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den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Fremder Beſuch in der Wetterau.
Bei ſtarker Kälte pflegt ſonſt Jedes zu Hauſe zu bleiben, wer nicht nothwendig außerhalb zu thun hat. Uns Wetterauern aber brachte eben dieſe Kälte einen Beſuch, den wir ohne ſie ſchwerlich erhalten haben würden; es war der ſ. g. Singſchwan(eignus musicus nach Bechſteinz c. melanorhynchus, ſchwarzſchnabeliger Schwan, nach Meyer). Dieſes Thier lebt ſonſt in den nördlichſten Ländern von Eu⸗ ropa, Aſien und Amerika, und iſt namentlich auf der Inſel Island ſehr häufig. Im Mai baut es ſich ſein breites Neſt im Waſſer von Binſen und dergleichen; das Weibchen legt in daſſelbe etwa 5 Eier, und brütet ſie aus, während das Männchen ihm treulich Ge— ſellſchaft leiſtet und faſt das Neſt nicht verläßt. Bis zum Oktober ſind die Jungen beinahe erwachſen, haben aber eine graue Farbe. Im zweiten Jahre kommen einzelne weiße Federn, und erſt ſpäter er— hält der Vogel ſeine weiße Farbe. Der Schnabel iſt wie die Beine ſchwarz, hat aber eine gelbe Wurzel. Hierin unterſcheidet er ſich weſentlich von dem gemeinen oder ſtummen Schwane, deſſen Schnabel roth iſt und einen Fleiſchhöcker hat. Außer⸗ dem iſt— nicht, wie man ſonſt glaubte, beim Männchen allein, ſondern bei beiden Geſchlechtern der Bau der Luftröhre beſonderer Art und faſt trom— petenförmig gebildet.
Wenn dieſe Vögel in kleineren Schaaren hoch in der Luft ſich befinden, ſo ſollen ſie angenehm melancholiſche Töne von ſich geben. Auch erzählten ſchon die Alten, wenn ſie verwundet wären und ſich dem Tode nahe fühlten, ſo drückten ſie im lieb⸗ lichſten Geſange und in den rührendſten Tönen dieſes Vorgefühl des nahen Todes aus. Daher kommt bei uns noch jetzt der Ausdruck Schwanen⸗ geſang; eben daher erhielt auch dieſe Art Schwäne den Namen Singſchwan. Manche neuere Natur- forſcher, und unter dieſen beſonders unſer Lands—
Sonnabend, den 24. Februar
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mann Meyer, wollen nichts davon wiſſen. In— deſſen erklärt es doch einer der ausgezeichnetſten Naturforſcher unſerer Zeit, der bekannte Profeſſor Oken in Zürich, für„nicht ungegründet.“ Schrei— ber dieſes, der ſelbſt noch keinen ſolchen Schwanen— geſang gehört, legt auf das Zeugniß dieſes Mannes hier einen um ſo größeren Werth, als man über— haupt nicht gern das für Fabel erklärt, was man in ſeiner Jugend mit herzlicher Theilnahme ſich hat vorerzählen laſſen, wie eben dieſe Nachricht von dem ſterbenden Schwane, der vor ſeinem Ende erſt noch ſein ganzes Gefühl in einem Geſange hingibt.
Der Singſchwäne ſoll kürzlich eine große An⸗ zahl über Butzbach hingeflogen ſeyn. In der Um— gegend von Friedberg ließ ſich eine aus den bei— den Eltern und 4 Jungen beſtehende Familie nieder. Das Weibchen wurde flügellahm geſchoſſen und wird noch hier aufbewahrt. Die übrigen halten ſich ſchon eine Zeitlang in der Nahe des Usbaches auf; denn dieſer gefriert nicht leicht, wegen der Menge des Salzwaſſers, welches ihm bei Nauheim zukommt.
Merkwuͤrdiger Maͤus fraß.
Wo Mauſe ſind, da gibt es auch Mäusfraß. Das wiſſen wir in unſerer Wetterau ſchon lange; denn dieſes Ungeziefer ſtellt ſich manchmal bei uns in ſolcher Menge ein, als ſuchte es den böſen Erzbiſchof Hatto von Mainz auf, der zuletzt, um ſich ihrer zu erwehren, einen großen Thurm mitten im Rhein erbaut haben ſoll, auf welchem er ſich aufhielt. Der Thurm ſteht noch da, nicht weit von Bingen, und heißt der Mäuſethurm. Manchmal gibts auch Mäusfraß ohne Mäuſe, wenn ein trü— geriſcher Verwalter nicht anders weiß, wie er ſei— nen Trug bemaͤnteln ſoll. Es kommt aber am Ende doch heraus, und nur„Ehrlich währt am Längſten.“ Den allerärgſten Mäusfraß hat der Graf Colon na in Schleſien gehabt, und war nur gut, daß er ge—


