Ausgabe 
30.11.1839
 
Einzelbild herunterladen

. ene Grey nen Bürgers Bür f Dur gers und

Aharing Hen, laſſene ehelich

5 dal Sin des geweſenen

Georg Wil⸗ ſeph, geboren Markus Wil⸗ ſeberen den 8.

0

und 20 Tage liches Sohn, . d. M.

nachgelaſſen

* adt geſandten agel.

48.

Intelligenzblatt

für die

berhessen

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die ee Bezirke im Beſonderen.

5

Nikolaus- Abend.

Wer erinnert ſich nicht aus ſeiner Kindheit mit Freuden des Nikolaus-Abends? Wo iſt noch jetzt eine Kinderwelt, in der dieſer Abend nicht eine bedeutende Rolle ſpielt? Hat doch wohl ſelbſt unter den geneigten Leſern ſchon mancher den Nikolaus gemacht und in ſeiner Vermummung den Kindern mit der Ruthe gedroht, den unartigen ſelbſt Eins damit verſetzt, den frommen und braven aber Nüſſe und einen gebackenen Haſen verehrt!

So bekannt nun auch der Nikolaus-Tag überall iſt, ſo mag's doch wohl nicht jedem unſerer Leſer bekannt ſeyn, wie ſich die Sache eigentlich ver haͤlt und wo die Sitte herſtammt, und wir glauben darum nichts Ueberflüſſiges zu thun, wenn wir ihnen ein wenig auf die Spur zu helfen ſuchen, ſo weit es uns möglich iſt.

In unſerer Gegend iſt der Nikolaus der Vor läuſer des Chriſtkindleins. Am Vorabend des ihm geweiheten Tages geht er umher, hat eine gewaltige Ruthe, aber auch eine wohlgefüllte Taſche, kommt in die Häuſer, in welchen ſich Kinder befinden, theilt den unartigen Schläge aus, gibt den braven Nüſſe und Haſen und entfernt ſich dann wieder. Nach den Niederlanden zu iſt der heilige Nilolaus (Sinter Klaas) der eigentliche Beſcheerer. Ihm zu Liebe legt das Kind den Vorabend einen Klaas Klump, d. i. einen kleinen, aus Thon verfertigten Schuh hin und thut auch etwas Heu dabei, damit das Schimmelchen Futter und Muth bekomme. Siehe da, am folgenden Morgen liegt ſtatt deſſen eine

Sonnabend, den 30. November

ͤd.

1839.

reiche Beſcheerung für das Kind da, aber auch eine Ruthe dabei. In Frankreich iſt der Saint Nicolas ebenfalls der Gaben-Beſcheerer; dagegen fällt auf Weihnachten für die Kinder nichts, und gleich wie die Kinderwelt an dieſem Tage ſich eben nicht gluͤck⸗ licher fühlt, als an jedem andern Feiertage, ſo fehlt auch der franzöſiſchen Sprache unſer ſo lieblich klin gendes Wort Chriſtkindchen.

Wie kommt es aber, daß ſich gerade an dieſen Nikolaus dieſe eignen Sitten, das Kinderfeſt knü pfet? Wie unſere Weihnachten ein Kinderfeſt ge worden ſind, das liegt zu nahe, als daß es einer weitläufigen Erklärung bedürfte: die Geburt deſſen, der nie eine Sünde gethan, der der größte Wohl thäter des Menſchengeſchlechtes geweſen, der die Kindlein herzte und drückte, der den Alten erklärte, wenn ſie nicht rein wie dieſe Kinder würden, könn⸗ ten ſie das Gottesreich nicht erlangen, muß für Kinder und kindliche Gemüther der heiligſte Tag ſeyn; hier muß ſich vorzugsweiſe die Liebe der El tern zu ihren Kindern durch Kindesgaben offenbaren. Was will dagegen der Nikolaus?

Die Legende ſagt, der heilige Nikolaus habe ſchon als Kind einen ſolchen inſtinktartigen Hang, Gott zu Ehren zu leben, gehabt, daß er niemals den Mittwoch und den Freitag vor Nacht an ſei ner Amme Milch getrunken. Nachdem er ſein gan⸗ zes Leben hindurch ſich eines frommen Wandels befliſſen, den Dürftigen uͤberall geſpendet, ſich nach Sitte der Zeit viel kaſteiet, Wunder verrichtet, wurde er für einen Heiligen erklärt. Dieſen heili gen Nikolaus nun ernannte man in ſpäterer