Ausgabe 
13.7.1839
 
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e Tochter, a, gebortz Eleonong Valentin, Mathilde scar Con⸗ liſabetha, Anna Ka⸗ beter Catl, , geboren Chriſtian eboren den

Juni.

chelichet 7 Monat ins Petr 16. Jun.

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für die

1 berhessen

im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke it im n Beſonderen.

* 23.

Sonnabend, den 13. Juli

1339

Wetterauer Carmen eroticum,) das iſt: Owetläidſch e vom Bräuem fürſch Annliſi.

Schloff wuhl, ſchloff wuhl, main läiber Schatz! Gunn Noacht! ſchloff wuhl! gunn Noacht! 'S hott ſaich Alles, Houn eann Spatz, Schunnd lang eanns Beatt gemoacht.

Cann Alles ſchläft, nuhrts aich noach naͤit, Aich komme noach ße gihn,

Eann ſinge Dre Schealmelaͤid, De ſollſt emolli ſihn!

Oach Annliſi, läib Engelche! Schloff wuhl, deack Daich hibſch zou! Die Engelcher eamm Himmelche Sain ſchihner näit as Dou.

Eann trahmſt De hibſch, ſu denk' ohn maich! Aich ſain Dr joa ſu gout;

Imm Daich, läib Annliſt, imm Daich Geaw aich Dr Gout eann Blout.

Wäi gleatzern Dr näit all di Stern', Daͤi ohn dm Himmel ſtihn;

Säi hunn Däich ahch, läib Herzi, gern, Drimm gleatzern ſe ſu ſchihn.

Eann wäi der Muhnd ſu, läiblich eaß! Woas ſoll mer näit geſahn?

Mir eaß, as kräit aich dauſig Keaß Grogreann von Dir minnean.

Joa, Annlis, ſai Dou nuhrts main Braut, Woas ſainn aich do e Kerl!

Gahn maich eaß do ganz Frammfert naut, Dou beaſt main Kruhnn, main Perl!

Dann aich hunn Daich goar mächtig läib, Dou beaſt main anzig Frahd

Oach nahn, ohn Daich kimmt joa kahn Daͤib, Cann dout Dr naut ße Lahd.

9 Die Mundart iſt die öſtlich um Friedberg geſprochene. Zu merken iſt übrigens, daß in dem Liede das n an dem Schluſſe der Sylben und Wörter, wo man es rein, wie im Hochdeutſchen, hört, verdoppelt iſt, und daß oa und ea wie Ein Laut und nicht getrennt geſprochen werden müſſen.

Ohn mir mußt De Dain Borſch geſpürn,

Kahn Ahg doun aich Dr zou; Dann wann Dr eabbes deht baſſirn,

Do härr aich goar kahn Rouh.

Eann moarje freuh, wann's väier läut, Groar uff de Gloackeſchloak, Do breang aich Dr meat greun Gekräut Eann Strauß zomm goure Doak.

Eann lahf' Or ohn Dain Beattche hin Su ſchwinn as wäi e Gaul, Eann ſahn: Wäi beaſt De doach ſu ſchihn! Cann geawe Dre Maul.

Do wachſt De uff Woas ſicht mr do e Proacht! Catz ſain aich meatt dm Laid om Eann; Eatz Annliſi gunn Noacht!

Ihr läiwe Keann,

Der große Unbekannte.)

Es war, glaub' ich, im Jahre 1788, da erſchien zu Offenbach am Main ein vornehmer Herr, der nahm mit ſeinem zahlreichen Gefolge ſeinen Wohn ſitz in dem fürſtlichen Hauſe daſelbſt. Was er dort trieb, konnte man nicht erfahren, denn außer ſeinen Leuten hatte Niemand Zutritt zu ihm; er hatte eine Leibwache von ſiebenzig Mann; zwei derſelben, koſt bar gekleidete bewaffnete Leute, ſtanden am Ein gange des Hauſes. Wenn er aber ausfuhr, ſo um gaben den reichgezierten Wagen, in welchem er ſaß, ein Dutzend Uhlanen, die waren grün und roth ge kleidet und trugen große Piken. Andere Männer in reicher polniſcher Kleidung folgten dem Wagen nach. An einem beſtimmten Platze auf dem Felde wurde Halt gemacht, und dann verrichtete er unter freiem Himmel ſein Gebet. Niemand durfte ihn

*) Nachrichten hierüber finden ſich in Hebers Geſch. der Stadt Offenbach, einem Werke, das wir ſonſt unſern Leſern nicht gerne empfehlen möchten. Die Red.