Ausgabe 
16.5.1840
 
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gentheil) und die Worte des Art. 27. der Verfaſſungs⸗ 0Das Eigenthum kann für öffentliche Zwecke nur gegen vorgängige Entſchädigung in An⸗ ſpruch genommen werden, laſſen ſich hier um des⸗ willen nicht anwenden, weil g g

a) der Waſenmeiſter an erepirtem Viehe gegen den Willen des Beſitzers kein Eigenthum erwerben kann; N N a 5 55 weil das Abledern gefallenen Viehes und die Benutzung von Haut und Fett durch den Waſen⸗ meiſter weder ein öffentlicher, noch ein gemein⸗ nütziger Zweck iſt..

Der Verfaſſer obiger Antwort redet zwar auch von zur Entſchädigung Pflichtigen, allein er ſoll eine Geſetzesſtelle angeben, in welcher die Beſitzer von Vieh, wenn dasſelbe crepiret, verurtheilt wären, es dem Waſenmeiſter zu überlaſſen, oder dieſem irgend eine Entſchädigung zu leiſten. 5

Die Waſenmeiſerer in der Stadt Friedberg wurde, wie oben bemerkt, ſchon in dem Jahr 1809 für ein Regenten⸗Recht oder Staatseinkommen er⸗ klärt, in dem Jahre 1820 hat aber die höchſte Staats⸗ regierung auf dieſes Einkommen freiwillig, zum Wohle der Unterthanen verzichtet, es fragt ſech alſo, wer iſt berechtigt in Friedberg eine Entſchädigung zu fordern? Auffallend erſcheint es übrigens, daß in der Burg⸗Friedberg, in welcher ehemals der Wa⸗ ſenmeiſter von Ilbenſtadt von dem großh. Fiskus erblich beliehen war, die ſogenannten Waſenmeiſterei⸗ Rechte ſchon längſt aufgehört haben, während dieſes Unrecht in der Stadt Friedberg noch heute fortdau⸗ ert.

Einſender dieſes glaubt jedoch, daß großh. Land⸗ gericht Friedberg jede Entſchädigungsklage des dor⸗

tigen Waſenmeiſters zurückweiſen werde, daß alſo

kein das Geſetz vom 28. Januar 1820 befolgender Viehbeſitzer eine ſolche zu fürchten hat, wenn er ſelbſt ſein crepirtes Vieh benutzen will.)

Friedberg den 28. März 1840.

) Wir haben, der Kürze wegen, vorſtehende Erwiederung dem Verfaſſer der in Nr. 13 d. Bl. ſtehenden Antwort mitgetheilt, welcher folgende Anmerkung beifügte.

Die Red.

An mer kung.

Die angefochtene Antwort bezog ſich auf die all gemeine Anfrage; die obere Erwiederung beſchäftigt ſich aber nur mit den beſonderen Verhältniſſen in der Stadt Friedberg. Es würde nicht angemeſſen ſeyn, in dieſem Blatte auf weitere rechtliche Dedue⸗ tionen darüber einzugehen, wohl aber der Einſender ſich ein Verdienſt erwerben können, wenn er ſein Auſuchen bei den geeigneten Staatsbehörden recht⸗ lich durchzuführen vermöchte.

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müßten den ganzen Tag ſprechen; ihr

Miszellen. Reden und Schweigen.

Wie der menſchliche Geiſt ſich entwickelt, ſo be⸗

darf er auch der Sprache, um ſich zu äußern. Da⸗ rum iſt auch die Sprache nichts Erfundenes, ſondern ein der geiſtigen Natur des Menſchen nothwendiges

Mittel, ſich Andern mitzutheilen. Der Menſch

muß ſprechen, weil er ein Menſch iſt, und denkt. Reden iſt aber mehr als ſprechenz letzteres kann auch der Ungebildete, wenn er die Organe geübt hat. Reden aber heißt im Zuſammenhange, nach gewiſſen inneren Geſetzen ſprechen. Das kann der Ungebildete nicht, weil ihm dazu die Ausbildung des Geiſtes fehlt. Gut zu reden iſt daher etwas Schönes und Ausgezeichnetes, das nicht jedem Men⸗ ſchen zu Theil wird. Wer ohne Geiſt ſpricht, wie der Papagei, ders ſelbſt nicht verſteht, was er ſagt, von dem ſagt man, er ſchwätze, und das iſt nicht viel werth. Es gibt aber Leute, die meinen, ſie N Bischen Ver⸗ ſtand liegt ihnen auf der Zunge und der fadeſte Gedanke muß gleich dieſen Weg gehen. Ihnen gehts, wie den Hunden mit dem Schwitzen; es geht alles über die Zunge. Dergleichen Leute ſind ekelhaft und langweilig, und ſo groß die Achtung iſt, die man vor der Rede hat, ſo verächtlich wird der Schwätzer. Darum hüte ſich jeder vor dem Zuviel, und gewöhne ſich bei Zeiten, vorher wohl zu überlegen, ehe er ſpricht, und was er ſpricht. Gar oft aber iſt ſchweigen ſogar noch viel mehr werth als reden. Man machte einſt einem alten Philoſophen die Bemerkung, warum er ſo viel und ſo oft ſchwiege, während doch Andere ſprächen, denen es oft gar nicht zukͤme.Das geſchieht darum, verſetzte er, weil es mich ſchon manchmal gereut hat, geredet, aber niemals, geſchwiegen zu haben. Damit ſtimmt eine Stelle in dem Koran(bekanntlich dem Geſetz⸗ buche der Muhamedaner) überein, die in der Mo⸗ ſchee angeſchrieben iſt, welche in dem ſchönen Gar⸗ ten zu Schwetzingen ſteht. Sie heißt:Reden iſt Silber, ſchweigen iſt Gold. Selten haben Worte einen ſolchen tiefen Eindruck hinterlaſſen, als dieſe wenigen auf Schreiber dieſes, als er ſie zum erſten Male las. Er war damals in einem ſolchen Alter, wo man lebensluſtig und lebensfroh iſt, und ſich wenig darum bekümmert, was es allenfalls für Folgen haben könne, wenn man ſpricht; er meinte, dazu hätte einem der liebe Gott ja die Zunge gegeben, daß man ſie zum Sprechen benutzte. Von der Zeit an wurde er aufmerkſamer auf ſeine und Anderer Reden, und überzeugte ſich bald von der Wahrheit dieſes goldnen Spruches. Wie Mancher macht ſich durch ein am unrechten Orte oder zur ungele⸗ genen Zeit ausgeſprochenes Wort fuͤr ſein Leben unglücklich! Wie viel Unheil und Ungluͤck entſteht oft durch ein ünbedachtes Wort! Und iſt es ein,

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