Er k lä run g: (1006) Das Intelligenzblatt Nr. 34 enthält eine Erwiederung meiner Anfragen in Nr. 33 dieſes Blattes, woraus hervor— geht, daß ein gewiſſer M. Bingler ſich zum Werkzeug eines Herrn Jemand hat gebrauchen laſſen, über welchem im Pub— likum kein Zweifel obwaltet.
Es reißt nämlich ſchon ſeit mehreren Wochen in hieſiger Gegend ein Mann von einem Dorſe zum andern, um Krank⸗ heiten„blos durch das Beſtreichen mit der Hand“ heilen zu wollen. Von dieſem Manne nun erzählt man ſich viele wun⸗ derbare Dinge. Er wird von den Landleuten— Wunder— doctor— Hexenmeiſter— Antichriſt ic. genannt. Ich meinerſeits bin überzeugt, daß er dieſe Namen nicht verdient; indem von den vielen Hunderten von Kranken die derſelbe beſtrichen (magnetiſirt?) ich auch nicht Einen geheilt geſehen habe.— Dieſer Mann, der Verfaſſer der erwähnten Erwiederung, ſuchte durch fade Witze— und Geringſchätzung meiner Per— ſon das Publikum(begreiflicher Maßen) von dem abzuleiten, was zu erzielen ich beabſichtigte— nämlich: die leidende Menſchen von einer mir ſcheinenden Charlatanerie ꝛc. zu warnen.
Ich habe ſchon in dem Jahr 1817, als ich Medezin ſtu⸗ dirte, die Vorleſungen über„die graduelle Entwickelung der eſammten Organiſation, und Phyſiologie des Menſchen“ be⸗ ſucht, und Sie werden daher leicht begreiflich finden, daß mir der Magnetismus und deſſen Erſcheinungen nicht fremd ſein können. Ebenſowohl weiß ich ſehr gut, daß Anton Mesmer ſchon im 17. Jahrhundert, den mineraliſchen wie animaliſchen Magnetismus, mit Erfolg betrieben hat— denn er ſoll ſich damit in ganz kurzer Zeit über 400,000 Franken erworben haben!!
Ihre gütige Anempfehlung des Leſens von Büchern uber Magnetismus, kam daher etwa 24 Jahren zu ſpät.— Ihre Rüge über„Manipulationen des Magnetismus“ war zu voreilig; indem ich in dem Manuſcript nur„von Manipu⸗ lationen des Magnetiſeurs“ ſprach, welches mir der Herr Redacteur, als der Wahrheit getreu, bezeugen wird.“)— Ihr Gleichniß mit dem Aderlaßſchnepper war ſehr verſtändlich, wird aber den von Ihnen gewünſchten Effect um ſo weniger bei mir hervorbringen, da ich die Ueberzeugung hege,„daß man denjenigen mehr ehren wird, welcher dieſes Inſtrument würdig führt,— als den, welcher auf unwürdige Weiſe „magnetiſirt.“
Daß man den Magnetismus, gegen einzelne Krankheiten, jedoch nur gegen ſolche,„welche direkt das Nervenſyſtem afficiren“ empfohlen, iſt mir nicht unbekannt,— daß man aber alte Krankheiten wie z. B. Waſſerkopf, Augenfelle, grauen Staar, Knochenfraß, Anchyloſen, Verkrummungen aller Art ꝛc. ꝛc. damit heilen könne, entſinne ich mich nicht(ohn⸗ geachtet meines eben nicht ſchlechten Gedächtniſſes) jemals gehört und geieſen zu haben. Wenn ich nun, mein Herr Jemand, von Blinden ꝛc. ſehend machen ſprach, ſo ſollte hiermit bildlich die Anwendung des Magnetismuſes, gegen alle nur vor— kommende Krankheiten verſtanden ſeyn.
Ich beabſichtigte alſo keineswegs die Exiſtenz des Mag⸗ netismuſes, durch meine Fragen in Abrede zu ſtellen, ſondern nur die Ausdehnung und Anwendung deſſelben bei allen Krankheiten: wie namentlich Desorganiſationen ꝛc., wo doch wirkliche mechaniſche Hinderniſſe vorhanden ſind— als nach meinem Dafürhalten ganz erfolglos, mithin unſere Wiſſen— ſchaft entwürdigend zu rügen— und erkläre Ihnen daher offen, daß da bis jetzt: a) nirgends nachgewieſen iſt, daß man alle Krankbeiten mit Magnetismus zu heilen vermöge— d) da die Möglichkeit nicht beſtehet, mehrere hunderte von Kranken, in einem Tage magnetiſiren zu können— c) mehr⸗ maliges Beſtreichen eines kranken Theils nicht einmal mag⸗ netiſche Kraft hervorbringt, mithin auch Magnetiſiren(im
) Jenes„Magnetismus“ auf Seite 245 des Intelligenz⸗ blattes iſt ein Druckfehler, da in dem betreffenden Manu⸗ ſcript des Herrn Sommers„Magnetiſeur“ ſteht.
C. Bindernagel.
* 264.
* 1 eigentlichen Sinne) nicht genannt werden kann— ah da auch nicht bei allen Individualitäten Empfänglichkeit für den Mag⸗ netismus vorhanden iſt— und e) vorausgeſetzt wird, daß ſo⸗ wohl die phyſiſche wie die moraliſche Kraft des Magnetiſeurs, die, des(der) zu Magnetiſirenden, übertreffen muß— Ihre Art und Weiſe des Magnetiſirens den Schein einer unwür— digen Charlatanerie— und einer wohlberechneten Beutel⸗ ſchneiderei für ſich habe.
Wollte ich alſo nach beſter Ueberzeugung, im Intereſſe meiner leidenden Nebenmenſchen handlen, wozu ich mich ohnehin noch beſonders als Phyſicatswundarzt verpflichtet fühle, ſo mußte ich mich offen gegen ein Treiben ausſprechen, welches ſowohl auf directe, wie indirecte Weiſe„in ſanitäts⸗ polizeilicher Beziehung“ ſehr nachtheilige Folgen äußern muß.
Hiermit ſchließe ich meine Verhandlungen über dieſen Gegenſtand. Butzbach im Auguſt 1841. F. Sommer, Gr. Phyſicatswundarzt und Geburtshelfer.
Fruchte⸗Preiſe hier in Friedberg: Waizen: 12 fl. 30 kr. Korn: 6 fl. 20 kr. Gerſte: 4 fl.— fr, Hafer: 3 fl.— er. Erbſen:— fl.— kr. Fruͤchte⸗Preiſe zu Frankfurt, am 30. Auguſt: Waizen: 11 fl. 13 kr. Korn: 6 fl.— kr. Gerſte: 4 fl. 15 kr. Hafer: 3 fl.— kr. Erbſen:— fl.— kr.
Fruͤchte⸗-Preiſe zu Mainz, am 27. Auguſt:
Waizen: 10 fl. 26 r. Korn: 6 fl. 53 kr. Gerſte: 4 fl. 36 kr.
Hafer: 2 fl. 57 kr. Erbſen:— fl.— kr. f Polizei⸗Taxe für die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 5. bis 12. Septemb. 1841.
pfd Brod ⸗ Preiſe. Friedberg Butzbach. kr pf Eßer e 1 Leib⸗-Roggenbrod 22 211 2 7 77 5 4 3 4 75 77 10 9 3 Loth. Loth. — Milchbrod 1 637% 114 —Waſſerweck 11 4½ 11(— —Gemiſchtes(Tafel-) Brod 1 115 Fleiſch-Preiſe. of 11 1(Ochſenfleiſch 5 10 3 10 3 ge; gemaſtetes 81 3 8 3 „Küöbfleiſch ungemäſtetes 7 6 3 ; N gemäſtetes 73 814— 0 Rindſleiſa ungemäſtetes 6— 6 „Kalbfleiſch 7— 71— „ Schweinenfleiſch 10— 10— „Hammelfleiſqh 8— 81— „ Schaaflleiſch 7—— „ Wurſt von blos Schweinen„ „Gemiſchte Wurſt 10— 10— „ Bratwurſt 14— 13— „ Schwartenmagen 14— 14— „I Geräucherter Speck 18— 18 „ Schinken 14— 1442 „Doörrfleiſch 14— 44 „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 19— 19— 1 b dito unausgelaſſen 18— 18— „ Nierenfett 191— 184— „ Hammelsfett 1 15— Der großh. heſſ. Kreisrath d. K. F. Küchler.
Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bin dernagel in Friedberg.
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