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holen, muß mich ausbuͤrſten laſſen, und dann ſind — eh man ſich's verſieht— die fünf Uhr da. Jetzt iſt's doch wohl hohe Zeit, ins Wirthshaus zu gehen, ſein Schoͤppchen Aepfelwein zu trinken und zu hören, was es Neues gibt. O, es iſt gar gut in ſo einem Wirthshaus; man kann da immer hören, und braucht nichts zu ſprechen. Wozu iſt auch das ewige Re⸗ den? Man merkt's all' den Leuten an, daß ſie nicht viel Verſtand haben, wenn ſie ſo immer fort ſchwatzen. Wo bleibt denn die Zeit zum Denken und zum Verdauen des Gedachten?— Kommt dann nachgerade die Nachteſſenszeit, ſo ſchlendre ich ganz behaglich nach Hauſe und eſſe in aller Ruhe mein Abendbrod.— Und eh ich noch ganz beendigt habe, kommt mir das Gähnen ſchon ſo ſtark, daß ich kaum meine Gabel in der Hand zu halten vermag. Es iſt aber dann auch Zeit, daß ich mich nach mei⸗ ner Ruheſtätte begebe, wonach ich mich ſchon ſeit einer halben Stunde geſehnt hatte. Dieſes Bett iſt doch— nach dem Eſſen— eine der ſchoͤnſten und herrlichſten Gaben Gottes, und ich gehe auch nie ohne dankbare, innige Rührung und ohne eine gewiſſe Sehnſucht zu ihm, daran vorbei. Der Herr Langſalm wünſchte ſich, wenn er die Wahl hätte, lieber ein Ofen zu ſeyn, als ein Tiſch, weil dieſer dann und wann gerückt wird, jener aber immer ruhig auf ſeinem Platze ſtehen kann. Ich für meinen Theil hege ſo einen tragen und thörichten Wunſch nicht; ich möchte lieber ein Menſch bleiben, recht lange leben und die Hälfte meines Lebens eſſen, die andere Hälfte aber ruhen im lieben Bettchen. Der einzige Uebelſtand wäre dabei allenfalls der, daß man ſich doch gar nicht einmal unter Bekannten im Wirthshauſe umſehen und nichts Neues hören könnte. Dennoch wuͤnſch' ich mir ſo ein Leben, und verwünſche manchmal meine jetzigen Verhält— niſſe, die mich faſt den ganzen Tag nicht zu mir ſelbſt, das heißt, zur Ruhe kommen laſſen. Wenn die Leute, die mir zuweilen recht hämiſch„ſo fleißig?“ zurufen, nur wüßten, was den Tag durch all auf mir liegt, ſie würden dieſe ſarkaſtiſche Rede gewiß an mich nicht mehr ſtellen, ſondern mich bedauern, daß mein Daſeyn ſo weit hinter meinen Wünſchen iſt.
Aber, mein Gott, es iſt hohe Zeit, daß ich jetzt mich zur„goldnen Sonne“ begebe, mein Schöpp⸗ chen zu trinken. Das iſt ein weiter und ein ſaurer
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Weg; o, wär's doch nur ſchon Nachteſſens⸗ oder Schlafenszeit!“ Nun, wir wollen unſern Mann in ſeinen Ge—
ſchäften nicht weiter ſtören, und wünſchen ihm ge,
ſegnete Abendmahlzeit und angenehme Ruhe; er hat ja des Tages Laſt und Hitze getragen.
Nachtrag zum Aufſatz„Hexenprozeß“ in Nro. 22 dieſes Blattes.
Der Herr Redacteur d. Bl. hat in der Note zu dem oben genannten Aufſatze verbeſſernd bemerkt, daß vor 2 bis 3 Jahrhunderten in Deutſchland das (vermeintliche) Verbrechen der Zauberei nicht beſtraft worden ſey. Inzwiſchen kann ſich der Einſender jenes Aufſatzes von der Richtigkeit dieſer Anſicht des Herrn Redacteurs nicht uͤberzeugen und er er— laubt ſich daher, zu ſeiner Rechtfertigung Nachſte— hendes zu bemerken. 8
Daß das römiſche und canoniſche Recht ein Ver⸗ brechen der Zauberei kennen und mit Strafen be— drohen, wird von Niemand bezweifelt werden, wenn er die const. 5 Coel. de malif.(9, 18) und der c. 12. caus. 26 qu. 5 ſowie der c. 15 caus. 26 qu. 7 kennt. Iſt dieß aber richtig, ſo muß auch angenommen werden, daß die Zauberei auch in Deutſchland ſchon vor 5(und nicht erſt vor 3) Jahrhunderten beſtraft worden ſey. Denn bekannt— lich wurden das römiſche und das canoniſche Recht ſchon zu Anfang des 13ten Jahrhunderts, wenigſtens als Gewohnheitsrecht in Deutſchland herrſchend.
Doch man kann auch hiervon abſehen, fehlt es doch auch nicht an älteren deutſchrechtlichen Beſtim⸗ mungen über die Strafen der Zauberei. Unter an⸗ deren enthält z. B. das Saͤchſiſche Landrecht(der erſte Theil des Sachſenſpiegels) derartige Beſtimmun⸗ gen im 2ten Buch, Art. 13, daß deßhalb die Zau⸗ berei auch ſchon vor 2 und 3 Jahrhunderten in Deutſchland beſtraft worden ſeyn müſſe, leuchtet ſonach von ſelbſt ein. Denn der Sachſenſpiegel wurde 1215 verfaßt und enthält bekanntlich eine Sammlung von alten deutſchrechtlichen Normen, die vor dem Jahre 1215 ſchon beſtanden haben.
(Ech. Z u ſ a tz. Wir ſind damit vollkommen einverſtanden, und
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