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für die
5 a im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Sonnabend, den
8. September
1833.
Die Feier des Ludwigstages auf dem
Glauberg.
Geſang iſt eine himmliſche Gabe. Bei den man— nigfaltigen Schickſalen und Gemüthsſtimmungen ſin— gen wir, entweder, um unſere traurigen oder freu— digen Gefuͤhle auszudrücken, oder auch um unſere Herzen und unſere Gemüther in demſelben zu dem Herrn zu erheben, ihn zu loben, zu preiſen und ihm zu danken.
Wenn Familienfeſte gefeiert werden, ſo pflegt dieſes auch durch Geſang zu geſchehen.
Ein ſolches Familienfeſt war der für jeden bie— dern Heſſen denkwürdige Ludwigstag.
Die Lehrer der Schulen zu Glauberg, Stockheim, Effolterbach, Rahnſtadt, Ober- und Niedermoxſtadt, Staden, Rodenbach, Heegheim und Lindheim verab— redeten ſich einige Wochen vor dem Ludwigstage, denſelben durch gemeinſchaftlichen Geſang mit der Schuljugend der genannten Schulen zu feiern. Sie wählten zu dieſem Zwecke 7 Lieder aus der von Herrn Rector Müller herausgegebenen Geſanglehre zum Einüben. Sonntags vor dem genannten Feſt⸗ tage fand Probe ſtatt, bei welcher Gelegenheit die Lehrer ſelbſt auch einige Männerchöre einübten.
Auf den genannten Feſttag, Mittags gegen 1 Uhr, verſammelten ſich die Lehrer mit der feſtlich gekleideten Schuljugend in Glauberg in der Nähe der Kirche, und zogen dann geordnet unter dem Ge— läute der Glocken auf den Glauberg, welcher öſtlich dieſes Ortes liegt. Auf demſelben angekommen,
wurden die Kinder ſtimmenweiſe geſtellt, und bald er—
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tönte aus etwa 600 Kehlen unſerm theuerſten Groß herzog das Lied„Heil unſerm Fürſten Heil ꝛc.
Der Nachmittag verſtrich unter Geſang und ge⸗ ſellſchaftlichen Unterhaltungen der Lehrer, zwiſchen welchen unſerm Allerdurchlauchtigſten Großherzoge mehrere Toaſte dargebracht wurden. Lautere Freude und Heiterkeit herrſchte unter Kindern und Lehrern, die gleichſam Eine Familie bildeten.— Auch hatten ſich aus den benachbarten Orten viele Zuhörer ein⸗ gefunden, die ſich mit den Fröhlichen freuten. Erſt ſpät bei herannahender Nacht verließ man den Berg, auf deſſen Höhe dem Herrn geweihte Lieder erſchollen und auf dem man ein Feſt gefeiert, das noch vielmals für unſern theuren Landesherrn wie⸗ derkehren möge. Die Lehrer hatten bei der Feier dieſes Feſtes den doppelten Zweck im Auge, der Ju⸗ gend Freude zu machen, und derſelben ſchon fruͤhe Liebe und Anhänglichkeit an den uns theuerſten Großherzog, den Beförderer des Guten, einzuflößen. Sie glauben ihren Zweck erreicht zu haben.
R. Bſch.
— Die Catacomben von Friedberg. Die gelehrten und weitgereisten Leſer des Intelli⸗
genzblattes wiſſen beſſer, als Schreiber dieſes, daß
in manchen großen, namentlich alten Staͤdten ſich vieles Merkwürdige befindet, was unter der Erde iſt. In vielen morgenländiſchen Staͤdten, auch in
Conſtantinopel, ſind grote unterirdiſche Gemä⸗
cher, welche urſprünglich zum Sammeln des Regen⸗
waſſers dienten, alſo Ciſternen waren, ſpäter auch


