Ausgabe 
21.12.1839
 
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wurde, hier nicht wiederholen, ſondern unſere Leſer nur auf zwei Römerſtätten aufmerkſam machen, von denen noch nichts öffentlich mitgetheilt wurde.

I. Wenn man auf dem Fahrwege von Klein⸗ karben nach Ka ichen durch den Burgwald ge langt iſt, findet man etliche hundert Schritte von dieſem Walde, in der Abdachung nach Büdesheim hin eine Gegend, welche die Heide heißt, und jetzt zwar angebaut iſt, aber vor nicht gar langen Jah⸗ ren noch Wald war. Herr Hofrath Schatzmann zu Darmſtadt, welcher vor mehr als 30 Jahren dieſe Gegend beſuchte, als der Pflug ſie noch nicht berührt hatte, fand hier ein Viereck von etwa 6 ½ Morgen, deſſen Umfang durch Graben und Mauerwerk bezeich⸗ net wurde; inwendig zeigte ſich ihm u, A. eine vier⸗ eckige Mauer, 7 Ruthen 5 Fuß lang, 5 R. 4 F. breit mit einer Vertiefung von 2 Ruthen ꝛc. Als ich im Herbſte 1836 dieſe Gegend näher unterſuchte, fand ich ſie bereits ganz urbar gemacht, entdeckte aber nichts deſto weniger ſogleich auf der Oberfläche die Spuren eines gewaltigen Brandes, indem der Boden röthlich und mit einer Menge kleiner Koh⸗ len untermiſcht war. Außer dieſem zeigten ſich ſehr viele Bruchſteine, zum Theil noch mit Mörtel ver ſehen; Beweiſes genug, daß einſt hier Gebäude ge⸗ ſtanden hatten, die vom Feuer verzehrt wurden. Als ich mich weiter umſah, entdeckte ich unter den Stein⸗ haufen, welche die Landleute auf den Aeckern geſam⸗ melt hatten, mehrere gebrannte Steine, deren Form es außer Zweifel ſetzte, daß ſie römiſchen Urſprunges ſind; ja, was noch auffallender iſt, auf den Aeckern zerſtreut lagen eine Menge kleiner Stücke ehemaliger Gefäße von ſogenannter terra sigillata, und deut⸗ lich waren auf mehreren derſelben die Verzierungen ſichtbar, welche ſich auf römiſchen Gefäßen gewöhn⸗ lich finden.

So wäre denn hier wieder eine Römerſtätte zu ſuchen. Eine genauere Nachforſchung, wie groß ihr Umfang geweſen, müͤſſen wir ſpaͤteren Unterſuchungen überlaſſen; ſie mögen beſtätigen, ob derſelbe mit den Angaben übereinſtimmt, welche mir Herr Hofrath Schatzmann mittheilte. Eben ſo bleibt noch aus den Flurbüchern zu erhärten, ob, wie er verſichert, wirklich die Stätte den Namendie alte Burg fuͤhrt.

II. Längſt war mir mitgetheilt worden, daß jen⸗ ſeits des oſſenheimer Wäldchens ein Platz ſey,

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welcher ebenfalls den Namenalte Burg führe. Welche Bewandniß es damit habe, wurde mir end⸗ lich klar. Als nämlich im Sommer des Jahres 1837 die neue Kunſtſtraſe von Aſſenheim nach dem naſſauiſchen Orte Dornaſſenheim angelegt wurde, fanden die Arbeiter ungefähr in der Mitte zwiſchen beiden Orten unter der Erde ſehr ſtarke Fundamentmauern, außerdem alte Nägel und andere Ueberreſte von alten Gebäuden. Nachdem ich von Herrn Kreisbaumeiſter Holzapfel hiervon benach richtigt wurde, begab ich mich an die Stelle. Sie liegt zwiſchen dem oſſenheimer Wäldchen und Nieder⸗ florſtadt, etwa tauſend Schritte von jenem und gute ſechs hundert Schritte öſtlich von derhohen Straſe die, in einer Entfernung von nicht ganz 400 Schrit⸗ ten von genanntem Wäldchen, zwei ſtarke Winkel bildet. Auf die Erkundigungen, welche ich weiter einzog, wurde mir beſtimmt angegeben, dieſer Platz heiße in den Flurbüchern wirklichAlteburg, ge⸗ höre zum Gebiete von Wickſtadt und bilde ein abgeſondertes Gelände von etwa hundert Morgen.

Da, wo die neue Kunſtſtraſe das Feld durch⸗ ſchneidet, waren neben den Mauerreſten ſehr viele größere und kleinere Stücke von gebrannten Stei nen zu Tage gekommen, die von den unſeren ganz verſchieden und denjenigen vollkommen ähnlich ſind, welche Joſeph Fuchs im erſten Theile ſeiner Geſchichte von Mainz auf der 16ten und 20ſten Tafel hat abbilden laſſen, und wie ſie über haupt an all den Stellen ſich finden, wo römiſche Niederlaſſungen waren, unter Andern auch im Jahr 1835 in der Burg zu Friedberg mehrere Fuß unter dem Boden bei Anlegung des neuen Straſenpflaſters ausgegraben wurden. Außer dieſen habe ich in der Nähe des Mauerwerks die Reſte eines ſehr großen Gefäßes von gewöhnlichem Thon, und endlich auf dem Felde zerſtreut ſehr viele Stückchen von römi ſchen Gefäßen aus terra sigillata gefunden.

Aus allem Dieſem ergibt ſich, daß auch hier un⸗ bezweifelt eine Römerſtätte zu ſuchen ſey. Allein hier wie dort werden noch genauere Nachforſchungen angeſtellt werden müſſen, um zu erfahren, wie die Gränzen derſelben geweſen, welcherlei Gebäude hier geſtandeu haben. Die Fundamente derſelben ſind ſicherlich noch unter der Erde zu entdecken. Bedeu⸗ tende Kunſtſchätze wird man zwar weder hier noch dort finden; allenfalls könnten einige roͤmiſche Mun;

Spuren lienet den Trümme bauden d dann un Nord⸗ It um ſch Lande; O des diſchen! auf den bauden