Ausgabe 
29.6.1839
 
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blattes und vom 21. Juni 1836 Nr. 27 des gedachten Blattes.

pflichtigen zu bedeuten. Friedberg den 25. Juni 1839.

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Am 9. Auguſt l. J. wird ſodann von den ſämmtlichen Conſcriptionspflichtigen das Loos gezogen und haben ſich die großherzoglichen Bürgermeiſter ꝛc. mit den Conſcriptionspflichtigen präcis 7 Uhr Morgens dahier einzufinden. 5

Im llebrigen verweiſe ich Sie auf mein Ausſchreiben vom 18. Maͤrz 1835 Nr. 21 des Intelligenz

Nach dieſen haben Sie die Militär⸗ Küchler.

Steinfurt.)

Etwa fünfviertel Stunden nordöſtlich von Friedberg liegt in dem Wetterthale, dicht an einer ziemlich ſteilen Anhöhe, auf welcher eine Menge ab⸗ geſchliffener Kieſel die Nähe einer andern Gebirgs⸗ formation beurkunden, das Dorf Steinfurt. Seiner geſchieht urkundlich zuerſt durch eine Schenkung des Königs Konrad I. Erwähnung, die er der Kirche zu Weilburg im Jahr 913(oder 914) machte und die ſein Vorgänger, König Ludwig, einem gewiſſen Piricho gemacht hatte.) Ueber hundert Jahre nachher, und zwar zwiſchen 1048 und 1058, wird Steinfurt wiederum in einer Schenkung genannt, welche das Kloſter Fulda erhielt.) Eine Urkunde von 1271 beweiſ't, daß das alte Dynaſten-Geſchlecht der Münzenberger daſelbſt ſogenannte hörige Leute hatte, die in der Theilung dem Philipp von Falkenſtein zuſtelen.) Noch weit mehr Be⸗ ſitzungen aber hatte ſich Mainz nach und nach daſelbſt zu erwerben geſucht, wie mehrere Urkunden ausweiſen. Im Jahr 1311 verkaufte endlich der Erzbiſchof Peter von Mainz den beiden Brüdern, Rittern Erwin und Giſelbert, genannt Löw, gegen ihre Beſitzuugen zu Selters bei Gießen urkundlich die Hälfte der Gerichtsbarkeit zu Steinfurt als Lehen der Kirche zu Mainz. In einer andern Urkunde von 1312 bezeugen die beiden Brüder, daß ſie die Hälfte der Gerichtsbarkeit und des Gerichtes zu Steinfurt, nebſt der Fiſcherei bis zu der bei Wiſſelsheim gelegenen Mühle, von dem Erzbiſchofe und der Kirche zu Mainz zu Lehen empfangen hätten.)

Die Loͤwe erſchienen urkundlich zuerſt in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts und zwar als

) Wir hatten früher verſprochen, nach und nach die Ge⸗ ſchichte der wetterauiſchen Oerter unſern Leſern zu geben, und auch in den 3 erſten Jahrgängen unſeres Blattes mehrere Beiträge zur Ortsgeſchichte geliefert. Daß es ſeit einiger Zeit ſeltner geſchah, iſt nicht unſere Schuld.

Die Red.

) Wenck heſſ. Landes⸗Geſch. II., 506. Note l.

) Wenck II., 503, Note d. Schmidt heſſ. Geſch. II. 177 wo die Werke, in welchen ſich dieſe Data befinden, ge nannt ſind.

9) Guden. Cod. dipl. II. 180.

5 Guden C. D. III., 67. Hier befindet ſich aber, wie ſchon Schmidt bemerkt, ein Druckfehler, der durch die an⸗ dere Urkunde Seite 79 berichtigt wird.

Burgmannen zu Friedberg. Sie ſcheinen eine Neben⸗ Linie der alten Familie von Cransberg, die ur⸗ ſprünglich Cranichsberg hieß, geweſen zu ſeyn. Dies iſt uns darum wahrſcheinlich, weil 1) die äl⸗ teſten Glieder dieſer Familie denſelben Namen Er- win(Eberwein) führen, der in der Familie der Cransberge ſehr gewöhnlich war(ein Erwin von Cranichsberg war im Jahr 1248 Burggraf zu Friedberg), und 2) die Löwe wie jene Cransberger noch bis auf dieſe Stunde in ihrem Wappen einen Kranich führen. Wie ſollten ſie bei ihrem Namen dazu gekommen ſeyn, wenn nicht auf dieſe Weiſe?

Im Jahre 1249 wird in einer friedberger Ur⸗ kunde zum erſten Mal mit andern Burgmannen zu Friedberg Erwinus Leo genannt.) Derſelbe Name kommt etwas ſpäter in Urkunden von 1263, 1265, 1271, 1280, 1285 u. ſ. w. unter den Burg⸗ mannen zu Friedberg vor). Im Jahr 1250 unter⸗ ſchreibt unter denſelben Burgmannen ein Leo jun. Wer dieſer war, iſt nicht genau zu ermitteln; es ſcheint aber Giſelbert zu ſeyn, der in mehreren andern Urkunden mit ſeinem Bruder Erwin bis zum Jahre 1312 genannt wird. Dieſe beiden ſind die älteſten Glieder der Familie, wovon uns Nach⸗ richten zugekommen. Wir wollen aber hier weiter keine genealogiſchen Nachrichten von derſelben liefern, und bemerken hier nur, daß aus derſelben 5 Burg⸗ grafen zu Friedberg vom 14. bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts hervorgegangen ſind, und daß die Glie der, obgleich Freiherrn, ehemals ſich nie von Löw ſchrieben, weil es nur ein Beiname, nicht der eines Ortes oder ihres Beſitzthums war.

Wann die Familie in den vollſtändigen Beſitz des Dorfes Steinfurt kam, iſt uns nicht bekannt, wohl aber, daß ſie erſt nach der Mitte des 14ten Jahrhunderts ſichLöwe von(und zu) Stein⸗ furt ſchrieben. Erſt im Jahr 1405 wurden die Löwe Ganerben von Staden. Im Jahr 1806 kamen ſie unter die Hoheit von Heſſen, und traten in den Jahren 1822 und 1825 ihre Juſtiz- und Polizei⸗ Gerechtſame von Steinfurt an den Staat ab.

Der Ort hatte ehemals zwei Thore. Ueber dem Eingange war ein Kranich abgebildet. Das Eine

) Guden. C. D. II, 89.

) Guden. C. D. I., 711, II. 144, 180, Wenck urk. II. 194. Ungedr. Urk. Joannis spic I. 318 ete.

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