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nin
Intelligensblatt
ſür die
berhessen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M36.
Sonnabend, den 4. September
1841.
Amtlicher Theil.
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Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg
an die Kirchen⸗ und Stiftungsvorſtaͤnde und die Buͤrgermeiſter des Kreiſes.
Betreffend: Die Viſitation der Geſchäfts⸗ und Kaſſeführung der Kirchen- und Stiftungs⸗Rechner und der Gemeindeeinnehmer.
Da öͤftere Viſitationen der Kaſſebeamten im Intereſſe der Verwaltung und des Rechnungsweſens dringend nöthig erſcheinen und zur Erhaltung und Förderung der Ordnung und Regelmäßigkeit im Rech⸗ nungsweſen durchaus erforderlich ſind; ſo hat das großh. Miniſterium des Innern und der Juſtiz befohlen, Ihnen zur Pflicht zu machen, dafür zu ſorgen, daß dergleichen Viſitationen der Kirchen- und Stiftungs⸗ Rechner und Gemeindeeinnehmer, durch die vorſitzenden Mitglieder der Kirchen- und Stiftungs-⸗Vorſtände, reſp. die großh. Bürgermeiſter ſo oft als möglich und thunlich vorgenommen werden ſollen. Solche Viſitationen ſollen ſich jedoch nur auf eine einfache Unterſuchung des Kaſſebeſtandes und Vergleichung deſſelben mit
dem Tagebuch beſchränken, indem weitläufigere Viſi
Es iſt zweckmäßig, daß Sie Ihre Viſitationen
tationen ſtets von mir beſonders angeordnet werden. ſtets nach dem Schluſſe eines Quartales vornehmen, weil
zu der Zeit die reſp. Rechner ihre Quartals-Abſchlüſſe gefertigt haben müſſen. Sie werden ſich dazu des won großh. Miniſterium beſonders empfohlenen gedruckten Formularpapiers, welches bei Stahl und Becker
und deren Agenten zu haben iſt, bedienen.
Die von Ihnen aufgenommenen Protokolle haben Sie ſorg— 0 9
fältig aufzubewahren, damit von mir gelegentlich der Rundreiſe davon Einſicht genommen werden kann. Sollten Sie indeſſen beſondere Unordnungen oder Kaſſedefecte wahrnehmen, ſo haben Sie davon alsbald
unter Beiſchluß des Protokolls beſondere Anzeige zu machen.
Friedberg den 14. Auguſt 1841.
Küchler.
Aus der Wetterau.
Es lebt doch ein heiteres Völkchen in der Wet⸗ terau und ganz beſonders in dem freundlichen Fried⸗ berg. Faſt jede Nummer des Intelligenzblattes bringt uns Gelegenheit zu„Harmonie- und Tanzmuſik“ oder die Ankündigung eines abzuhaltenden oder abgehal⸗ tenen Feſtes. Schreiber dieſes iſt zwar kein Kopf⸗ Hänger, ſondern freut ſich gerne mit den Fröhlichen; allein um dieſe Beluſtigungen alle zu beſuchen, müßte er, wie man zu ſagen pflegt, ungezähltes Geld haben: Das hat er aber nicht, und darum nimmt er auch
nicht ſonderlich Theil an dergleichen; aber bei Erhei— terungen, welche wenig koſten und wobei man auf einen geiſtigen Genuß rechnen kann, wird er ſelten fehlen. So war z. B. der 22. Auguſt fur ihn ein rechter Feſttag. An demſelben Tage reſp. Abend feierte nämlich der ſeit 6 Jahren beſtehende Geſangverein zu Friedberg ſeinen Gründungstag. Dieſe Feier erhielt diesmal einen beſonderen Reiz durch die An⸗ weſenheit vieler Abgeordneten auswärtiger Geſang⸗ vereine. Der butzbacher Orpheus hatte nämlich, in Folge einer Rückſprache mit dem friedberger Verein,


