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von ſich entfernt wuͤnſcht, ſo ſagt man:„Es freut mich unendlich, Sie bei mir zu ſehen;“ oder:„wie lange haben wir nicht das Vergnügen von Ihnen ge⸗ habt;“ oder:„mir iſt ſo wohl in Ihrer Nähe“ u. ſ. w. Iſt jemand träge und nachläſſig in ſeinem Geſchäfte, unredlich in ſeinem Amte, ſo daß er das Vertrauen ſeiner Mitbürger verſcherzt, eines jeden Amtes ſich unwürdig gemacht hat, ſo lernt man, um ihn ſchick⸗ licher Maßen anzureden, folgende Phraſen auswen⸗
dig, um ſie bei ihm anzubrigen:„Was ſind Sie
für ein würdiger Mann;“„wir haben ſchon ſo viel Rühmens und ſo viel Schönes von Ihnen gehört; Sie ſind ein überaus geachteter und geehrter Mann“ und dergleichen mehr.—
Am reichſten ſind ſolche Bücher für die Damen-
welt ausgeſtattet. Von jedem Theile des Körpers und zwar vom Kopfe bis zu den Füßen iſt wenig⸗ ſtens ein Dutzend Redensarten angegeben. Wir wollen nur einige wenige anführen.— Bei ange⸗ bundenen Seidenlocken ſagt man:„die ſchönen ſchmachtenden Löckchen;“ bei Kalbs⸗ oder Katzen⸗ augen:„das holde blaue Auge z“ bei einem ver⸗ wachſenen Körper:„der ſchlanke, liebliche Wuchs“ bei einem böſen, unbeholfenen Fußwerke:„die nied⸗ lichen Füßchen.“ Betrifft es geiſtige Fehler, ſo heißt es z. B. bei einer zänkiſchen, katzenhaften Natur:„das zarte, ſanfte, holde Weſen;“ bei einem beſchränkten Geiſte:„der tiefe Blick der Seele;“ bei Herzloſigkeit:„die ſchöne Gemuͤthlichkeit;“ oder: „ein Engel von Gemüth;“ oder der Ausruf:„ach, wie gefühlvoll, wie gemüthlich!“— Mit ſolchen und ähnlichen Phraſen darf aber ein ächtes Compli⸗ mentirbuch ſich nicht begnügen, ſondern es muß noch tiefer in das Leben eingreifen, und alle Mienen, Gebärden, Stellungen und Lagen des Menſchen für die feine Geſellſchaft angeben, ſo daß Niemand im Stande iſt, ſein wahres Innere zu erkennen, wor⸗ auf es denn auch hier gar nicht ankommt. Es lehrt z. B., wie der Zornige einen freundlichen ru⸗ higen Blick, der Traurige ein fröhliches und ver⸗ gnügtes Acußere anzunehmen hat; wie man die Züge des Geſichtes dreht, wenn man nichts weiß und die Welt ſoll glauben, man wäre grundgelehrt und erfahren; wie der Herzloſe ſich das Anſehen gibt, als beſaße er ein tiefes Gemüth; wie der Müde thut, als wäre er friſch von Kräften; was der Hungrige an der Tafel anzufangen hat, daß man glauben ſoll, er wäre ganz geſättigt; wie der Furchtſame, der Haſenfuß ſich zu ſtellen hat, daß er das Anſehen eines Helden bekommt. So müſſen alle möglichen Lagen und Verhältniſſe des Menſchen durch das ganze Leben hindurch angezeigt ſeyn, und er muß gegen Alles, was ſich ihm nur eutgegenſetzt,
hieb⸗ und ſtich⸗ und kugelfeſt gemacht werden. Hat
er einmal auf der Zunge und in den Zügen des Geſichtes die gehörige Meiſterſchaft erreicht, ſo gibt ſich das Innere, worauf es übrigens, da man es
nicht ſieht, weniger 1„in kurzer Zeit von w
ſelbſt. Wir können, Alles gehörig und über⸗
all eingeübt wird, mit Vergnügen alsdann einer
herrlichen Zukunft entgegen ſehen, denn wir werden eine Welt voll Engel erblicken, in der es ſich lebt, wie im Himmel.—
Dampfſchiffahrt.
So weit man es auch ſeit zwanzig Jahren in der Kunſt, mit Dampfſchiffen zu fahren, gebracht hat, und ſo viele dieſer Schiffe bereits in Europa und
Amerika, ja ſelbſt in einigen Gegenden von Afrika
und Aſien im Gange ſind, ſo hielt man es doch bis jetzt für oͤglich, die Fahrt von Europa nach Nord-Amerika, welche eine Strecke von mehr
als 1000 geographiſchen oder 3000 engliſchen Mei⸗
len ausmacht, auf Dampfſchiffen zu unternehmen, weil nach den bisherigen Erfahrungen dazu ein Zeit⸗ raum von etwa 20 Tagen 1 dieſer Zeit einer größeren Menge von Kohlen für die Dampfmaſchine bedürfte, als das Schiff bei ſich aufzunehmen im Stande ſey... „Allein den Engländern iſt auch dieſes Hinderniß nicht mehr unbeſiegbar. Sie ſagen, man könne ſtatt 150 engliſche Meilen auch wohl deren 200 in Einem Tage zurücklegen,“) wie bereits Dampfſchiffe gethan;
man müſſe wein Dampfſchiff von 1200 Tonnen(jede 1
zu 20 Centner) bauen mit 300 Pferdekraft. Die Hälfte des Gewichtes, d. h. 600 Tonnen oder 1200 Centner Kohlen reiche für den Bedarf hierzu hin, und damit müſſe man wohl in etwa 13 Tagen nach Amerika kommen. Wirklich haben ſchon im vergangenen Jahre die öffentlichen Blätter ange⸗ zeigt, daß mehrere ſolche Schiffe im Bau begriffen wären, welche ſogar auf 1800 Tonnen berechnet ſind. Kommen ſie, woran wohl jetzt nicht mehr zu zweifeln iſt, zu Stande,“) dann iſt eine Reiſe nach Amerika mit weniger Schwierigkeiten verbunden,
nach London war, wozu man nun kaum einige Tage nöthig hat. Aber nicht die Schnelligkeit allein iſt das Bewunderns würdige bei dieſer Sache, ſon⸗ dern, daß man alsdann faſt bei jedem Winde und jeder Witterung und Jahreszeit zu fahren im Staude iſt. Was würden unſere Väter und Großväter dazu ſagen, wenn ſie ſaͤhen, daß ihre Enkel„wider den Strom ſchwimmen“ können, wovor ſie doch F. 19 1 1 ie 7 9 69 eugliſche Meilen ſind 15, geographiſche Meilen oder 25 franzöſiſche Liene s, welche unſeren Wegsſtun⸗ den ungefähr gleichkommen werden; mithin werde man dieſer letzteren mehr als 70 in Einem Tag zurücklegen können. 25 1 i zr) Neueren Zeitungsnachrichten zufolge ſind ſie nicht allein zu Stande gekommen, ſondern haben auch ihre Fahrten nach Amerika und zurück glücklich zurückgelegt.
nöthig wäre, und es in
als eine ſolche vor hundert Jahren aus der Wetterau
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