Der Franzoſe iſt ein großer Verehrer des Witzes, und die geiſtreichſte Geſellſchaft ſcheint ihm immer diejenige zu ſeyn, worin am meiſten Witz gemacht wird. Aber ſein Witz iſt meiſtens nur ein Wort⸗ ſpiel,(bon mot) ein Doppelſinn(calembour) der nicht ſelten unreiner Art wird und in eine Zweideu— tigkeit ausartet, welche den deutſchen Mann von achter Bildung mit Abſcheu, das zartfühlende deutſche Weib mit Schaamröthe erfüllen würde. Die Sprache der Franzoſen iſt aber auch ganz geeignet zu ſolchen Wortſpielen und zu Doppelſinn. g
Wir Deutſchen ſind zwar von Natur ernſterer Art; doch hören wir in einer gebildeten Geſellſchaft einen ächten Kernwitz zuweilen recht gerne, und können herzlich darüber lachen. Wir ſind auch gar nicht ſo arm an Werken aus älterer und neuerer Zeit, die reich ſind an Witz und der ſchönſten Laune. Aber wir wollen damit nicht überſättigt werden. Wir wiſſen ſchon vornweg, daß der Witz nicht immer Beweis eines großen Geiſtes iſt, und daß es ſehr
geiſtreiche Leute gibt, die an Witz recht arm ſind.
Wir moͤgen auch keine Geſellſchaften, worin be— ſtändig nur auf Witz Jagd gemacht wird, denn das geſchieht doch meiſtens auf Unkoſten der Gemüth⸗ lichkeit, worin wir, Gott ſey Dank, keinem Volke nachſtehen, oder eines gründlichen Wiſſens, deſſen Mangel Dieſer und Jener durch einen Witz zu erſetzen ſucht, woran es aber uns Deutſchen im Allgemeinen auch nicht gebricht. Schlechten, oder am unrechten Orte und falſch angebrachten Witz nennt unſere Sprache Aberwitz, wie ſie einen fal⸗ ſchen, verkehrten, ſchlechten Glauben Aberglauben heißt. Und wie man den Mann nennt, der am unrechten Orte ſeine Witze anbringt, und der mehr zum Beßten gibt, als es ihm gut und der Geſellſchaft lieb iſt, haben wir oben ſchon geſagt.
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Bekanntmachungen von Behoͤrden.
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Edictalladung. (207) Die Erben des dahier verſtorbenen Wag— ners Heinrich Lack und deſſen Ehefrau Katharina, geb. Hofmann, haben deren Nachlaß ausgeſchlagen, und es iſt hiernach zur Abwendung eines förmlichen Concurs⸗Verfahrens zuvor Termin zum Güte-Ver⸗ ſuch unter den Gläubigern derſelben, ſowie zur ſum— mariſchen Liquidation der Forderungen auf den 1. April d. J. Vormittags 9 Uhr, unter dem Rechts⸗ nachtheile anbeſtimmt worden, daß die zurückbleiben⸗ den bekannten Gläubiger, als dem Beſchluſſe der Mehrzahl der Erſcheinenden beitretend erachtet, dle unbekannten aber ausgeſchloſſen werden. Dorheim am 27. Februar 1840. Kurfuͤrſtliches Juſtizamt Halberſtadt.
1 86.
Aecker⸗Verſteigerung.
(239) Dienſtag den 24. März, Morgens 9 Uhr anfangend, ſollen in hieſigem Rathhaus auf frei⸗ willigen Antrag der Erben der dahier verſtorbenen Heinrich Chriſtian'ſchen Eheleuten die zun Nachlaß derſelben gehörenden Grundſtücke, in hieſiger und Fauerbacher Gemarkung liegend, 34 Morgen, unter den bei der Verſteigerung eröffnet werdenden Be⸗ dingungen dem öffentlichen Meiſtgebol ausgeſetzt werden. f
Die Flurſchützen beider Gemarkungen, welchen das Güterverzeichniß behändigt wurde, ſind beauf— tragt, den Liebhabern das Güterverzeichniß, als auch die Güterſtücke zu zeigen.
Friedberg em 12. März 1840. Der Beigeordnete Bender.
Arbeits-Verſteigerung. 5 (241) Mittwoch den 1. April, Vormittags 10 Uhr, ſollen die zur Erbauung des Vicinalwegs von Heldenbergen nach Büdesheim nöthigen Planirarbei— ten in einzelnen Looſen an Ort und Stelle an die Wenigſtfordernden vergeben werden. Friedberg den 11. März 1840. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Rhumbler. Bekanntmachung. (255) In Folge eingelegten Nachgebots ſollen Frei— tag den 10. April, Morgens 10 Uhr, in hieſigem Rathhauſe die, dem großh. Landrichter Herrn Kraft
in Grünberg gehörende in hieſiger Gemarkung lie-
gende Grundſtücke, mit Ausnahme des Ackergartens, nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert werden, mit dem Bemerken, daß bei einem annehmbaren Ge— bote der Zuſchlag ſogleich ertheilt wird. Friedberg den 27. März 1840. 5 Der Beigeordnete Bender.
Garten- Verpachtung.
(256) In Auftrag des Kurators der Philipp Joſt⸗ ſchen Kuratel, Herrn Gemeinderath Philippi, wird der zur beſagten Kuratel gehörende Garten, in der Burg⸗Gemarkung liegend, Freitag den 27. März, Morgens 10 ½ Uhr, in hieſigem Rathhauſe auf ein
Jahr öffentlich meiſtbietend verpachtet.
Friedberg den 19. März 1840.
Der Beigeordnete Bender.
Bekanntmachung.
(257) Dienſtag den 24. d. M., Vormittags 11 Uhr, ſoll das Maulwurfsfangen in den hieſigen Wie⸗ ſen, in dem Bürgermeiſterei-Büreau an den Wenigſi⸗ fordernden in Accord gegeben werden. Die Herrn Bürgermeiſter werden um gefällige Bekanntmachung erſucht. Ilbenſtadt den 19. Marz 1840. Der großh. heſſ. Burger meiſter Dickenberg er. Mobilien-Verſteigerung.
(258) Donnerſtag den 26. Maͤrz d. J., Vo rmit⸗
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