Ausgabe 
11.4.1840
 
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dezirkt,

Steſden fenden

Ihnen

plötz⸗ inwür⸗ ft mit wegen er nicht Anderer wo der

Angriff geſchehen war. Hier finden ſie den Ver⸗ mißten ermordet liegen. Auf geſchehene Anzeige unterſuchte in Gegenwart des Gerichtes der Phyſi katsarzt von Ulrichſtein den Leichnam des Gemor⸗ deten; es fand ſich eine toͤdtliche Wunde an ſeinem

Kopfe.

Am Sten April wurde er auf dem Friedhofe von Bobenhauſen zur Erde beſtattet. Die beſonderen Umſtände, unter welchen er ſeinen Tod gefunden hatte, und das heitere Wetter lockten viele Menſchen aus der Umgegend herbei, ſo daß über 2000 dem Leichenzuge ſich anſchloſſen. Der Geiſtliche hielt eine Grabrede über Gen. IV. 8.Cain erhob ſich wi⸗ der ſeinen Bruder Habel und ſchlug ihn todt.

Die Unterſuchung iſt von großh. Landgerichte bereits eingeleitet; hoffentlich werden die Thater der gerechten Strafe für ein Verbrechen nicht entgehen, zu dem ſie wohl nur aus gemeiner Rachſucht oder Eiferſucht ſich hinreißen ließen. Muͤſſen ſolche Ver⸗ brechen immer noch geſchehen? Gibts immer noch ſolche rohe Naturen, welche der Stimme der Ver nunft kein Gehör ſchenken?

Kirchliche Feier zu Rodheim im Kreiſe Friedberg.

Am verwichenen Sonntage, den 29. Marz, fand in Rodheim eine kirchliche Feierlichkeit ſtatt, welche auch die älteſten daſigen Einwohner daſelbſt erlebt zu haben, ſich nicht zu erinnern vermögen, nämlich der Uebertritt zweier, ſeither katholiſchen Ortsbür⸗ ger zur vereinigten evangeliſchen Kirche.

Es ſind dieſe beiden Uebergetretenen zugleich zwei im Kreiſe Offenbach geborne Brüder, mit Namen Johannes und Nikolaus Kaufmann, welche früher eine Zeitlang Beichtkinder, des ſeitdem zur evangeliſchen Kirche übergetretenen, ehemaligen ka⸗ tholiſchen Pfarrers Helferich zu Holzhauſen geweſen waren..

Die Baumpflege im Frühjahr.

Unter dieſer Aufſchrift theilt die Zeitſchrift für die landwirthſchaftlichen Pereine im Großherzogthum Heſſen einen beherzigenswer⸗ then Aufſatz des neuen Herausgebers derſelben, Hrn.

½ 107.

Oekonomieraths Zeller, mit, welchen wir unſern Leſern mit dem Wunſche hier vorlegen, daß derſelbe in der Wetterau beherzigt werden möge. D. Red.

Wenn wir in Nachſtehendem nur wohl längſt bekannte Dinge wiederholen, ſo glauben wir doch im Intereſſe des Obſtbaues ſie um ſo weniger uͤber⸗ gehen zu können, als der Zuſtand unſerer Baum⸗ pflanzungen im Allgemeinen noch immer nicht die⸗ jenige ſorgfältige Pflege wahrnehmen läßt, daß eine dießfallſige Mahnung als uͤberflüſſig erſcheinen dürfte.

Zur Pflege der Baumpflanzungen in angegebe⸗ ner Jahreszeit gehört hauptſächlich:

1) die Abnahme aller ſolcher Aeſte, welche zu

nahe an einander ſtehen, die Krone dadurch zu ſehr

verdichten, den Zutritt von Luft und Wärme hin⸗ dern oder ſich ſelbſt durch Reiben beſchädigen; 2) die Entfernung kranker, erfrorner oder trocke⸗

ner Aeſte, indem dadurch nicht ſelten ein Theil des Saftes nutzlos verloren geht, jedenfalls aber das ſchöne

Ausſehen eines ſonſt geſunden Baumes geſtört wird;

desgleichen

3) aller zu tief herab⸗ oder zu weit in die Stra⸗ ßen und Felder überhängender, demnach zu viel Schatten gebender, oder der Paſſage hinderlicher Aeſte; ebenſo

4) der ſogenannten Waſſerſchoſſe, oder derjenigen Triebe, welche aus dem älteren Holze ſenkrecht in die Höhe ſchießen und dem Baume einen Theil der Säfte auf Koſten der eigentlichen Aeſte entziehen⸗ Es wird dabei vorausgeſetzt, daß es nicht Waſſer⸗ ſchoſſe ſind, die zum Erſatz krankhafter Aeſte, alſo zur Verjüngung des Baumes, manchmal auch er. wünſcht ſeyn können.

5) Entfernung aller Wurzelausſchlaͤge, wenn man ſie anders nicht, wie die der Zwetſchgen, zur Fort⸗ pflanzung verwenden will; desgleichen

6) alles Moſes durch Abreiben oder Abwaſchen des Baumes, da es nur Feuchtigkeit anhält, Inſek⸗ ten ꝛc. zum Schlupfwinkel dient; aus demſelben Grunde a

7) Entfernung der abgeſtorbenen Rinde, als überdieß das, für ein lebhaftes Wachsthum ſo noͤ⸗ thige Ausdünſtungs- wie Ausſaugungsvermögen des Baumes nur hemmend. Desgleichen

8) der auf der Kroue ſich etwa findenden Schmarotzerpflanzen, namentlich der Miſtel, da dieſe