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h d. K. f.
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Vberhessen
im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Sonnabend, den 9. November
Amtlicher Theil.
Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.
Betreffend: Das Hauſit en an den Tagen vor u. nach den Jahrmärkten in den von der Hauſirbefugniß ausgenommenen Städten.
Eingelangter höchſter Verfügung großh. Miniſteriums des Innern und der Juſtiz gemäß, ſoll die in der dieſſeitigen Provinz beſtehende Obſervanz, wornach es den in- und ausländiſchen Handelsleuten geſtattet iſt, in den von der Befugniß zum Hauſiren ausgenommenen Städten ihre Waaren auch noch an den Tagen vor und nach den Jahrmärkten feil zu bieten, fernerhin nicht mehr geduldet werden, weil dieſe Obſervanz gegen das Gewerbſteuergeſetz verſtößt und nur eine Umgehung des beſtehenden Hauſir— Verbotes in den ausgenommenen Städten iſt. Indem ich Sie hiervon in Kenntniß ſetze, trage ich Ihnen auf, darauf zu achten, daß die fragliche höchſte Verfugung in Zukunft überall genau befolgt werde.
Friedberg den 1. November 1839.
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Warnung aus Friedberg.
Ein hieſiger Gartenbeſitzer, welcher ſeit der Mitte Oktobers ſeine Obſtbäume mit einem aus Theer und Terpentin verfertigten Maſſe umſchmierte, theilte uns kurzlich mit, daß der kleine Froſtſchmetterling die ganz jungen Bäumchen ſeines Gartens bis jetzt verſchont habe, dagegen an allen andern Bäumen in ſo ungeheurer Menge erſcheine, daß ſelbſt an jedem der gewöhnlichen Zwetſchenbäume deren wenigſtens 50, an einem einzigen ſtarken Birnbaum aber über
ein halbes Tauſend hängen geblieben ſeyen.“)
Nimmt man an, daß davon die Hälfte aus Weib⸗ chen beſteht, und jedes derſelben an 500 Eier legt, ſo kommt die Summe von 125,000 Raupen heraus, welche durch dieſe Vorſichtsmaßregel dem Baum
*) Wir verbürgen die Wahrheit obiger Angabe. Die Red.
entnommen wurde. Wahrlich eine ungeheure Summe von Raupen, die gewiß im Stande wäre, an dem ſtärkſten Baume alle Knospen zu vernichten!
Man ſieht daraus, welcher Schaden den Obſt— bäumen für das nächſte Jahr von Seiten dieſer einzigen Art Raupen droht. Bereits hängen aber auch Maſſen von kleinen Räupchen des ſ. g. Gold⸗ afters in den Geſpinſten, welche ſie zwiſchen die Blätter gebaut haben. Wehe denen, welche ihre Bäume gegen ſolche Zerſtörer nicht ſchützen!
Etwas uber die Kartoffeln.
Da wir vorausſetzen dürfen, daß unſere Leſer alle wiſſen, was wir unter Kartoffeln verſtehen,


