Ausgabe 
5.10.1839
 
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wie er aber im Walde an dem Eichbaume ſein Un heil gefunden und unſchädlich gemacht habe, und von der Zeit an ſey ihm Alles geglückt.

Das hörte an dem Ende der Tafel ein Mann, der bisher theilnahmslos dageſeſſen und ganz blaſſen und ſchmalen Angeſichts war; denn er aͤrgerte ſich jedesmal, wenn es einem Andern wohl ging und beneidete ſchon lange den Ritter wegen ſeines Glückes.

Jetzt glaubte er, das Schickſal deſſelben in Hän⸗ den zu haben, und beſchloß, es zu deſſen Verderben zu benutzen.

Sobald der Tag angebrochen war, begab er ſich fort in den Wald, und fand auch bald den be ſchriebenen Cichbaum mit der Oeffnung und vor der ſelben den Stein und die Pfähle. Dieſe wurden ausgeriſſen, der Stein weggewälzt, und nun ſah er in der Höhlung des Baumes das gräßliche Unthier mit der Kette zuſammen gebunden. Da half er⸗ demſelben, ſo gut er konnte, heraus, und wie es her⸗ aus war loſ'te er ihm die Feſſeln, und ſagte:Nun begib dich wieder zu deinem Ritter. Eh' er ſich's aber verſah, ſprang das Ungethüm auf ſeinen Rücken, faßte den blaſſen Neider mit ſeinen beiden Armen um den Hals und fing an, ihm die Kehle zuzu drücken. Vergebens ſuchte er ſich los zu winden; vergebens warf er ihm den Undank vor.Was, Undank? rief das grinzende Unheil;jetzt hab' ich dich und du ſollſt mir nicht entgehen. Wer weiß, ob und wo ich den Ritter finde. Und damit zog es dem Unglücklichen den Hals immer feſter zuſammen, daß er endlich in der Verzweiflung niederſtürzte und ſeinen Geiſt aufgab.

Wenn man noch jetzt des Nachts zwiſchen eilf und zwölf Uhr an der Eiche vorbei geht, hört man ein Aechzen, wie das eines Menſchen, dem der Hals zugedrückt wird, und dabei ein hämiſches Gelächter, als freue ſich immer noch das Ungethüm ſeiner That.

Damit hat unſer Geſchichtchen ein Ende, und der verſtändige Leſer mag ſich eine gute Lehre daraus abnehmen.

Miszellen.

Menſchenglück geht nicht ſowohl aus großen auffallenden Glücksſtreichen hervor, die ſelten vor⸗ kommen, als aus alltäglichen kleinen Vortheilen. Lehrt man z. B. einen armen Mann ſich ſelbſt den Bart abnehmen, und ſein Scheermeſſer in Ordnung halten, ſo trägt man zu ſeinem Lebensglück mehr bei, als wenn man ihm tauſend Guineen ſchenkte. Dies Geld iſt nämlich gar bald ausgegeben, und dann bleibt ihm nur die Reue, es ſo thöricht ver ſchwendet zu haben; im zweiten Fall dagegen er⸗ ſpart er ſich den gar häufigen Verdruß, auf den Bartſcheerer zu warten, ſeine zuweilen ſchmutzigen Finger, ſeinen übeln Athem oder ſeine ſchlechten

Meſſer ſich gefallen laſſen zu muüͤſſen; er putzt ſich den Bart ſelbſt, wenn es ihm eben beliebt und hat allemal die Freude, es mit einem guten Meſſer zu thun. Benjamin Franklin. Anmerkung des Einſenders.

Der große Mann ſcheint auf die Bartſcheerer nicht gut zu ſprechen geweſen zu ſeyn und ſich ſei nen Bart ſelbſt abraſirt zu haben. Einſender trach tet auch nach Lebensglück, läßt ſich aber ſeinen Barz von einem Andern abmachen, und zwar 1) weil's der Andere beſſer verſteht als er; 2) weil der Andere ein beſſeres Meſſer hat als er 33) weil der Andere immer zur rechten Zeit kommt und den Bart abnimmt, während er früher, als er's noch ſelbſt that, das Geſchäft ſo lange als möglich aufſchob und oft un⸗ raſirt fortging; und endlich 4) weil der Bartſchee⸗ rer auch leben will.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

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Edictalladung. (934) Korporal Franz Albrecht Narz von hier entlieh am 12. Dezember 1776 bei Schöff Rupp⸗ recht hierſelbſt ein Kapital von 20 fl., welches, wie⸗ wohl der Eintrag im Hypothekenbuche noch offen ſteht und die Obligation zur Loͤſchung nicht vorge legt werden kann, längſt abgetragen ſeyn ſoll. Auf Antrag des Erben der Unterpfänder werden daher alle, welche auf ſolche und die vorgedachte Schuld urkunde Anſprüche zu vermeinen aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen 6 Wochen hier anzuzeigen, als ſonſt jene für mortificirt erklart und der Eintrag in den Hypothekenbüchern gelöſcht werden wird. Friedberg den 23. Auguſt 1839. Großherzogl. heſſ. Landgericht In Beurlaubung des Dirigenten. Brumhard. Bekanntmachung. (956) Der Echzeller Herbſtmarkt wird Montag den 14. und Dienſtag den 15. k. M. abgehalten. Die Herrn Bürgermeiſter des Kreiſes Friedberg ſind hier durch erſucht, dieſes in ihren Orten bekannt machen zu laſſen. Echzell den 8. Septbr. 1839. Der großh. heſſ. Bürgermeiſter Reitz.

Verkauf getragener Montirung ꝛc. (957) Dienſtag den 8. künft. Monats, Vormit⸗ tags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 1 bis 5 Uhr, und an den folgenden Tagen zu gleicher Zeit, ſoll in der hieſigen Cavallerie-Caſerne eine bedeutende Quantität alter Montirung, Reitzeug und Caſernerequiſiten meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden.