Ausgabe 
6.7.1839
 
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22) Niederrosbach: N. Joſt, H. Wehrheim, 23) Niederurſel: H. Zahn, B. Röding, J. P. Wenzel, 24) Nie⸗ derweiſel: J. Hainz, J. G. Bill, 25) Oberau: J. P. Hacker, 26)[Obereſchbach: P. Abel, 27) Obermoͤrlen: J. Krebs, H. König, 28) Oberrosbach: J. P. Will, J. L. Graß, H. N. Kreh, 29) Oberwöllſtadt: J. H. Ullrich, 30) Ockſtadt: H. Pletz, 31) Okarben: W. Biermann, 32) Oppershofen: J. Birkenfeld, 33) Petterweil: J. C. Faber, H. Angersbach, J. Meiſſel, 34) Rendel: J. P. Emmerich, 35) Rockenberg:

C. Schmitt, 36) Rödelheim: A. Jonas, D. Langenzen, 37) Rodenbach: B. Rack, 39) Södel: J. Bender, 40) Stammheim:

J. Becker, 38) Rommelhauſen:

J. S. P. v. d. Lehr, H. Gemecker, J. H. Stoffel, J.

Heß, G. H. Götte, 41) Steinfurt: P. Brod, 42) Vilbel: F. Schlemmer, 43) Wickſtadt: J. Stock.

Die Landes waiſenanſtalt.

Motto: Prüfet Alles und behaltet das Beßte.

Die Nachricht, welche das Intelligenzblatt in den Nummern 21 und 22 über die Landeswaiſenanſtalt des Großherzogthums Heſſen giebt, verdient eine dankbare Anerkennung und um ſo mehr fordert ſie auf, dem Wunſch des menſchenfreundlichen Verfaſ ſers zu entſprechen und einige weitere Bemerkungen über die Vorzüge der Privaterziehung vor den Wai ſenhäuſern, den dermaligen Stand uaſerer Landes anſtalt, durch dieſes Blatt mitzutheilen.

Die Vergangenheit laſſen wir ruhen, da darauf einzugehen zu weitführen und für dieſes Blatt ohne hin nicht geeignet ſeyn möchte. Nur der Gegenwart und Zukunft ſind die Bemerkungen gewidmet, die wir hier niederlegen.

Voraus erlaubt man ſich zu bemerken, daß der Zweck der Erziehung, armer, hülfloſer Waiſen, im offentlichen und ihrem Intreſſe nur dahin gerichtet ſeyn kann, dieſelben in den Lehren der chriſtlichen Religion, zu braven geſittreten, mit irgend einem Gewerbe vertrauten, Bürger und, was insbeſondere die Mädchen betrifft, zur Kenntniß des bürgerlichen Haushaltes, beide Geſchlechter aber in den Verhält niſſen angemeſſen zu erziehen, in denen ſolche ge boren ſind und in denen ſie auch in der Zukunft werden leben muͤſſen. Unterricht und Erziehung über dieſen Geſichtspunkt hinaus, würde aufhören Wohl that zu ſeyn.

Ob dieſer Zweck beſſer durch Erziehung in Waiſen häuſern erreicht werden kann, ob dort die Schule für das bürgerliche Leben gefunden wird, darüber dürfte, nach den vorliegenden Erfahrungen, wohl bei Männern kein Zweifel mehr beſtehen, welche die Erziehung und deren Folgen in Waiſenhaͤuſern mit regem unbefangenem Sinn zu betrachten Ge legenheit hatten. Nicht der Zeitpunkt allein in denen der Waiſe aus der öffentlichen Vorſorge tritt, ſon dern das ſpätere ſelbſtſtändige Verhalten gibt den richtigen Maaßſtab über den Erfolg der Erziehung.

Die Erfahrung lehrt, daß hinter einſamen Mauern nur Einſeitigkeit und Unfügſamkeit erzeugt wird, daß beſonders, fuͤr Mädchen, nicht alles gelehrt werden kann, was ſie zu ihrem Fortkommen nöthig haben und was ſie im Kreiſe einer bürgerlichen Familie, gleichſam ſpielend, ſich aneignen.

Eine größere Anzahl Kinder beiderlei Geſchlechts, von denen viele in der Geſchlechtsentwickelung be griffen, können unmöglich ſo überwacht werden, daß unheilbare Nachtheile für Unſchuld und Sittlichkeit nicht daraus hervorgehen. Dem Verfaſſer dieſes liegen aus der Vergangenheit der betrüebnden Bei ſpiele viele vor.

Ueberdem, ſollte man auch für die Geſchlechter völlig getrennte Anſtalten ſchaffen wollen, welche Räume würden geſchaffen werden müſſen, um für je⸗ des Haus circa 600 Kinder(denn 1200 Kinder werden jährlich durchſchnittlich im Großherzogthum Heſſen auf öffentliche Koſten erzogen) unterzubringen. Wel⸗ ches Perſonal würde erfordert und welcher Koſten⸗ aufwand veranlaßt, alles nur um die oben geſchil⸗ derten Nachtheile einer klöſterlichen Erziehung ſich zu erkaufen. 8

Laſſen wir endlich den Geſundheitszuſtand, die kräftigere Entwickelung des Körpers in der Privat⸗ erziehuug gegen jene in Waiſenhäufern, die größere Sterblichkeit in letzteren nicht außer Anſchlag und wir werden uns nicht verhehlen dürfen, daß in einer gewiſſen Ausdehnung die Waiſenhäuſer ſich nicht empfehlen.

Was der Herr Verfaſſer in der häuslichen Er⸗ ziehung den faulen Fleck nennt, den Abgang inniger Liebe der Pflegeeltern zu ihren Pflegbefohlenen; ſo möchte wohl vor's erſte die Frage aufzuwerfen ſeyn: wo wird dieſe Liebe und Zuneigung in Waiſenhäuſern gefunden? wo anders iſt dieſes mächtige Band, das Glied an Glied einer Familie mit inniger Theil⸗ nahme kettet, als im Familienleben zu finden? Mag es ſeyn, daß dies ſeltener in dem zarten Sinn des Herrn Verfaſſers erreicht wird. Aber es wird ſehr häufig gefunden, und wenn ſich dies nicht allgemein behaupten läßt, ſo benimmt dies der häuslichen Erziehung ihren Werth noch nicht. Sentimentale Erwartungen müſſen ohnehin bei einer für den Staat ſo wichtigen Masregel, der Erziehung armer ver⸗ laſſener Waiſen, außer Rechnung bleiben. Wird eine beſſere ſorgfaͤltigere Ausbildung allgemein er⸗ reicht, als der Kulturſtand der Eltern war, ſo iſt ſchon viel, ſehr viel gewonnen. Mag es ſich zutra⸗ gen, daß in einzelnen Ausnahmsfällen, ein wohl⸗ thätiger Sinn hinter Eigennutz ſich verſteckt hat; aber gerade Darum iſt in der Organiſation der Waiſenpflege, nur ein mäſſiges Pfleggeld beſtimmt,

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