Ausgabe 
12.10.1839
 
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0 8 288 N 0 125 10 2 Die Bezirksbotenſtelle vom II. Bezirk iſt dem Ortsbürger Heinrich Hagemann z

Widerruf übertragen worden. 5

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Die betreffenden großh. Bürgermeiſter haben vom 1. Okt. d. J. an den büdgetmäßigen Gehalt an

denſelben auszahlen zu laſſen. Friedberg den 8. Okt. 1839.

Der großh. heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg

K üßſche leer. a

Nidda.

Am 30. September feierte eine große Anzahl von Geiſtlichen und Lehrern ihrem bisherigen De kane, Herrn Kolb, zu Ehren ein ſchönes Feſt. Daß unſere Leſer von derſelben keine weitere Beſchreibung erhalten, daran iſt die Beſcheidenheit des würdigen

Mannes, dem zu Ehren es gegeben wurde, und die

zarte Rückſicht der Männer, welche demſelben bei wohnten, die Urſache. ö

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In der Nacht vom 27. auf den 28. September brannte zu Langenhain eine Scheune ab, und mit ihr wurden die darin eingeſammelten Feldfrüchte ein Raub der Flamme. Dieſes Ereignißz wird darum merkwürdig, weil das nun, ſo viel uns bekannt, das vierte Mal in einem Zeitraum von wenigen Jah⸗ ren iſt, daß dieſes Gebäude faſt jedesmal um die⸗ ſelbe Zeit abbrannte. Iſt das Zufall oder Abſicht? Und wenn letzteres, gibt es kein Mittel, den Ur⸗ heber eines ſolchen furchtbaren Freveis an den Tag zu bringen?

Beg eu ſßeun gen.

Das Thier geht in der Regel vor Seinesgleichen theilnahmslos vorüber; manche ſogar, wie der Hund, dulden nicht leicht andere in ihrer Nähe und be⸗ handeln ſie feindlich. Der Menſch äber, ein geiſti ges Weſen und geſchaffen in Gemeinſchaft zu leben, fühlt wenigſtens zu dem Mitmenſchen, den er kennt, ſich hingezogenz er ſucht ſeine Achtung, ſeine Neigung gegen den Vorübergehenden durch irgend ein Zeichen zu offenbaren. Wie dieſes geſchieht, iſt freilich nach Zeiten und Völkern mehr oder weniger verſchieden; doch kommen die Gebildeten faſt aller Nationen einan⸗ der hierin ſehr nahe. Sie erkundigen ſich nach dem Befinden deſſen, der ihnen begegnet; ſie wünſchen ihm einen guten Morgen, einen guten Tag oder einen guten Abend u. dgl. m. Andere geben andere Zeichen der Achtung oder Ehrerbietung, indem ſie entweder die Kopfbedeckung abthun oder daran grei fen oder mit dem Kopfe ſich bücken.

Wir wollen hier ſonderbarer Gebräuche nicht erwähnen, deren ſich manche fremde Völker bedienen, wie z. B., daß die Bewohner der marianniſchen Inſeln ihre Hand auf den Unterleib deſſen legen, dem ſie ihre Achtung bezeigen, die Lappländer, wenn ſie ſich begegnen, ihre Naſen wider einander drücken, die Bewohner einer der philippiniſchen Inſeln die

Hand deſſen, mit dem ſie zuſammen kommen, nehmen und ſich damit das Geſicht reiben, die Chineſen beide Hände emporheben und dann zur Erde herab ſenken, oder, daß die Bergleute ſich ihrGlück auf zurufen, weil ſie wirklich in ihren dunkeln Schachten des Glückes bedürfen, um wieder zu Tag zu kommen ꝛc., ſondern hier nur von einigen ungewöhnlichen Begrüßungsarten reden, welche man hier und da in dem Großherzogthume Heſſen findet.

An den romantiſchen Ufern, welche der Neckar beſpühlt, hat man nur zwei Tageszeiten, nämlich den Morgen und den Abend; eben darum wünſcht man ſich Vormittags bis etwa um eilf Uhr einen guten Morgen. Begegnet man ſich aber ſpäter, ſo ſagt man ſich einenguten Abend und es kommt dem, der einen ſolchen Gruß des Mittags um zwölf Uhr hört, etwas ſonderbar vor, daß man da ſchon von dem Abend ſpricht.

In einigen Orten der Umgegend von Mainz ſo wie der Wetterau pflegt man ſich nicht einen guten Tag ſondern einegute Zeit zuzurufen. Wieder an andern Orten, vorzüglich katholiſchen in

der Maingegend, iſt der freundliche ZurufGelobt

ſey Jeſus Chriſtus ſehr gebräuchlich, und dieſer wird dann mit den Worten erwidert:In Ewigkeit Amen!

Auf dem Lande hört man oft, daß den Arbeiten den zugerufen wird:So fleißig? Sie geben dann in der Regel die Antwort:Ein Bischen oder Als gemach. Statt des Letzteren wird in der Wetterau häufig geantwortet:Met Roath. Oder man ruft auch wohl dem Arbeitenden zu:Helf Gott! und er antwortet darauf:Schön'n Dank!

Man pflegt auch manchmal des Morgens theil nehmend zu fragen:Zu Morgen gegeſſen? des Mittags:Zu Mittag gegeſſen? ꝛc.

Was uns aber von allen Begrüßungen, beſon⸗ ders Morgen-Begrüßungen, am wenigſten gefallen, ja, wir möchten ſagen, immer angeekelt hat, war die Frage, die man in mehreren Theilen der Wet⸗ terau, vorzüglich nach dem Vogelsberge hin, des Morgens ſich zuzurufen pflegt:Iſt der Branntwein getrunken? Man ſieht dieſer Frage an der Stirne an, daß der leidigeblaue Zwirn, der ſo viele Menſchen um ihren Verſtand, um ihre Geſund heit und um ihr Vermögen bringt, zum ganz gewöhn lichen Morgentranke gehört, ohne welchen man noch alsnüchtern erſcheint. 1 1 1D a Jh

Schreiber dieſes, dem die Wetterau mit ihren Bewohnern lieb und theuer iſt, befand ſich einſt bei

pag. 22. M

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