 
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170*.

Johannes König, 25) Oberrosbach: Heinr. Anton Hoffmann, 26) Oberwöllſtadt: Heinrich Fauerbach, 27) Ockſtadt: Joſeph Klein, Johs. Schuhmann, 28) Oppershofen: Caſpar Hainſtadt, 29) Oſtheim: Jakob Ruppel, 30) Rendel: Joh. Heinrich Deweil, Rupprecht Herling, 31) Rockenberg: Reinhard Gon dolf, Joh. Phil. Weckler, Heinrich Langsdorf, Jakob Herth, Johannes Dienſt, 32) Rodheim: Konrad Suppus, 33) Rommenhauſen: Johs. Dillemuth, 34) Rödelheim: Iſrael Kappenmacher, 35) Stamm⸗ heim: Reinhard von der Lehr, Konrad Schneider, Joh. Wilh. Tomas Heppner, Wilh. Friedrich Luther, 36) Steinfurth: Ludwig Södler, Konrad Löffler, 37) Steinbach: Johs. Windecken, 38) Vilbel: Philipp Müller, Philipp Glück, 39) Wiſſelsheim: Joh. Phil. Jung.

Wie man ein Volk ſingen lehrt. (Schluß)

Im Dezember 18356 eröffnete ich eine neue Klaſſe für Anfänger, und mehr als acht hundert Schüler ſtrömten herbei, daran Theil zu nehmen. Jetzt aber war meine Arbeit leichter geworden; viele Schüler der erſten Klaſſe geſellten ſich, um ſich im Geſange noch mehr zu befeſtigen, auch jedesmal denen der zweiten Klaſſe bei; dieſe dienten mir als Chorführer und wurden durch ihre ſchon erlangte Feſtigkeit eigentliche Hülfslehrer.

Mit der dritten Klaſſe, die im Monat April 1837 begonnen hat, beläuft ſich die Schülerzahl ſchon an 1600.

Könntet Ihr, meine kleinen Freunde, dieſer Schule nur ein einziges Mal beiwohnen; Ihr würdet, durch ein lebendiges Beiſpiel bewegt, Euch mit mehr Ernſt und Fleiß dieſer ſchönen und heiteren Kunſt wid⸗ men, nachdem Ihr an dieſen Männern gelernt, welchen tiefen Eindruck der Geſang auf den Men⸗ ſchen macht, und wie mühſam dieſer Unterricht in ſpäteren Jabren erworben werden muß, wenn man ihn in den Jahren der Kindheit verſäumte. Hier könntet Ihr ſehen, wie die Handwerker, welche vom frühen Morgen an bis an den Abend in ihren Werk ſtätten beſchäftigt geweſen, um halb 9 Uhr des Abends aus allen Theilen der ungeheuren Stadt, ſelbſt den entfernteſten Vorſtädten, was für man⸗ chen eine Strecke von zwei Stunden iſt, zur Schule herbeieilen. Könntet Ihr ſie ſehen, Ihr wurdet gewiß ebenſo ſehr die ernſte, würdige Haltung, die ungetheilte Aufmerkſamkeit, und die tiefe Stille der Schüler, als auch die entſchiedene Kraft und die hinreißende Gewalt dieſer hundertſtimmigen Maͤnner⸗ chöre bewundern. Ihr werdet noch mehr ſtaunen, wenn ich Euch ſage, daß alle dieſe Männer, deren Kehlen ſich in demſelben Liede erheben, und in ſol chen Augenblicken nur einen Gedanken, nur eine Seele zu haben ſcheinen, ſich einander gänzlich fremd ſind. Keiner kennt den andern, und ich ſelbſt kenne keinen Einzigen; nur ſehe ich ſie alle acht Tage an derſelben Stelle des großen Amphitheaters ſich niederlaſſen.

In der Luſt zum Lernen beruht das ganze Ge⸗ heimniß des Zuſammenhaltens dieſer bunten Men⸗ ſchenmaſſe, Hier gibt es Mechaniker, Goldarbeiter, Gerber, Buchdrucker, Kupferſtecher, Schreiner,

Schloſſer, Maler, Zeichner, Briefträger, Soldaten und Schullehrer, Meiſter und Lehrjunge, Knaben von zehn und Greiſe von ſechszig Jahren, Europäer und Amerikaner, Mulatten und Neger.

Ihre Erkenntlichkeit für den ihnen ertheilten Unterricht thun ſie durch lautes Beifallklatſchen kund, ſo oft ich in den Saal trete, und ſo oft ich die Stunde ſchließe. Ich würde nicht fertig, wollte ich Euch von der großen Dankbarkeit reden, von der mir Einzelne ſchriftlich ſowohl, als mündlich ſo rüh rende Beweiſe gegeben. 5

Zur wetterauer Chronik.(8).

Am 22. Mai hatte ein Mann, welcher Kohlen vom Dorheimer Bergwerke fuhr, in der Nähe des kurheſſiſchen Chauſſeehaues bei Friedberg, das Un⸗

glück unter die Räder ſeines Wagens zu gerathen.

Die Räder gingen ihm über den Unterleib, und er ſoll in Folge dieſes geſtorben ſeyn. *

Ein Vorſpänner überfuhr vor einiger Zeit einen Fuhrmann zu Vilbel ſo, daß letzterer ſtarb. Eine gerichtlich darüber angeſtellte Unterſuchung ergab zwar die Unſchuld des Erſteren; er nahm ſich aber die Sache ſo zu Herzen, daß eine Zerrüttung ſeines Geiſtes erfolgte.

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Nach einer in Nr. 118 der großh. heſſ. Zeitung befindlichen Bekanntmachung ſollen ſämmtliche Ge⸗ bäulichkeiten des Dorfes Wernings(unweit We nings) zuſammen 54 auf den Abbruch verkauft werden. In Nro. 119 derſelben Zeitung befindet ſich eine kreisräthliche Cdietalladung, wonach 59 Einwohner dieſes Dorfes, darunter 45 mit Familie, nach Amerika auszuwandern geſonnen ſind. Es ſcheint hieraus hervorzugehen, als wenn dieſes Dorf künftig aus der Zahl der Oerter unſeres Großherzogthums ganz verſchwinden würde.

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Am Abend des 14. Mai war ein heftiger Brand in der großen ſchneider'ſchen Papiermühle bei 1 Doch ſoll das Hauptgebäude gerettet worden eyn.

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Am 15. Mai geriethen zu Friedberg zwei Ar⸗

beiter in Streit. Der eine ergriff einen Stein und

traf mit demſelben den Andern an der Schläfe ſo,

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