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Die Waiſenanſtalt des Landes.
Die 34te Nummer des großh. heſſ. Regierungs⸗ blattes enthält u. A. eine Ueberſicht der Rechnung der Waiſenanſtalt des Landes vom Jahr 1837. Man erſieht daraus, daß dieſer Anſtalt außer ihren ge— wöhnlichen Einnahmen die jährliche Summe von mehr als 24 tauſend Gulden wegen ihrer Aus— dehnung auf das geſammte Großherzogthum zu Theil wird, daß aber auch für Erziehung der Waiſen mehr als 36 tauſend Gulden verausgabt wurden. Allerdings eine ſehr bedeutende Summe, aber doch nicht hinreichend um die ſämmtlichen Waiſen, deren Zahl ſich am Schluſſe des Jahres auf Eintauſend
und drei beläuft, ſo, wie wir wünſchten, zu erzie⸗
hen und zu verpflegen. Ehe wir indeſſen hierüber unſere Meinung zu äußern uns erlauben, wollen wir den Leſern unſers Blattes einige hiſtoriſche Nachrichten über dieſe ſo wichtige und wohlthaͤtige Anſtalt hier mittheilen, wie wir ſie zum Theil in einem Aufſatze des Adreßkalenders von 1780 finden, der aber ſchwerlich in ſehr vielen Händen ſeyn mag, zum Theil aus Verordnungen, Jahres— Rechnungen ꝛc. ꝛc. geſchöpft haben.
Eine große Theuerung, welche im Jahr 1694 herrſchte, gab die erſte Veranlaſſung zu einer Anſtalt, deren Zweck war, ſich verlaſſener, armer und eltern— loſer Kinder anzunehmen. Man ſammelte dazu Bei— träge in und außer dem Lande, und war ſo glücklich, eine Summe von etwa 5 tauſend Gulden zuſammen zu bringen. Die Waiſen wurden zuerſt kurzer Hand zu einzelnen Perſonen in Darmſtadt, auf de— ren Sorgfalt man bauen zu können glaubte, gegen ein gewiſſes Koſtgeld, in Verpflegung gegeben.
Dies dauerte jedoch nur bis zum Jahr 1698, wo man den ſogenannten Schultheißen-Bau in der langen Gaſſe von der Stadt Darmſtadt zu dem Endzwecke kaufte, die Waiſen hier beiſammen zu erziehen und unterrichten zu laſſen. Die Bürgerſchaft war gefällig genug, die Hälfte des Kaufſchillings jedoch gegen gewiſſe Bedingungen zu erlaſſen. Ob nun gleich von der Zeit die Anſtalt ſich nicht nur meh— rerer landesherrlicher Begünſtigungen, ſondern auch mancher Geſchenke und einiger Vermächtniſſe erfreute, ſo fand man doch im Jahr 1730, da man die erſte Hauptrechnung aufſtellte, daß ſich das Vermögen der Anſtalt nur noch auf 2000 Gulden belief; ſo weit war es durch Mangel an Ordnung im Haushalte,
verkehrte Projekte und untreue Aufſeher herabgekom⸗ men. Nun ſuchte man durch geordnetes Rechnungs⸗ weſen, neue Huͤlfsquellen, beſonders durch ſpecielle Unterſtützung des Landesfürſten, der Anſtalt wieder aufzuhelfen. Als die bisherige Wohnung nicht mehr hinreichte, wurde vor dem Beſſunger Thore eine Stelle zu einem neuen Waiſenhauſe angekauft. Der Bau begann 1745, wurde im J. 1750 bezogen, war aber erſt 1755 ganz vollendet, und koſtete die Summe von 23 tauſend Gulden. Hier blieb die Anſtalt, die unter einer beſondern„Waiſenhaus— Deputation“ ſtand, bis zum Jahr 1825. Die ſpe⸗ ciellen Geſchäfte beſorgte ein Waiſenhaus-Verwal— ter, ein Spinnmeiſter, eine Waiſenhaus- Mutter,
eine Nätherinn und eine Wartfrau. Der Unterricht
wurde von einem beſonderen Lehrer ertheilt, und Sonntags hielt einer der Geiſtlichen, der„Waiſen— haus-Prediger“ war, den beſonderen Gottesdienſt in der Anſtalt. Sie erſtreckte ſich aber bis dahin nur auf die alt⸗heſſiſchen Lande, und die Kinder waren nicht eher aufnahmsfähig, als bis ſie das ſie— bente Jahr erreicht hatten.— Durch höchſte Ver— ordnung vom 5. Aug. 1824 wurde beſtimmt, daß die Anſtalt für alle Landestheile, inſoferne ſie nicht beſondere Waiſenanſtalten beſitzen,„eine all ge⸗ meine Waiſen-Verſorgungs-Anſtalt“ ſeyn, daß aber auch alle Landestheile nach Kräften ſie unterſtützen ſollten. Demgemäß ſollten 1) nach den Beſtimmungen von 1712 und 1819 an jedem Neujahrs- und Palmſonntage für ſie in den Kir— chen Kollekten erhoben, 2) nach der Verordnung von 1745 bei Hochzeiten und Kindtaufen Gaben geſam— melt, 3) nach der Verordnung von 1699 an öffent— lichen Orten, Poſt- und Wirthshäuſern und 4) nach derſelben in den Amtsſtuben Büchſen für milde Ga— ben aufgehängt werden. Nun begann für die Anſtalt eine neue Aera.
Es ſollten nun die Kinder nicht erſt vom 7ten Jahre an, ſondern ſobald ſie Waiſen geworden, und zwar aus dem ganzen Großherzogthume eine Aufnahme finden. Das war in den Räumen, welche bisher benutzt wurden, unmöglich; die bis jetzt da— mit verbundene Oekonomie hatte bei einer Anzahl von etwa 140 Kindern ebenfalls eine außerordent⸗ liche Laſt verurſacht und wenig Vortheil gebracht; bei einer nothwendigen Erweiterung mußte die Laſt ſteigen, der Vortheil noch geringer ſich herausſtellen.
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