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berhessen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Sonnabend, den 17. Auguſt
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1339.
Friedberg den 15. Auguſt.
Der geſtrige Abend brachte den Muſikfreunden Friedbergs ein Feſt, das gewiß auf längere Zeit ihrer Phantaſie wohlthaͤtig Nahrung geben wird. Es war ein Muſikfeſt— freilich nicht in dem Sinne, wie ſie jetzt Mode ſind, wo Hunderte, ja wohl Tauſende von fernher zuſammenkommen und zuſam— menwirken zu einem mächtigen Ganzen. Aber es war die wahre Kunſt, die uns beſuchte, die wahre Kunſt, die jetzt uͤberall ſo ſelten iſt und uns auf dem Lande noch viel ſeltener zu Theil wird. Die Herrn Altfuldiſch, Bickel, Reitz, Stautz und Haller, Mitglieder der großh. Hofkapelle zu Darm— ſtadt, welche ſchon längere Zeit ein Quintett von Blas⸗ inſtrumenten bilden, und auch ſchon in Darmſtadt öfters mit großem Beifall gehört wurden, gaben uns, unter Mitwirkung des Herrn Seminarlehrers Thurn, einiger Candidaten des hieſigen Prediger— Seminariums und einer Anzahl Zöglinge des Schul— lehrer⸗Seminariums, ſo wie unſeres Herrn Fritſch mit ſeinen Söhnen, ein Concert, welches durch alle ſeine Theile die Hörer entzückte. Schon der eigne Reitz in dem Zuſammenwirken dieſer Blasinſtrumente, Flöte, Oboe, Clarinette, Horn und Fagotte, deren jedes ſeinen beſonderen Charakter ſo ſchön zum Gan⸗ zen bringt, erfreut und befriedigt in hohem Grade das Ohr und dringt zum Herzen; man möchte es einem Geſpräch verſchiedenartig organiſirter Weſen vergleichen, die ihre, oft ſelbſt entgegengeſetzten, Ge⸗ fuͤhle zu ſchöner Harmonie zu vereinigen ſtreben. Die Virtuoſität aber, mit der jedes geſpielt wurde,
und die Präciſion des Zuſammenwirkens, die Sicher— heit im Vortrage, der ſeines Erfolges in jedem Augenblicke gewiß iſt— und in jeden Gedanken des Tonſtückes, in jede feinſte Schattirung deſſelben mit Leichtigkeit eingeht, erregt bei dem Fühlenden nicht blos Bewunderung, ſondern ergreift und beherrſcht ſeine Seele mit ſanfter Gewalt. Aber dieſe Kunſt hatte ſich zur Darſtellung auch Objecte gewählt, die ihrer würdig waren. Sie wurde nicht, wie leider jetzt häufig zu beklagen iſt, an leere Tiraden verſchwendet, wie ſie von der oberflächlichen Finger— fertigkeit der neueren Componiſten in Menge pro— duzirt werden; ſie gab uns eine tief empfindende edle Seele, die uns Friedberger doppelt ſtark zu ſich hinzog, da ſie uns ſchon bekannt und befreun— det war. Die meiſten Stücke, welche vorgetragen wurden, waren nämlich aus Quintetten von einem wahren Künſtler, den wir ſo lange mit Freude unter uns wirken ſahen und deſſen Entfernung uns immer noch ſchmerzt, dem Herrn Müller, früher Lehrer am hieſigen Schullehrer-Seminar, ſeit einem halben Jahr aber Pfarrer in dem benachbarten Staden; und aus ihrem Melodienreichthum ſprach ganz die Tiefe und Innigkeit, welche ſeinen Com—⸗ poſitionen überall die Herzen gewinnt. Auch die übrigen Herrn, welche den Abend verſchönern hal— fen, ärndteten für ihre ausgezeichneten Leiſtungen ohne Ausnahme, und oft ſtürmiſchen Beifall, und die zahlreiche Verſammlung, welche den Saal er⸗ fuͤllte, trennte ſich in hoher Befriedigung.


