B. Ai des hun ſe vermouthlich met haße gihn. — Un wos noch deß Allerſchinſt eß, des Meſſer wor de Scholteßen; dos hat däi ehrer Dochter uf Bauenem gelient, un dere harre ſeß metgenomme.
A. Etz ſchwätz aich ower kahn Wort mihn iwer mein Hannes, dann e ſu ſchlegt eß der doch näit. Uf die Kerb ſe gihn, un dem Werd die Meſſer met ſe nomme un ag noch die Stiwel ſe verlehrn!— Wann verdaͤint dann ſu Ahner wirer e Poor Stiwel?
B. Dovoͤn geſchwetzt.— Wos ſeyn ower ag des vehr ſauwere Kerbgäſt, däi dem Werd die Sache metnomme. Ohn dene werder emol en rechte Pro—⸗ vit mache.
A. Un wos e Schann vehr ſu ahn, wanns em eraus kimmt!
B. A mahnſt dou dann des bleb verſchweche? Nahn e ſu Ebbes muß eraus; ens Friwerger Blett⸗ che mißt des, daß ag all die Leut hörn devo, wos dos vehr ſchine Kerle ſeyn.
A. Wehrn doch däi deham bei ehrne Weiwer un Kenn geblewe, un härre ſich vehr dos Geld Brud kahft, dos ſe do verbotzt hun.
B. Su mache ſes ower, wann ſe ahm emol hun,
denoch loſſe ſe ahm ſetze. Ower däi Weiwer ſeyn ſelbſt ſchold dron, däi loſſe ehrn Männer ſe väil Freiheit. f
A. No wos will mer dann mache, wann ſe fort⸗ gihn? a
B. Wos mer mache will? Meiner hätt doch näit e lahn uff die Kerb derfe gihn, dem wehr aich nochgange bis uff Bauenem.
A. Do hätt er Och vielleicht en Buckel voll ver⸗ däine kenne.„
B. Des wellt aich emol geſehn hun; der hatt maich doch bei de Leut näit ſchmeiße derfe, un wann aich en emol deham hatt, do wor aich Herr.
A. Die Weiwer ſeyn ag näit all eſu, wäi Ehr ſeyd; zoudem hott Ehr ag kahn Mann mihn, Ehr ſchwetzt alſo norz e ſu.
B. Hoſt de gemahnt? Su Ebbes hun aich mer doch kahnmols gefalle loſſe, dos werſt dou näit ge⸗ ſehn hun. 5
A. Ehr hot ag e ſchien Läiwe ſeſamme gefehrt, ſu lang der Och hat.
B. No worim?
A. Worim? Des was die ganz Welt, deß Ehr uff enanner wort, wäi Honn un Katze.
B.(Hitzig.) A wos?
A. Ich will Och emol Ebbes ſahn, Bette, mer wolles debai loſſe, ſoſt däht mer häi om Enn noch de Leut die Mäuler ufſperrn(geht ab.)
B. Gih norz hin, de hoſt doch ahn, der ag naut notz eß, ſu gout waͤi meiner wor(ab.)
* 304*
Straßenpolizei.
Auf der ganzen Route von Frankfurt bis Gie⸗ ßen findet ſich kein Ort, in welchem die Hauptſtraße unreinlicher und kothbeſudelter wäre, als in....) unweit Friedberg gelegen. Dies hat ſeinen Grund in der ſchlechten Aufſicht der Lokalpolizei und darin, daß der abſurden Anſicht Raum gegeben wird:„das Reinigen der Straße ſey um deßwillen zwecklos, weil letztere zu tief liege und überhaupt in ſchlech⸗ tem Zuſtande ſich befinde.“ Hiernach ſollte man
glauben, der Koth falle gleich wieder aus den Wol⸗
ken, ſobald der in der Regel einen halben Schuh dick liegende weggeſchafft wäre.— Einſender dieſes iſt indeſſen anderer Anſicht: er meint, daß in drei Tagen— Sonntag bis Mittwoch reſp. Donnerſtag bis Samſtag Les ſoll geſetzlich zweimal wöchentlich gereiniget werden) ſich nicht ſo viel Unrath in der Straße ſammeln könne, als es der Fall ſeyn müſſe, wenn gar nicht gereiniget würde.
Um übrigens dieſem Mißſtand abzuhelfen und dieſe Kothanhänglichkeit zu verdrängen, beziehungs⸗ weiſe auch die mit ihren Wohnungen an die Straße grenzenden Einwohner zu überzeugen, daß ſie nicht über die beſtehenden Geſetze erhaben ſind, genügt es, einem einzigen Gensdarmen von Zeit zu Zeit die Inſpection der Straße zu übertragen(z. B. Mittwochs⸗ und Samſtags⸗Abends)— gewiß kein Reiſender durfte ſich ferner über die Straßen⸗ kothſammlung zu beklagen haben!— Die höhere
Behörde wird, nachdem ſie von dem angeregten Miß⸗
ſtand Kenntniß erhält, den beſtehenden geſetzlichen Vorſchriften den erforderlichen Nachdruck zu ver⸗ ſchaffen wiſſen.—
*) Den im Original ſtehenden Orts⸗-Namen haben wir für beſſer gehalten, auszulaſſen; vielleicht, daß das Geſagte auf noch Einen Ort paßt, und dann könnten ja, wie man im Sprüchworte ſagt, wohl zwei Fliegen mit Einer Klappe getroffen werden. D. Red.
Sprachliche Bemerkungen.
Um ein Ding verkleinert zu bezeichnen, gebraucht die deutſche Sprache bekanntlich die Silben chen und lein, wie Baum, Bäumchen, Bach, Bäch⸗ lein. Die deutſche Sprache vermag aber auch die Thätigkeit, welche durch das Verbum ausgedrückt wird, zu verkleinern, wie fachen, fächeln, lachen, lächeln, ſauſen, ſäuſeln, braten, brätſeln reiben, riebeln(ſtark reiben heißt ribben) ꝛc. Das Volk, das ſeine eigne Welt, ſeine eigne Denkweiſe wie ſeine eigne Tracht hat, geht darin noch weiter; es verkleinert Buch in Büchelchen, die Mädchen in Mädercher. In den ſüdlichen Gegenden des Großherzogthums Heſſen bemerkt man ſchon den Uebergang zum ſchwäbiſchen Dialekte; die Silbe lein verwandelt ſich in li(le) wie Bübli,
Ffüͤcken Kraff
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nit dem es ver ſihen denn die ſchwarz oder p ktoth, ſchneeh. dick, mutterſ todtſterbekra voll(oder ger bonbedick, b dick, hausho putſchnaß,(t fetfett u. D zogenen Begriffg auch weit kraft Der wette Verba(Thäti die Bücherſpra kaufen hat in ſprache kauft kriegen hat! jagen„ fragen„ ſeben U fuͤrchten„ blaſen gehen fangen hängen s bitten hat Bücherſprache Die deulſ ſut noch eine


