Ausgabe 
20.10.1838
 
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welche man hegte, indem ihr Waſſer nur etwa 21 Grad(Reaumür) Wärme hat. Nun fing man ganz in der Nähe der vorigen an zu bohren, und nach⸗ dem man in eine Tiefe von etwa 114 Fuß gekom⸗ men war, erſchien plötzlich, es war am 1. Oktober Nachmittags um halb zwei Uhr, eine und zwar ſehr ſtarke neue Quelle, die alle bisherigen weit hinter ſich laßt. Ihr Waſſerſtrahl erhebt ſich nämlich nicht nur etliche Fuß über den Boden, ſondern ſie hat auch eine Wärme von mehr als 26 Grad. Dazu ſcheint das Waſſer einen größeren Salzgehalt zu haben, als alles dasjenige, welches ſich bisher in der Gegend fand. Was bedarf es mehr, um die herrlichſten Salzbäder in ihrer Nähe anzulegen, als eines Gebäudes mit den nöthigen Badezimmern und Wannen, in welche das Waſſer mit ſeiner natür⸗ lichen Wärme geleitet wird! N Wie wunderbar thätig iſt doch die Hand der Natur auch im Inneren der Erde! Aber wer er⸗ gruͤndet ſie hier? Wo iſt das Salzſteinlager, von welcher dieſe Quelle ihren Salzgehalt nahm? Wo hat ſie ihre Wärme her? Kaum 50 Fuß von ihr entfernt ſprudelt die andere, welche mit ihr in keiner Verbindung ſteht, und noch etwas weiter iſt eine dritte, deren Waſſerſpiegel bisher ganz ruhig war, und von dem Augenblicke an ſich regte, als jene zu Tag kam. Alſo hier eine Verbindung zwi⸗ ſchen der erſten und dritten, aber nicht mit der zweiten.

Die ſchoͤnſten Gegenden der Wetterau. (Fortſetzung.)

Unſere Gäſte ſind gute Fußgänger, und da es ihnen auf einige Stunden mehr oder weniger nicht ankommt, ſo können wir ſie heute an mehrere Orte führen, wo ſie ihre Neigung zur ſchönen Natur ganz zu befriedigen vermögen. Wir wählen einen ſchönen Herbſttag und begeben uns nach der eine gute Stunde von Friedberg entfernten Stelle, wo ſich noch vor zehn und mehr Jahren die ſ. g. wiſſelsheimer Saline befand. Von da führt ein Fußweg durch ein Wieſenthal der Wetter entlang nach dem Dorfe Steinfurt, das etwa 20 Minuten weiter liegt. Gleich hinter dem Orte gehts ziemlich ſteil nach einer Anhöhe, auf welcher ein etwas verwitter⸗ tes Tempelchen ſteht. Hier ruhen wir ein we⸗

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nig aus und ſchauen uns um. Wie lohnend iſt dieſer Blick! Vor uns liegt im ſtillen Thale das Dörflein; jenſeits ſchlängelt ſich die Wetter durch grüne Wieſen, deren Saum von Bäumen gebildet wird; die Abhänge wechſeln mit fruchtbaren Feldern

und kleinen Wäldern; in der Ferne zeigen ſich die

blauen Spitzen des Taunus, der Winterſtein, der Altking, der Feldberg ꝛc. und an ſie reiht ſich würdig der Hausberg, an deſſen Fuß ſich mehrere Dörfer anſchmiegen. Unſere Gäſte können ſich kaum trennen von dieſem ſchönen Punkte, und verſichern, eine ſolche Landſchaft hätten ſie hier am allerwenigſten erwartet. Wir wandern ſpäter auf der Anhöhe etliche Minuten weiter, und nun empfängt uns auf Einmal der herrlichſte Buchenhain, den man weit und breit zu ſehen vermag; ſchönere Bäume

findeſt du in der ganzen Provinz Starkenburg

nicht, wie Du ſie hier findeſt. Hier ſchlägt das Herz höher; die Seele wird erfüllt von einem heiligen Schauer. Es iſt, als träte man in den Tempel Gottes, und unwillkührlich offnet ſich der Mund, dieſem Weſen aller Weſen ein Loblied zu ſingen. Abwechſelnd durch Feld und Wald ſchlängelt ſich der Pfad und Weg, bis man endlich am Fuße der Höhe anlangt, auf welcher Münzenberg thront. Wundervoll iſt alles, was wir hier ſehenz unſer Erſtaunen wächſt bei jedem Tritte. Dieſe gewaltigen Vorwerke und Außenmauern am Fuße der Höhe, die Ringmauer oben, welche aus lauter ungeheuern Quaderfelſen von Sandſtein gebildet iſt, die kunſtvollen Reſte des alten Ritter⸗Saales, die Baſaltmauern der ſ. g. Münze, die unterirdiſchen Gewoͤlbe, die ungeheueren Thürme endlich, Alles iſt einzig in ſeiner Art. Hier lebte vor vielen Jahr⸗ hunderten ein edles vornehmes Geſchlecht, das der Dynaſten v. Münzenberg, deren Glieder Reichs⸗ Erbkämmerer waren, und die in männlichem Stamme ſchon im Jahr 1255 erloſchen. Hierauf hatte ein Zweig der Herrn von Falkenſtein bis 1418 hier ſeinen Sitz, und als auch dieſe in männlicher Linie ausſtarben, da wurde Schloß und Stadt ungetheiltes Erbe von Eppenſtein, Iſenburg, Solms und Hanau. Noch jetzt hats 4 Herren. Haben wir das Innere mit den weitläufigen Befeſtigungen durch

ſchaut, ſo wendet ſich unſer Blick nach Außen. Von

uns liegt das alte Städtchen mit ſeinem ſchiefge wundenen Kirch⸗Thurme und ſeinen Thor⸗Thürmen

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