Ausgabe 
21.3.1840
 
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eſſgen ſind,

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graſ⸗ Krade

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85 K.

dern Mitteln erwachſenen Bibliotheken) als die reichſte des Kreiſes Friedberg erſcheinen. Soll ten benachbarte Kreiſe ähnliche zeigen, ſo werden wir uns herzlich darüber freuen. Das uns nahe befreundete Grünberg gedenkt mit uns zu wett⸗ eifern. Schöner Streit, du wirſt Segen in deinem Gefolge haben!

Am reichſten begabt iſt bis jetzt das Fach der Geſchichte, des Gründers Lieblingsfach. Hier könnt ihr finden:

Mitforts Geſchichte Griechenlands in 6 Bänden.

Ferguſons Geſchichte der römiſchen Republik in 4 Bänden.

Goldſmiths Geſchichte der Römer 4 Bände.

Hier ſchließen ſich an:

Gibbons reiches WerkGeſchichte des Verfalls des römiſchen Reichs bis zur Eroberung Conſtan⸗ tinopels durch die Türken, die Quelle unzähliger oft ſeichter Geſchichtswerke der neueren Zeit. Es beſteht in 14 Bänden.

Loſſius u. Schulze hiſtoriſcher Bilderſaal 6 Bde.

Adelungs Geſchichte der Philoſophie, 3 Bände.

Chlybäus Geſchichte d. neueſten Philoſoph. 1 Bd.

Eichhorns Geſchichte der Wiſſenſchaften 3 Bde.

Joh. v. Müller allgemeine Geſchichte, 3 Bände.

Reiſen des jüngeren Anacharſis nach Griechenland Auszug 3 Baͤnde.

Menzels deutſche Geſchichte, 3 Bände.

Wenn auch die übrigen angedeuteten Fächer nicht eben ſo reich ausgeſtattet ſind, ſo enthalten ſie doch neben den allgemein bekannten claſſiſchen Werken von Klopſtock, Gellert, Campe, Schwarz, Jeruſalem, Spalding, Sommer(Gemälde der phyſiſchen Welt, 6 Bände) mehrere Werke, die man wegen ihres hohen Preiſes in Privatbibliothe⸗ ken nicht findet, z. B. die gelehrten Theolo⸗ gen des 18. und 19. Jahrhunderts, mit Angabe aller ihrer Schriften, 5 ſtarke Bande. Haupts bibliſches Realwörterbuch in 7 Bänden. Die heſſi⸗ ſchen Gelehrten.

Habe ich Urſache noch Mehreres beizufügen, um mein Motto zu beweiſen? Wohl wird man fragen, wie war es aber möglich, mit deinen 18 fl. in 12 Jahren dieſes auszuführen? Freunden, die Aehnli⸗ ches beabſichtigen, kann man das Räthſel löſen. Das Publicum mag darüber nachſinnen und wäh⸗ rend dem den rühmlichen Entſchluß faſſen: auch wir

) Darunter ſind wohl die des Prediger⸗ ſowie des Schul⸗ lehrer⸗Seminars zu verſtehen. Für Lehrer und Schulen iſt leider in Friedberg keine Bibliothek vorhanden, und die ehemaligen Bibliotheken der Burg und der Reichs⸗ ritterſchaft ſind ausgewandert, ohne daß nur ein Schritt gethan worden wäre, wenigſtens die Dubletten für die Stadt zu erhalten. Unter den weggebrachten Werken befanden ſich mehrere ſehr ſeltene und koſtbare. Ge genwärtig ſind in Friedberg einige nicht ganz unbedeu⸗ tende Privatbücherſammlungen außer den obenerwähnten öffentlichen. Die Red.

wollen das Werk beginnen. Und wenn ihr dann durch Aufopferung irgend eines ſchnell dahin rau⸗ ſchenden ſinnlichen Vergnügens das oft nur Unmuth im Gefolge hat auf Verlangen will ich deren eine Menge angeben einſt vor eurer Stadt- oder Lundbibliothek ſtehet und euch nicht blos der ſchönen Hülle, ſondern mehr des kräftigen und nährenden Genuſſes freuet; wenn die lieblichen Geiſtesblüthen euch umwallen und in höhere Stimmung verſetzen, dann gedenket in Liebe der Rectoren zu Butzbach de 1762 und 1800 und der letztere, noch gern auf jene Lenzzeit ſeines Lebens zuruͤckblickend, wird euch in Liebe die Hand reichen und ſich der Stunde freuen, wo er dieß niederſchrieb.

Miseel len. Witz.

Hans Bendix, der Schäfer des Abts von Sankt Gallen, welcher unſern Leſeru wohl noch in geneigtem Andenken ſeyn wird, mag früher Witz gehabt haben, als er eine rechte Erklärung darüber geben konnte, was denn eigentlich der Witz ſey. Ebenſo denke ich mir den Guckkäſtlerz ja von Letzterem möchten wir faſt wetten, daß er in ſeinem Leben keineDefinition von Witz zu geben im Stande war, am wenigſten dann, wenn er hinter ſeinem Guckkaſten gerade den beßten Witz machte. Beide hatten ihn von ihren lieben Müttern ererbt, und was ſie darum zum Beßten gaben, war weiter nichts als Mutterwitz. Aber wenn man's beim Lichten betrachtet, ſo iſt dieſer Mutterwitz der beßte von allem Witz, wie dagegen der Aberwitz der ſchlechteſte iſt. Es wäre mir auch viel lieber, wenn recht verſtändige Leute von mir ſagten:Er hat Witz, als:Er macht Witz. Denn wer einmal Witz hat, dem geht er auch nicht leicht aus; wer aber Witz macht, dem paſſirts manchmal, daß er zu viel macht und am unrxechten Orte. Dann nennt ihn die böͤſe Welt einen Witzbold.

Was heißen denn aber eigentlich die Herren Ge⸗ lehrten Witz? Die denken nicht immer an den Mutterwitz, weil er manchmal bei ihnen ſelbſt nicht in großen Quantitäten zu Hauſe iſt, wie er u. A. bei dem trefflichen Benjamin Franklin ſich in reichem Maaſe fand. Es iſt ſeit etwa 50 Jahren ſo ziemlich gäng und gebe geworden, das geiſtige Vermögen, die verſteckten Aehnlichkeiten der Dinge raſch und treffend zu finden, Witz zu heißen. Das iſt's aber nicht allein, ſondern Witz heißt noch viel oͤfter das, was durch dieſes Vermögen treffend und raſch in Worten dargeſtellt wird, und woran der Zu⸗ hörer, weil es ſo unerwartet kommt, ſich zu ergötzen

pflegt.)

2) Ein deutſches Wörterbuch, das Schreiber dieſes in Han⸗ den hat, nennt Witzdie raſche Thätigkeit der Einbildungs⸗ kraft. Damit kann er ſich nicht ganz einverſtanden erklaren.