Ausgabe 
13.1.1838
 
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Hat aber auch der Kirchenfond dabei keinen Nachtheil? An jeder Thüre ſind zwei Büchſen angebracht, in welche Jedes ſeine milde Gabe wer fen kann. Wenn das aber während des Ausganges aus der Kirche geſchieht, ſo giebts bei ſtarkbeſuch tem Gottesdienſte leicht eine Stockung an den Kirch thüren. Iſt's nicht beſſer, man macht's, wie an man⸗ chen andern Orten, und bittet diejenigen, welche etwas geben wollen, ſchon beim Eingange in die Kirche ſolches zu thun? Es kann dann nicht nur bequem geſchehen, ſondern man läuft dabei auch nicht ſo leicht Gefahr, ſein Scherflein während des Gottesdienſtes zu verlieren.

Schließlich Dank Denen, welche den Gottesdienſt von dieſem läſtigen Zuſatze befreiten!

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eech e (Fortſetzung.)

Wir übergehen Mehreres aus der erwähnten Zeitſchrift, theils weil es uns an Raum gebricht, theils weil es uns Wetterauer weniger unmittelbar berührt, und erwähnen dagegen einige Punkte, die uns näher angehen.

Die Wohlthaten des großen deutſchen Zoll- Serbandes, durch welche die Zollſtätten wegftelen, die eiite Zeitlaug dem Handel und Wandel hem⸗ mend in den Weg traten, zeigten ſich auch für die Provinz Hanau recht deutlich, und gaben den mei ſten Gewerben und Handelszweigen einen höheren Aufſchwung. Um den Verkehr zu erleichtern, wurde durch ein Geſetz vom 31. Okt. 1833 das Chauſſee⸗ geld ſo herabgeſetzt, daß von der Meile zu 26,000 kaſſeler Fuß gerechnet von jedem Zugvieh nur Kreuzer erhoben wird. Zugleich wurde, den Bedingungen des Zollverbandes gemäß, der Aufang gemacht, alle ſteilen Straßen⸗Strecken ſo zu legen, daß ſie auf 24 Fuß nicht mehr als Einen Fuß aufſteigen. Auch wir haben in unſerer Wetterau und namentlich auf der Hauptſtraße von Gießen nach Frankfurt noch mehrere Stellen, die allzuſteil ſind und den Verkehr ſtören. Hoffentlich werden ſie bald entfernt werden. Wie wir zu unſerer Freude hören, iſt es namentlich im Werke, die allergefährlichſte Stelle, wir meinen den ſ. g. Vilbeler Berg, zuerſt vor⸗ zunehmen. Die Ausführung des neuen Straßen⸗ ſyſtems für das Großherzogthum Heſſen, worüber das Geſetz bereits in unſerem Regierungsblatte bekannt gemacht wurde, iſt zu wichtig, als daß es nicht auch auf die Nachbarſtaaten wohlthätig einwirken ſollte. In dem Baubezirke Friedberg werden allein ſechs neue Straßen errichtet werden: die eine wird aus dem weſtlichen Theil der Provinz nach Uſingen zie⸗ heu(ihrer wurde ſchon früher in dieſem Blatte ge⸗ dacht); eine andere wird Friedberg mit Homburg verbinden; eine dritte wird von Aſſenheim durch das naſſauiſche Amt Reichelsheim über Echzell führen

und in die von Berſtadt nach Nidda gehende Straße einmünden; eine vierte wird Butzbach mit Lich ver⸗ binden; eine fünfte ſoll von Lindheim uber Heinchen nach Markoͤbel zieben, um die bedeutenderen öſtlichen Orte der Provinz Oberheſſen mit Hanau und Frank⸗ furt in unmittelbare Verbindung zu bringen; die ſechſte endlich wird von Büdingen über Lieblos nach der großen Hauptſtraße ziehen, welche die Leipziger Straße heißt, und über Hanau, Gelnhauſen nach Fulda geht. Die genannte Zeitſchrift erwaͤhnte nur der beiden letzteren hier beruͤhrten, nennt aber auch noch eine andere, welche von Herbſtein aus nach Ulmbach geführt werden ſoll, um den nordöſtlichen Theil des Vogelberges zunächſt mit dem Kreiſe Schlüchtern zu verbinden. Unberechenbar werden die Folgen ſeyn, welche dieſe neuen Straßen für unſere Wetterau bringen werden. Was freilich die Eiſenbahnen betrifft, die jetzt einen Mode⸗Artikel unſerer Zeitſchriften bilden, ſo ſcheint's nicht, als wenn unſere Wetterau fuͤr eine ſolche vor der Hand geeignet wäre. Deſto mehr wird nach und nach an Verbeſſerung der Vicinalwege gearbeitet werden. Auch in der Provinz Hanau iſt hier und da ein ſchöner Anfang gemacht worden, aber noch nicht überall.

Unter der Rubrik Bergbau geſchieht zuerſt der Torfſtecherei bei Enkheim Erwähnung. Es iſt ein großer Vortheil für eine Gegend, die ſo wenig Brennholz hat, wenn ſich ihr ein neues Brenn⸗ material darbietet. So hier. Herr Henſchel in Kaſſel erwarb ſich das Verdienſt, durch einen zum Theil unter der Erde fortlaufenden Abzugsgraben, das Ried zu Enkheim zu entwäſſern, und nun erſt war die Anlegung einer Torfſtecherei möglich, die im Jahr 1832 ihren Anfang nahm, und bis zum Jahr 1835 jährlich 6 bis 800,000 Stück, von da an aber mehrere Millionen Stück Torf lieferte. Dieſer Torf wird bereits in der ganzen Umgegend bis nach Hanau, Frankfurt, Vilbel ꝛc. verſendet und zur Feuerung benutzt. Auch des im Jahr 1835 in der Gegend von Roßdorf aufgefundenen Braunkohlen⸗ lagers geſchieht hier Erwähnung. Es beſchäftigt jetzt ſchon an 80 Menſchen und wird eine Ausbeute von 100,000 Ceutnern geben.

(Schluß folgt.)

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

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Bekanntmachung.

(2) Dienſtag den 16. Januar 1838, Vormittags 10 Uhr, ſoll die ſogenannte Unterpforte, welche aus einem hohen Thurm beſteht, auf den Abbruch, un⸗ ter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht wer⸗ denden Bedingungen, öffentlich an die Wenigſt⸗ nehmenden auf hieſigem Ratbhauſe verſteigert werden.

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