Ausgabe 
6.4.1839
 
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ſachlich zur Laſt zu legen fh mag, ſo hahen wir d

das Impfgeſchäft ſeither nicht mit derjenigen Umſi

möglichſte Schutzkraft gegen

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obh wahriſehmen müſſen, daß v. f cht und Sorgfalt betrieben wurde, welche allein die die Menſchenblattern zu verbürgen im Stande ſind.

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1 manchen Impfärzten

Indem wir die in dieſer Beziehung bereits erlaſſenen Anordnungen, inſofern dieſelben nicht durch

den heutigen Erlaß modificirt werden, hierdurch in Erinnerung bringen,

finden wir uns noch zu folgenden

ſpeziellen Verfügungen an die Phyſikatsärzte veranlaßt.

1 Der Impfſtoff iſt zur gehörigen Zeit, 8. Tage, aufzunehmen.

nämlich nicht vor dem 7. Tage, aber auch nicht nach dem

D Der Impfſtoff ſoll nur aus gehörig reifen Puſteln, welche an ihrem matt perlfarbigen Anſehen, an ihrer ovalen oder kreisrunden, in der Mitte mit einer Vertiefung verſehenen Geſtalt zu erkennen ſind,

entnommen werden.

3) Der Impfſtoff ſelbſt darf nicht trübe oder milchicht, ſondern muß ganz waſſerhell, klebrig, ohne

Farbe und ohne Geruch ſeyn.

4) Am 7. oder 8. Tage iſt eine genaue Reviſion eines jeden geimpften Kindes vorzunehmen, um

die Aechtheit der Kuhpocken zu conſtatiren. kuglich, innerhalb 24

Stunden ſchon entſtanden, nicht auf einmal ausgebrochen,

Alle diejenigen ſind als unächt anzuſehen, welche eckig, halb⸗

vor dem 7. Tag eiterig,

durch Kratzen oder auf andere Art zerſtört ſind, ſich nach dieſer Zeit nicht entzünden, ſehr leicht auf⸗

platzen und kein Fieber mitbringen.

5) Aus leer geſchöpft geweſenen, deßgleichen aus Puſteln von ſolchen Individuen, blattern oder Schutzpocken früher gehabt haben,

nach einigen Stunden aber auf's Neue gefüllt gefundenen Puſtelu, welche in dem Verdacht ſtehen, daß ſie bereits Menſchen darf kein Impfſtoff genommen werden.

6) Das Kind, von welchem weiter geimpft wird, muß von allen Krankheiten frei ſeyn. 7) Die Impfſchnitte oder Impfſtiche durfen nur wenig oder gar nicht bluten, und ſind in ſolcher

Anzahl zu machen,

daß an jedem Arme wenigſtens 68 Puſteln erzeugt werden.

8) Nach der Impfung ſoll weder engliſches Pflaſter noch eine Binde angelegt werden.

9) Den Eltern der Impflinge iſt ausdrücklich anzuempfehlen, auch alles Reiben und Kratzen und unvorſichtiges Angreifen zu verhüten.

waſchen,

die Oberarme der Kinder nicht zu

10) Nie dürfen zur Aufnahme des Impfſtoffs alle Puſteln geöffnet werden.

11) Der Erfolg der Impfung iſt genau zu beobachten. 8 den Umſtänden entweder in den nächſten Wochen oder bei

Merkmale ächter Schutzpocken iſt nach

Bei dem Mangel der charakteriſtiſchen

der Geſammt⸗Impfung des nächſten Jahres eine Nachimpfung ſtets vorzunehmen.

12) Der Impfſtoff ſelbſt ict ſorgfaͤltig aufzubewahren,

Luft und ſtarken Gerüchen möglichſt zu ſchützen.

d. h. vor Hitze, Licht, Kälte, atmoſphäriſcher

13) Sämmtliche Diſtricts-Impfaͤrzte haben nicht allein ſelbſt ſich ſtreng nach den vorſtehenden Be⸗

ſtimmungen zu richten, ſondern auch auf alle Weiſe darüber zu wachen, daß von den

ihres Diſtricts nicht dagegen gehandelt werde. Darmſtadt am 16. April 1834.

übrigen Impfärzten

Großh. Heſſ. Miniſterium des Innern und der Juſtiz. In Verhinderung des Staatsminiſters:

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Dr. Hor ſt.

Proben des wetterauer Dialektes.) Das Kränzi. Ein Duodrama in einem Act. Nochberſchen, weſterſch dann ag ſchund, daß den Owed a Kränzi en der Eck dronne beis Hammichels Anne Mari?

*) Der wetterauer Dialekt nähert ſich zwar in manchen Stücken dem des Maingebietes; doch hat er in Weſen und Form auch wieder viel Eigenthümliches. Schon darum möchte es einem fremden Leſer ſchwer halten, das hier mitgetheilte richtig zu leſen. Unſere Zeichenſprache iſt aber auch, zu beſchränkt, um jeden Ton richtig bezeichnen zu können. Der Fremde wird deswegen in Wörtern wie miyn(mehr), drahn (tragen), gihn(gehen), nun, kahn(kein) hun(ha⸗ ben), wohn(wagen), allahn(allein) u. A. ſich ent⸗

Nochb. Wos, a Kränzi? a wos dann dos, Gritt, do hun ich jo noch gor naut devon gehürt?

Gritt. Weſter dann dos noch näit? Do kimmt mer ſoſamme, wäi die Vernehme, Männer un Wei⸗ wer, un do werd Kaffee getrunke un Krebbel dezou gegeſſe ower Kouche, wos mer grod hot. Ez wor ahns ſe Dorem do wornere ſchund mihn dos wor ower fehr die Junge; do kome Och jo bei fufzeh Mahrercher ſeſamme, un wohrn bei ſechs Meſte Vehrſchoß zou laurer Krebbel gebacke. Un

weder bei Einheimiſchen Raths erholen, oder als Regel annehmen muͤſſen, den Nachlaut en ungefähr wie im Franzöſiſchen auszuſprechen. Vielleicht finden wir bald einmal Gelegenheit über dieſen Dialekt ein Meh⸗ reres mitzutheilen. Die Red

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