Ausgabe 
18.4.1840
 
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einem Orte in der Wetterau; ba iſt die Felddieberei zu Hauſe, ſo arg, als an irgend einem Orte. Aber, fragt man, wie iſt dem Uebel abzuhelfen? Als ich dem Schützen meine Noth klagte, tröſtete er mich damit, daß er erklärte,ſeine jungen Bäume wären ihm auch geholt worden.Ein leidiger Troſt! Es ſind, ſagte ein Anderer, dem ich mich mittheilte, nur ein Paar Vögel. Sind denn aber dieſe nicht auszuheben?

Stuͤrzelheim.

Da, wo längs des von Rodheim nach Holz hauſen führenden Vicinalwegs, oberhalb der von demſelben durchſchnittenen Wieſen das Feld eine kleine Anhöhe bildet, ſtanden vor Zeiten die Burg und das Dorf Stürzelheim. Beide ſind längſt ein⸗ gegangen; nur der Ort, wo ſie ſtanden, ſowie die Nachkommen des ehemaligen Burgherrn(von Bel- lersheim) führen noch den Namen Stürzelheim und wenn auch gleich jetzt noch das Gelände des ehemaligen Burggartens mit dem Namengroßer Garten bezeichnet wird, ſo ſieht man jetzt doch ſelbſt nicht mehr die Spuren der alten Gartenmauer.

Stürzelheim wurde erſt ſpät angebaut; we nigſtens wird es erſt 1390, gelegentlich eines Ver⸗ kaufs des in ſeiner Gemarkung dem Kloſter Fulda zuſtehenden Zehntens an die Herrn von Falken⸗ ſtein, erwähnt. Auch kann es nie von Bedeutung geweſen ſeyn. Denn während Rodheim zur Amts⸗ ſchreibersbeſoldung 3 fl. 3 Alb. contribuirte, hatten Stürzelheim und Wirthheim ſ(ein ebenfalls ausgegangenes Dorf) zuſammengenommen nur 1 fl. 12 Alb. hierzu beizutragen. Außerdem war es in kirchlicher und politiſcher Hinſicht mit Rodheim ver bunden, das früher Hauptort einer Mark und ſodann Sitz des Amtes war, und endlich beſaß die von bellersheim'ſche Familie den größten Theil der Ge markung von Stürzelheim, was alles, neben deſſen geringer Entfernung von Rodheim zur Folge hatte, daß Stürzelheim nach wie vor ein unbe⸗ deutendes Dorf war.

Wann es ausgegangen ſey, läßt ſich nicht genau beſtimmen, obgleich noch ſehr viele, auf Stürzel heim ſich beziehende Lehnbriefe der Familie von Bellersheim vorliegen. Denn dieſe beſagen nur, daß dieſe Familien verſchiedene Freiheiten bezüglich eilf Huben Landes von den Grafen von Hanau zu Lehn getragen haben. Jedenfalls beſtand aber Stuͤr⸗ zelheim ſchon vor dem 30 jährigen Kriege nicht mehr als Dorf, da es ſchon in dem Theilungs-Vertrag der münzenbergiſchen Erben von 1419 als Zubehör von Rodheim genannt wird, und die im 30jäh⸗ rigen Kriege gefertigten Repartitionsliſten über die Kriegskoſten nureines ſtürzelheimer Hoffs und der dazu gehörigen gebannten(Dick-) Mühle gedenken. C. Ech.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

NN

Fruchtverſteigerung.

(344) Dienſtag den 21. April, Nachmittags 2

Uhr, ſollen in hieſigem Rathhauſe von dem Frucht⸗ vorrath des vereinigten Armenfonds 50 Mltr. Korn und 30 bis 40 Mltr. Gerſte zweimalterweiſe öffent⸗ lich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Friedberg am 9. April 1840. Der Beigeordnete Bender. Pflaſter Arbeit ⸗Verſteigerung. (345) Dienſtag den 21. April, Morgens 9 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe das Umlegen des Pfla⸗ ſters innerhalb der Stadt, ſowie die Lieferung des Kiſſes und der Steine öffentlich an den Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert werden. Friedberg am 9. April 1840. Der Beigeordnete Bender. Pflaſterarbeit zu Büdingen. (346) Montag den 27. d. M., Nachmittags 2

Uhr, ſoll auf dahieſigem Rathhaus die Anfertigung

von circa 400] Klftr. Schichtenpflaſter zu dem Umbauen eines Theils der Straßen hieſiger Stadt unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich an den Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert werden.

Steigliebhaber haben ſich bei der Verſteigerung uber ihre Fähigkeit hierzu mit beglaubigter Legiti mation zu verſehen, widrigenfalls ſie zum Gebote nicht zugelaſſen werden können.

Büdingen den 3. April 1840. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Hölzinger. Arbeits⸗Verſteigerung.

(364) Montag den 4. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen die zur Anlegung eines Waſſerbehälters zu Oberrosbach erforderlichen Arbeiten und Mate⸗ riallieferungen auf dem dortigen Rathhauſe an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden.

Hiervon beträgt nach dem Voranſchlag:

1) Maurerarbeitslohn 204 fl. 55 kr.

2) Steinhauerarbeit 85 ferner das Brechen, Anfahren und Setzen von 9 Cub. Klftr. Mauerſteinen und Cub. Klſtr. Pfla⸗ ſterſteinen aus dem Oberrosbacher Gemeindebruche, Anliefern von 65 Bütten Großkarber Waſſerkalk, und Cub. Klftr. Sand..

Voranſchläge und Bedingungen liegen bis zum Termin auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen.

Friedberg den 15. April 1840. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter NRhumbler. Arbeits ⸗Verſteigerung. (365) Dienſtag den 21. April l. J., Morgens um 9 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhaus die Beifuhr der zum Pflaſtern in der Stadt nöthigen Steine,