n
verſchoͤnert. An dem unteren Ende des Saales ſtand in magiſchem Dunkel, ein mit Kunſtſinne von einem der Mitglieder gefertigtes Transparent, das Fenſter einer gothiſchen Kirche darſtellend. In demſelben waren, auf ſinnige Weiſe, die Sinnbilder des Kir⸗ chengeſanges, als Leyer, Kelch, Kreuz und Anker angebracht; in der Mitte ſtanden die Worte:„Kir⸗ chengeſang, Eintracht und Beharrlichkeit ſey unſer Symbol.“ Zu beiden Seiten des Transparentes hingen ſchöne Laubgewinde. Ehe man ſich zur Tafel niederließ, wurden von den Mitgliedern des Sing⸗ vereins einige recht paſſend gewählte Lieder geſungen; die Präciſion der Durchführung erregte allgemeine Bewunderung, und lieferte zugleich einen ſchönen Beweis von den großen Fortſchritten des Vereines, während der an ſich kurzen Zeit ſeines Beſtehens. Hierauf wendete ſich das Vorſtandsmitglied, Herr Bindernagel, mit einigen herzlichen Worten des Dankes an den würdigen Beförderer des Vereines, Herrn Rector Müller, und zu gleicher Zeit enthüllte ſich ein auf der Seite ſtehender Tiſch und ſtellte, als Zeichen der Erkenntlichkeit des Vereines für die Verdienſte des Herrn Müller, und als bedeutungs⸗ volle Symbole von Zeit und Ewigkeit, eine aus weißem Alabaſter ſehr ſchön ausgearbeitete Stand— uhr, nebſt einer Prachtbibel, würdig in Saffian gebunden, dar. In demſelben Augenblicke(ſo ging alles auf den Schlag) ſchlug auch die Uhr— wohl eine der glücklichſten Stunden für den von Rührung ſichtbar durchdrungenen Herrn Rector und alle hoch⸗ erfreute Anweſende. Hierauf ſetzte man ſich zur Tafel; laute Freude, von edeln Gefühlen geweckt und genährt, belebte alle Herzen; ſchöne Geſänge unterbrachen angenehm das Mahl. Toaſte wurden aus voller Seele ausgebracht auf das Wohlſeyn des Herrn Rector Müller, auf den Vorſtand und die übrigen Glieder des Vereins, auf den edlen Geiſt, der bisher ihn durchdrungen, auf das fernere Be⸗ ſtehen desſelben in Eintracht und Beharrlichkeit, und ſo endete heiter, wie es begann, dieſes ſchöne Feſt, und ein jeder verließ mit dem heißen Wunſche die frohe Verſammlung, daß der große Segen eines ſolchen Vereines immer mehr erkannt werden möge.
Schenk, Wundarzt, Herr Schulze, Kirchenvorſtand, Herr Sell, Profeſſor, Herr Hartmann Waltz jun., Metzgermeiſter, Herr J. Wien, Kirchenvorſtand, Herr A. Windecker, Kirchenvorſtand, Herr A. Wohlfahrt, Schloſſermeiſter. Anmerk. der Redact.
Das Kinderfeſt zu Selters.
Am 22. v. M. wurde zu Selters im Kreiſe Nidda ein Feſt begangen, das ſeiner Seltenheit und ſeines ſchönen Zweckes wegen verdient, ver—⸗ oͤffentlicht und zur Nachahmung empfohlen zu wer⸗ den. Obgleich nun, dem Vernehmen nach, in der Kürze eine ausführliche Beſchreibung deſſelben, nebſt einer Abhandlung über den Zweck, die Nothwendig⸗ keit und Einrichtung von Jugendfeſten erſcheinen wird, ſo dürfte eine kurze Schilderung dieſer er⸗ freulichen Feier den geehrten Leſern d. Bl. vorläu⸗ fig wohl nicht unwillkommen und den Lehrern und Freunden der Erziehung und des Unterrichts hie⸗ ſiger Gegend es angenehm ſeyn, ſie darauf aufmerk⸗ ſam gemacht zu haben.
Am genannten Tage verſammelten ſich zu Sel⸗ ters die Schullehrer aus den umliegenden Ort⸗ ſchaften: Ortenberg, Aulendiebach, Wippen⸗ bach ꝛc. mit ihren größern Schülern und Schüle⸗ rinnen, um ihnen durch Freuden edler Art einen frohen, heitern Tag zu bereiten. Der Verſammlungs⸗ ort war in dem Hauſe des Herrn Gaſtwirths Glas. Hier wurden die Kinder, vielleicht 5—600, nach der Größe, die kleinſten voran, unter ihren Fahnen, blau und weiß, roth und weiß, grün und weiß in Abtheilungen aufgeſtellt. Gegen 2 Uhr des Nachmittags ſetzte ſich der wohlgeordnete ſchoͤne Zug, dem ſich über 40 Lehrer und Freunde der Jugend anreihten, unter trefflicher Muſik, geführt von dem Feſtcomite und begleitet von einer großen
Menge von Zuſchauern, in freudige Bewegung und
gelangte nach etwa viertelſtündigen Gehens an den Ort des Feſtes. Ein geräumiger, umgrenzter Rund⸗ platz auf dem Gipfel einer prächtigen, von ehrwür⸗ digen Eichen und Buchen beſchatteten Anhöhe, der ſogenannten Hardt, nahm hier den fröhlichen Zug
auf. Die Muſik war verklungen, die flatternden Fahnen mit den Inſchriften:„Freuden in Ehren kann Niemand wehrenz Eintracht ſey des
Tages Zielz Veſcheidenheit iſt das ſchönſte Ehrenkleid“ an die im Rondel befindliche bekränzte Eiche befeſtigt— und es ertönte zum Willkommen der Kleinen ein vierſtimmiger kräftiger Männer⸗
geſang. Hierauf beſtieg Herr Pfarrer Münch aus
Büdingen die mit Blumen⸗ und Eichenkraͤnzen ge⸗ ſchmückte Rednerbühne, auf deren Vorderſeite in goldnen Buchſtaben die Worte prangten:„Vivat⸗
den M/ und wie ud U dem M Aufhel friſchu diser 2 noſſen f und de dieſen
Eo Lehter und st Beden tigen J bar d Enge! aber e welche ſeine und d bemüh ihter Fleiß, dieses
9
nicht einge bald
Beßte script Der l Heil, melter


