Ausgabe 
25.5.1839
 
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Vor allen Dingen, mußte der Deputation die Be antwortung der ſeit einem Jahrhundert vielfach aufgeworfenen Frage), ob nicht die häusliche als natürliche Erziehung und Bildung dieſer künſtlichen Bildung in Waiſenhäuſern vorzuziehen ſey, ſo wie die gemachten Erfahrungen ein Reſultat liefern, das eben für die bisherige Einrichtung des Wai ſenhauſes nicht ſehr günſtig ausfiel.

Die Waiſenhaus-Deputation machte in einer beſondernNachricht, die viele Umſicht und viel ſeitige Kenntniß des Gegenſtandes verräth, dem Publikum bekannt, daß eine zeitgemüße Aenderung von nöthen ſey, die Kinder künftig nicht mehr klö ſterlich erzogen, ſondern einer häuslichen Bildung theilhaftig werden ſollten. Man ſieht zugleich dar⸗ aus, daß man auch die Nachtheile, welche kom men konnten, ſich nicht verhehlt hatte. In der Regel ſollten die Waiſenkinder gegen eine Verguͤ tung beirechtſchaffenen Pflegeeltern, vorzugsweiſe kinderloſen Eheleuten, nahen Verwandten, Taufpa then ꝛe. im Ort der Geburt untergebracht werden und nur diejenigen im Waiſenhauſe bleiben, für welche man keine Pflegeeltern finden könne. Zu Pflegeeltern ſollten keine ganz unbemittelte Leute ge wählt werden; Wittwen könnten zwar Mädchen, Wittwer aber keine Waiſen annehmen. Alle in Familien untergebrachte Waiſen ſollten unter der ſpeziellen Aufſicht der Ortsgeiſtlichen und Bürger meiſter geſtellt und darüber beſondere Inſtruktionen verfertigt werden.

Als ein Jahr nachher öffentliche Rechnung ab gelegt wurde, ergab ſich, daß die Zahl der Waiſen kinder aus den beiden Provinzen diſſeits Rheins (Rheinheſſen behielt ſeine Waiſen-Anſtalt) nur um 53 zugenommen hatte, daß von allen 151 Kinder bei Pflegeeltern erzogen, 23 im Waiſenhauſe zu Darmſtadt gebildet wurden. Man ſieht, daß die Anſtalt noch nicht ſo ſehr des allgemeinen Vertrau ens ſich erfreute, als ſie es verdiente und ſpäter erhielt, wie wir oben zu unſerer Freude bemerkt haben. Die Verpflegung im Waiſenhauſe ſelbſt dau

19 In der allg. Schulzeitung von dieſem Jahr haben wir von einem hierin ſehr competenten Manne, Hrn. Dr. Schä fer zu Frankfurt, eine gründliche Zuſammenſtellung der verſchiedenen Anſichten hierüber gefunden, die wir denen

1 empfehlen, welchen dieſer hochwichtige Gegenſtand von

Intereſſe iſt.

erte nur noch einige Jahre; dann hörte ſie ganz auf, und im Jahr 1832 wurde das Haus ſelbſt proviſoriſch dem Gymnaſium überlaſſen. Am Ende des Jahrs 1830 belief ſich die Zahl der Waiſen bereits auf 557, Ende 1832 auf 664, Ende 1835 auf 757 und Ende 1836 auf 959 Individuen.

Wir erlauben uns hier noch einiger Bemerkun gen; denn es können in dieſer für die Menſchheit ſo hochwichtigen Angelegenheit die Akten nie fur geſchloſſen erklärt werden.

Wer die verſchiedenen Nachrichten über die Wai ſenhäuſer uberhaupt mit Aufmerkſamkeit geleſen, der wird ſich überzeugt haben, daß ſolche Anſtalten, wenn ſie gehörigen Fond haben, gut verwaltet wer den und vor Allem, wenn die Vorgeſetzten tüchtige Menſchen ſind, viel Segen bringen. Auf der andern Seite iſt nicht zu läͤugnen, daß die häusliche Erzie hung die naturgemäßeſte iſt. Aber und hier iſt der faule Fleck fuͤr die Waiſen ſie kann nur auf innige Liebe der Eltern gegründet ſeyn, und gar zu leicht trifft es ſich, daß Leute blos aus Liebe zu gewiſſen Vortheilchen, die ſie zu erlangen hoffen, arme Waiſen annehmen, nicht aus Liebe zu den unglücklichen Kindern ſelbſt. Da müſſen denn die armen Geſchöpfe die Laſtträger werden, und verdienen helfen; aber der Lohn dafür, die Herz⸗ lichkeit von Seiten der Eltern, geht ihnen ab, und nicht ſelten geſchieht's, daß, wenn andere Kinder die Schule beſuchen dürfen, ſie zu Hauſe gehalten und zu überſchwerer Arbeit gezwungen werden. Thätig ſeyn lernen ſie in ſolchen Fällen, das iſt nicht zu läugnen, aber die Würze fehlt dabei, und darum nagt der Kummer an ſolchen Geſchöpfen in den Jah ren, welche ſonſt die roſigen genannt werden. Das muß wohl ſo kommen. Unvermögende Pflege eltern würden auch unmöglich ſolche Kinder um ein ſo geringes Koſtgeld annehmen, wenn ſie ſich nicht Erſatz durch Hülfe derſelben zu verſchaffen hofften. Wir wünſchten darum, daß vor allen Dingen dafür geſorgt würde, den Pflegeeltern das Koſtgeld ſo zu erhöhen, damit ſie durch Aufnahme der Waiſen oko nomiſch keinen Nachtheil haben.

Kenner werden dieſen Vorſchlag belächeln und fragen: woher ſoll die Anſtalt einen neuen Fond von vielleicht zehn tauſend Gulden und mehr nehmen? Wir antworten, daß dafür der Staat zu ſorgen habe, dem die Bildung der Waiſen am Herzen lie