Ausgabe 
17.11.1838
 
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Intelligenzblatt

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im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

46.

Sonnabend, den 17. November

Die ſchoͤnſten Gegenden der Wetterau. (Fortſetzung.) Ortenberg.

Von Lindheim führt eine neue und ſchöne Kunſt⸗ ſtraße dem Nidderthale aufwärts über Enzheim, Glauberg, am Fuße der Höhe, auf welcher einſt die Feſte Glauburg ſtand, Stockheim und Sel ters. Hier mündet ſich eine andere Straße ein, welche von Büdingen kommt und über Bleichenbach führt. Links läßt man das uralte Kloſter Konrads⸗ dorf, eine Beſitzung des Hrn. Behrens von Frank⸗ furt. Noch ſteht dort die alte Kirche, ein Gebäude im ſ. g. byzantiniſchen Geſchmacke; ſie dient jetzt zu einem Kuhſtalle; an der Wandſeite des Chores ſieht man zwei alte Grabſteine ſtehend, die ehemals eine liegende Stellung gehabt haben müſſen, denn die Schrift daran läuft verkehrt.

Auf der rechten Seite von Selters zieht ein lieb⸗ liches Thal nach Bergheim hin, das wir dem Freunde der Natur empfehlen zu können glauben.

Noch viel reizender aber, und wir dürfen wohl ſagen, einzig iſt das Thal, in welchem Ortenberg liegt, das wir jetzt betreten, und von dem wir Einiges mittheilen wollen. Durchſchlangelt von der Nidder, an welcher ſich etliche Mühlen befinden, iſt daſſelbe kaum eine Viertelſtunde breit; die Höhen aber, welche es umgeben, haben nichts Einförmiges, ſondern in lieblichem Wechſel bald Feld, bald Wieſen, bald Gebüſche, dann wieder ein Dörflein, das ſich an ſie anlehnt. So erſcheint zuerſt Wippenbach, dann Eckartsborn, das auf der Höhe beginnt und unten im Thale endigt.

Auf der entgegengeſetzten Höhe, dem ſ. g. Dörn⸗ ſtein, liegt die Rumpenburg, auch Breiten- haide genannt, ein Pachthof; auf der höchſten Spitze des Berges hat man eine weite Ausſicht. Mitten im Thale aber erhebt ſich eine mäßige Höhe von Baſalt; auf derſelben thront das Schloß, einſt das ganze Thal beherrſchend, und an dieſes ſchließt ſich tiefer das Städtchen an, das etwas über 1000 Einw. zählt. Es hatte, als Schreiber dieſes zum letzten Male i. J. 1832 dort war, drei wohl⸗ erhaltene Thore, nämlich das Ober-, das Unter⸗ und das Mühlenthor und außerdem noch einen alten runden Mauer⸗Thurm. Eine tüchtige Mauer gab ſonſt dem Städtlein Schutz gegen fremde An fälle. Von den Thoren gefiel dem Beſchauer das Oberthor am meiſten; es ſcheint ein Werk des vierzehnten Jahrhunderts zu ſeyn.) Unweit dem Mühlenthore, und zwar von der Stadtmauer be⸗ ſonders eingeſchloſſen, befindet ſich ein herrlicher Brunnen. Er liefert eine ſolche Menge des klarſten Waſſers, daß er in 11 Minuten ſich wieder füllt und daß er trotz des beſtändigen Schöpfens faſt in Mannesdicke abfließt.

Wir wandern weiter und beſuchen zuerſt die Kirche. Es iſt dieſes Gebäude aus drei verſchie denen Zeiten. Der ſuͤdliche Eingang iſt vielleicht von einer älteren Kirche und aus den Zeiten der achten gothiſchen Baukunſt. Im Innern ſieht man

*) So viel uns neuerdings bekannt wurde, ſollte dieſes Thor abgebrochen werden, verdankt aber der Verwen dung des Herrn Grafen von Stolberg ſeine weitere Erhaltung. Die Red.