* an ſämmtliche Vereine der Wetterau Einladung er⸗
gehen laſſen, Abgeordnete an dem genannten Tage zu ſchicken, um wegen eines im Jahr 1842 zu feiern⸗ den Sängerfeſtes die nöthige Rückſprache nehmen zu können. Wirklich fanden ſich auch an genanntem Tage von folgenden Vereinen Abgeordnete im Ger⸗ lach'ſchen Saale zu Friedberg zur Beſprechung ein: Aſſenheim, Büdingen, Butzbach, Dauernheim, Fried⸗ berg, Heldenbergen, Hungen,) Ilbenſtadt, Laubach, Lich, Melbach, Niederwöllſtadt, Obererlenbach, Rö⸗ delheim, Schotten, Uſingen und Vilbel; die Vereine von Grünberg, Rodheim und Petterweil ließen ſich durch Mitglieder von Laubach und Obererlenbach vertreten. Es war intereſſant, dieſer Beſprechung von circa 60 theils jüngeren theils älteren Männern beizuwohnen. Die Frage, ob ein Sängerfeſt im Jahr 1842 gefeiert werden ſolle, in der Voraus⸗ ſetzung, daß von Seiten der Behörde kein Hinder— niß im Wege ſteht, wurde einſtimmig bejaht, ebenſo war man einſtimmig dafür, daß das Feſt in Fried— berg ſtattfinden ſolle. Die Idee, eine transportable Halle auf gemeinſchaftliche Koſten zu errichten, welche ein Mitglied des friedberger Vereins ausſprach, fand zwar bei Allen Anklang; allein der Koſterpunkt veranlaßte die Abſtimmung, daß man die Sache vor der Hand auf ſich beruhen laſſen wolle. Es wurden noch einige oͤkonomiſche Punkte hinſichtlich des Feſtes beſprochen und alsdann die Sitzung geſchloſſen.
Um 8 Uhr Abends war der Saal zahlreich be— ſucht von den Abgeordneten der auswaͤrtigen Vereine und den außerordentlichen Mitgliedern und den Fa⸗ milien des friedberger Vereins. Die Geſänge, welche nun ſehr gut, einige vorzüglich, vorgetragen wurden, ſind folgende: 1) Bundeslied: Brüder reicht die Hand zum Bunde ꝛc. Muſik v. Mozart. 2) Der Sonntagsmorgen v. Krummacher. Muſik v. P. Müller. 3) Motette:„Gott iſt mein Hort. Muſik v. Laur. 4) Wal dnacht v. L. Tieck. Muſik v. P. Müller. 5) Die Kapelle v. Uhland. Muſik v. Kreu⸗ zer. 6) Des Teutſchen Vaterland v. Arndt. Muſik v. W. Speyer.
Nach Beendigung der Geſänge wurde noch ein Tänzchen gemacht und ſich außerdem recht munter unterhalten. Hier kann Schreiber dieſes nicht um- hin zu geſtehen, daß das Benehmen der Mitglieder des friedberger Vereins ihn ganz beſonders ange— ſprochen hat; ihre Heiterkeit artete nicht, wie das bei ſolchen Gelegenheiten leider ſo oft geſchieht, in wilde Freude und Jauchzen aus; man ſieht, daß es ihnen darum zu thun iſt, Sittlichkeit zu verbreiten. Gewiß wird es ihnen auch gelingen, für künftiges Jahr ein ſchönes Feſt vorzubereiten; das läßt ſich von ihrem Ernſt, ihren Mitteln, den muſikaliſchen Kräften, welche ihnen durch die Zöglinge des Schul—
) Dieſer Verein hatte bei dem butzbacher Säͤͤngerfeſt wacker mitgewirkt, wurde aber von dem Referenten in Nr. 28 dieſes Blattes aus Verſehen unerwähnt gelaſſen. D. R.
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lehrer-Seminars wohl zufließen, und der Umſicht 4 mit der ſie bereits die Einleitung getroffen aben. Friedberg geſund und heiter an dem Feſte begrüßen! t.
Zur wetterauer Chronik.(11)
Am verfloſſenen Sonntag, den 22. Auguſt, fand in Obereſchbach eine ſeltene kirchliche Feierlichkeit ſtatt. 5 Johannes Beſt und ſeine Gattin feierten ihr fünfzigjähriges Ehejubiläum. Die daſige Ge— meinde nahm an dieſer Feſtlichkeit recht warmen und innigen Antheil. Der Geiſtliche, Pfarrer Gru—
ber, holte das Jubelpaar in Begleitung des Lehrers
in ihrer Wohnung ab; 2 Mädchen trugen einen Blu⸗ menkranz voraus, an welchem ein Band flatterte, auf dem ſich ein gedrucktes Gedicht befand, welches am Schluſſe des Gottesdienſtes vorgeleſen wurde. Die Kirche war vom Eingange bis zum Altar mit Blu— men beſtreut. Nach beendigter Predigt wurde das Lied Nr. 515 abgeſungen; dann trat das Jubelpaar, welches ſich zwar in dürftigen Umſtänden befindet, aber des vollen Gebrauchs ſeiner Sinne und einer glücklichen Geſundheit erfreut, mit dem Geiſtlichen vor den Altar, welcher ſie in einer beſonderen Rede dem Schutz und Schirm des Allmächtigen und edlen Menſchen zur Unterſtützung in ihrem hohen Alter empfahl. Manche Thraͤne wurde bei dieſer heiligen Handlung geweint und ein großer Theil der Ge— meinde verließ mit ſichtbarer Rührung den Tempel des Herrn.
Am 3. März 1841 feierte auch der hieſige Bür⸗ ger und Schuhmachermeiſter Philipp Weckerling in dem Kreiſe der Seinigen friſch und rüſtig ſeine goldne Hochzeit.
Zur wetterauer Chronik.(12 (Butzbach 1. September.)
Heute Mittag ereignete ſich in unſerer Gemar— kung, in der Lehmgrube, ein trauriger Fall, der das Mitleid eines Jeden in Anſpruch nimmt. Ein 14jähriger Knabe wird von ſeinem Vater dahin geſchickt mit einem Karren, um Lehm zu holen. Dieſer Knabe blieb der daheim harrenden Mutter, welche ſeit 14 Tagen Wöchnerinn iſt, zu lange aus; deshalb ſchickte ſie ihre 17jährige Tochter dahin, um zu ſehen, was der Knabe macht. Die Schweſter findet ihren Bruder noch beſchäftigt mit Laden, wo dann ſogleich die Schweſter bereit iſt, ihrem Bruder zu helfen; ſie ſteigt in ein Loch, und arbeitete den Lehm heraus. Der Bruder warnt ſeine Schweſter, ſie ſoll da weggehen, ſein Vetter hätte geſagt, es wäre da gefährlich; allein indem das Mädchen antwortete: der Lehm iſt hier gut und es wird mir auch nichts thun, fällt auch die
Möchten wir Alle uns künftiges Jahr in
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