Ausgabe 
18.4.1840
 
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Friedberg

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Das großherzoglich heſſiſche Landgericht Friedberg an ſaͤmmtliche großherzoglich heſſiſche Buͤrgermeiſter und Beigeordneten des Bezirks.

Betreffend: Die Vormundſchaftsrechnungen von 1839.

Sämmtlichen Curatoren Ihrer Gemeinden

nungen vom abgelaufenen Jahre, ſoweit ſolche dermale zu ſt für jeden Säumigen,

zwar bei Vermeidung einer Strafe von 1 Rthlr. Friedberg den 13. April 1840.

wollen Sie alsbald eröffnen laſſen, daß ſie ihre Rech⸗ len noch zu ſtellen ſind, innerhalb 3 Wochen, und

einzureichen hätten. Hofmann.

Osterlied.

Des Chriſten Hoffnung.)

a du, o Tochter von Jehova's Throne, Ja du, o chriſtliche Religion, Du lächelſt in dem Schmuck der Dornenkrone Mild wie ein Engel auf den Erdenſohn.

Du, du erhellſt mit deinem Himmelsglanze Den Sterblichen des Lebens Dornenpfad; Du winkſt uns freundlich mit dem Palmenkranze, Wenn einſt die bittre Scheideſtunde naht.

O glaub' und hoff'! ſo lauten deine Worte, Du frommer Chriſt, auf rauher Lebensbahn; Einſt ſchwinget an des Grabes dunkler Pforte Dein frommer Geiſt verklärt ſich himmelan.

O glaub' und hoff! Ein hoͤhres Weſen lohnet, Ein Weſen, das ſich Menſchenvater nennt; Ein Weſen der Gerechtigkeit, das tbronet Dort über jenem blauen Firmament.

O glaube, hoffe! jede deiner Zähren, Die hier dem naßgeweinten Aug' entrinnt, Wird vielfach einſt dir dort die Freuden mehren, Wo mit den Engeln wir vereinet ſind.

Nur der, wer ſtandhaft glaubt und hofft hienieden In dieſeen Pilgerland der Zeitlichkeit, Nur du, o frommes Herz, du findeſt Frieden Dort in dem beſſern Land der Ewigkeit.

*). Wir haben in Nro. 15. unſers Jut. Blattes vom Jahr 1838 unſern Leſern aus dem Nachlaſſe des im Jahr 1831 verſtorbenen Prälaten und geiſtl. Geheimenraths Schmidt ſchon ein Gedicht mitgetheilt, und hoffen den ehemaligen Zuhörern und Schülern deſſelben, deren Zahl in unſerer Wetterau nicht gering iſt, keine unwillkommne Gabe zu bringen, indem wir ihnen heute für das Oſter⸗ feſt ein zweites Lied des ehrwürdigen Mannes aus ſei⸗ nen jüngeren Jahren. mittheilen, der, wie ſie alle wiſſen, ſich nie für einen Dichter ausgab, der aber, wie wir bier den Beweis haben, für Religion eben ſo tief fühlte, als er ein ſcharfer Denker und ausgezeichneter Geſchichts⸗ forſcher war. Die Red.

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Vereitelte Hoffnung.

Vor einiger Zeit las ich in einem Kalender ein recht hübſches Geſchichtchen oder vielmehr eine Be⸗ lehrung, wie man aus Kirſchen Gold machen konne. Es wird da erzählt, wie eine arme Gemeinde nach dem Muſter eines fleißigen und verſtändigen Güter⸗ beſitzers und unter dem Beiſtande

eines biederen

Geiſtlichen und eines wackeren Schullehrers die bis⸗ her ganz vernachläſſigten Grundſtücke angerodet, ge⸗ düngt, und mit allerlei Obſt- beſonders Kirſchen⸗ bäumchen bepflanzt hatte, woraus nach etlichen zwan⸗ zig Jahren jährlich bedeutende Summen gelöſ't und wodurch die Bewohner, die vorher blutarm waren, ganz begütert geworden wären. Das eigentliche Re⸗ cept zum Reichwerden war kurz dieſes: Pflanze ſo viel Bäume, als du auf deinen Grund und Boden nur unterbringen kannſt! Das ließ ich mir nicht zweimal ſagen. Sobald es die Zeit erlaubte, ging ich in meinen Garten und ſah nach, wo noch Bäumchen Platz finden konnten, und als ich mich überzeugt hatte, daß noch leerer Raum genug zu etwa einem Dutzend vorhanden ſey, kaufte ich in einer Baumſchule 12 junge Bäumchen, die waren wie Flachs und lachten Einen an; was würde, dacht' ich, es erſt eine Pracht ſeyn, wenn ſie groß wären und Blüthen und Früchte trügen! In dieſem ſchönen Gedanken ſetzte ich meine Bäum⸗ chen in den Garten, und damit ſie die Haſen nicht etwa benagen könnten, umwickelte ich ſie mit Stroh. Und dann ließ ich auch meinen Garten hübſch um⸗ zäunen, damit kein Unberufener hineinginge, und als ich in meinem Gartenhäuschen das allernöthigſte Geſchirr für die Gartenarbeit aufbewahrt hatte, be⸗ gab ich mich gegen Abend nach Hauſe. Wenn man des Tages Laſt getragen und ſeine Pflicht erfüllt hat, ſchläft ſichs gut und feſt. So ging es mir. Am andern Tag begab ich mich nach vollendeten Geſchäften wieder in meinen Garten. Da bemerkte ich zu meinem Aerger, daß man die Pfähle aus dem Zaune geriſſen und fortgeſchleppt habe. Was war zu thun? Ich mußte neue einſchlagen und mit Dornen umgeben. Als ich den darauf folgenden Tag meinen Garten beſuchte, fand ich, daß an der Gartenthüre die Angel, an dem Laden des Garten⸗ häuschens der Riegel abgeriſſen, und an der Schwelle der eiſerne Anker geſtohlen war. Das war wiederum verdrießlich; ich erſetzte aber das Nothwendigſte, ſo bald es moglich war. Den Tag nachher mußte ich zu Hauſe bleiben, weil das Wetter ungünſtig war. Als ich aber ſpäter bei etwas günſtiger Wit⸗ terung in meinen Garten kam, da waren die jun⸗ gen Bäumchen, auf deren Blüthen und Früchte ich mich ſo ſehr gefreut hatte geſtohlen!

Glaubt ihr, ich erzähle hier ein Stückchen aus Afrika oder Amerika? Nein, ich ſpreche von