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ihren Geſchäften oblagen, wies einſichtsvolle Pfle⸗ gerinnen an, ſie zu bewachen, mit ihnen zu ſpielen, ihnen lehrreiche Geſchichtchen zu erzählen und un⸗ vermerkt zur Arbeitſamkeit anzuhalten. Man ahmte ſpäter anderwärts dieſe Weiſe nach, und daraus entſtanden an verſchiedenen Orten verſchiedener Län⸗ der jene vortrefflichen, unter dem Namen„Klein⸗ kinder ⸗ Schulen“ bekannten Anſtalten. Louiſe Scheppler, die arme Bäuerinn aus Bellefoſſe, iſt die erſte Gründerinn derſelben.
Wo ſie ſonſt Gelegenheit fand, da lehrte ſie die kleinen Kinder beten, geiſtliche Lieder ſingen und arbeiten. Um von einem Dorfe zum andern zu gehen, ſcheute ſie auch die ſchlechteſten Wege nicht, nicht Schnee, Hagel und Kälte. Kam ſie des Abends von Kälte halb erſtarrt oder vom Regen durchnäßt nach Hauſe, ſo beſorgte ſie das Hausweſen. Wo ein Kran⸗ kes war, da pflegte ſie dasſelbe; wo ſonſt Hülfe noͤ⸗ thig war, da half ſie, und wo ein Dürftiges der Kleigung, der Nahrung bedurfte, da theilte ſie mit was ſie hatte. 1
Als endlich nach vierzigjährigem Dienſte für die Menſchheit der Ruf ihrer Thaten bis nach Paris gelangte, ſprach ihr die Akademie den großen von Monthyon feſtgeſetzten Preis von 5000 Franks zu. Was that ſie? Sie verwandte dieſe Summe zu neuen Werken der Liebe. Und als die Zeitungen die Idee der Gründung von Kleinkinderſchulen ihr zuſchrieben, erwiderte ſie:„Das Beiſpiel und die Ermahnungen der Frau Pfarrer Oberlin, welche auf mich ihr Augenmerk richtete, mich in ihre Dienſte nahm, mir Sinn für das Gute und Schöne, Liebe zur Tugend und zur chriſtlichen Aufopferung ein⸗ hauchte, und unſer ehrwürdiger Seelſorger und Vater,
dieſe haben zuerſt den Wunſch in ihrem Herzen ge⸗
habt, Pflegerinnen für die kleinen verlaſſenen Ge⸗
ſchöpfe zu erziehen. Alſo Ehre und Ruhm Gott dem
Herrn, dem Urheber und Quell aller Tugenden, Dank unſerm verehrten Seelſorger und Vater und deſſen tugendhafter Gattinn! Mir aber Beſchämung!“
Das iſt erſt die rechte Größe, die ſo beſcheiden iſt, und doch dabei ſo unermüdlich im Guten.
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Nro. 28 d. Bl., Spalte 1, Seite 212, Zeile 7 von oben lies: Reno va tur, ſtatt: Renevatur.
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Bekanntmachungen von Behörden.
NN ν⏑
Gläubiger ⸗ Aufforderung. (745) Thereſia Mörſchel von Ilbenſtadt be⸗ abſichtigt nach Dornaſſenheim im Herzogthum Naſſau auszuwandern. Rechtsanſprüche an dieſelbe ſind binnen drei Monaten bei großh. Landgericht Gros⸗ karben anzumelden, gegenfalls die Entlaſſungsurkunde ertheilt werden wird. 25 Friedberg den 28. Mai 1838. 45 Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler.
Aufforderung. (750) Der unbekannte Beſitzer der Conrad Weſtphal II. und deſſen Ehefrau, tharina geb. Dahl dahier dem verſtorbenen Bau⸗ rath Heerwagen zu Hanau am 25. April 1823 über 600 fl. und eben demſelben am 16. Mai 1823 über 1000 fl. errichteten, nachher dem verſtorbenen Ober⸗ gerichtsvergantungsſchreiber Nickel zu Hanau, als Teichmannſchen Curator, cedirten, nach vorgelegter
von Georg
Beſcheinigung uͤber abgetragene Pfandverſchreibungen
e. hierdurch aufgefordert, ſeine etwaigen Anſprüͤche innen g Vierteljähriger Friſt, ſogewiß dahier geltend zu machen, als ſonſt die Lö⸗ ſchung jener Pfandverſchreibungen im Hypotheken⸗ buch verfügt werden ſoll.. Windecken den 23. Juni 1838. Kurfuͤrſtl. heſſ. Juſtiz⸗Amt daſ. Neuhof. vt. Degen. Zehnten ⸗ Verkauf. (786) Der den Erben des Regierungsrath Buff dahier zugehörige, in den Gemarkungen von Gam⸗ bach und Griedel belegene Zehnten ſoll Freitag den 31. Auguſt d. J., Morgens 10 Uhr, in Butzbach im Gaſthauſe des Herrn Joutz, oͤffentlich an den Meiſtbietenden unter den im Ter⸗ mine bekannt zu machenden Bedingungen durch den Unterzeichneten verkauft werden. Gießen den 25. Juni 1838. In Auftrag der Erben: C. Trapp I., Hofgerichts⸗ Advokat. Edietalladung.
(791) Anton Kratz und rosbäch entliehen im März 1830 bei H. Zulauf daſelbſt ein Kapital von 250 fl., welches dermalen abgetragen werden ſoll. Nach Angabe des Gläu⸗ bigers iſt demſelben jedoch die Obligation abhanden gekommen, weshalb auf ſeinen Antrag alle, welche auf dieſelbe und an das vorgedachte Kapital An⸗ ſprüche machen wollen, hierdurch aufgefordert wer⸗ den, ſolche ſo gewiß binnen 60 Tagen hier anzu⸗
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