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nien gewählt. Die meiſten Gemeinen fuhren Mus⸗ queten und Taſchen, keine Säbel und keine Uniform. Die Landleute, welche Pferde haben, bilden Cavalle— rie⸗Regimenter auf demſelben Fuß. Jedes Jahr wird viermal ausgerückt und exerziert; es ſind ge⸗ wöhnlich rechte Sauftage. Die Subordination iſt ſchlecht und es iſt nicht ungewöhnlich, daß Einzelne aus dem Gliede laufen, wenn auch General und Staab vor der Fronte hält. Gewöhnlich hat jeder eine Cigarre iu dem Munde beim Exerzieren. Der Eine dreht ſich links, der Andre rechts herum;— kurzum es iſt für einen Deutſchen zum Todtlachen, und doch wähnen ſie ſich allen Mächten Europa's gewachſen zu ſeyn. Die Bauern in den weſtlichen Gegenden ſind gute Schützen und überhaupt ſtarke robuſte Kerle; ſie ſind im kleinen Kriege gut zu gebrauchen. Aber die Städter ꝛc. ſind zu bedauern mit ihrem Prahlen. Es würde eine Compagnie oder eine Schwadron deutſcher Soldaten hinreichen, ganze Regimenter in die Flucht zu jagen.— Die Volontäre dienen 7 Jahre, muͤſſen Uniformen und Armatur ſelbſt ſtellen, und exerciren 32 mal des Jahrs. Zu dieſer Klaſſe gehen meiſt junge etwas begüterte Leute. Wenn 50 Mann einig ſind, ſo können ſie eine Com⸗ pagnie bilden. Sie wählen ihre Uniform und ihre Offiziere, und werden zu einem Militzen⸗Regimente eingetheilt, zu welchem ſie den Stock bilden ſollen. Es ſind mehrere, beinahe 100 verſchiedene Compag⸗ nien von allen Waffengattungen in New⸗York. Wenn ſie ausrücken, ſo ſieht es einem Kunſtreuterzuge ähnlicher als einem Militär. Bei der Artillerie ſind meiſt Schneider, weil der Major ein r cher Schnei⸗ der iſt. Sie marſchiren hinter den Kanonen, als wenn ſie mit zur Leiche gingen. Die Cavallerie beſteht aus Karnfahrern, Metzgern und ſonſt Leuten, welche Pferde haben. Sie ſehen aus wie die Reichs⸗ armee im ſiebenjährigen Kriege. Das ganze Bürger⸗ militär zuſammen gleicht dem früher beſtandenen Ausſchuß in den deutſchen Städten, und iſt eben ſo nutzlos.— Das wirkliche Militär beſteht un⸗ gefähr aus 20—30,000 Mann, und dann die Ma⸗ rine. Hier iſt der Amerikaner an ſeinem Ort; das beßte Exercitium, die größte Pünktlichkeit herrſcht auf den Kriegsſchiffen. Sie ſind die ſchnellſten Segler, konnen ſich am geſchwindeſten wenden, und ſtehen überhaupt keinem andern Seevolk nach. Ich wünſchte, Sie könnten einmal ein Linienſchiff ſehen; ein Dreidecker führt 170 Kanonen, hat 1000 Ma⸗ troſen, welche in den Segeln arbeiten und die Ka⸗ nonen bedienen, und 300 Mann Marineſoldaten mit Musqueten. Sie ſind gleich dem naſſauiſchen Militär gekleidet; die Matroſen haben blaue Hoſen und Jacken und einen kurzen, runden, lackirten Hut und ſind mit einem Hirſchfänger bewaffnet, welcher beim Entern gebraucht wird. Jeder dient freiwillig; ſie werden auf 3 Jahre geworben. Die Offiziere werden von Jugend auf in ſehr guten Cadetten⸗
ſchulen gebildet; ſie exerciren nach einer Pfeife mit der größten Genauigkeit. In Philadelphia iſt letz ten Sommer ein Kriegsſchiff von Stapel gelaufen, welches das größte auf der ganzen Erde iſt, mehr als 200 Kanonen trägt und über 2000 Mann an Bord hat. Die Soldaten werden gut bezahlt, aber hart behandelt. Schläge gibt's alle Tage mit einem neun⸗ endigen Strick. Sie dürfen keinen Branntwein trin⸗ ken, und haben einen ſtarken Dienſt. Wenn ſie nach. einem Monat ausgelernt haben, gehen ſie 3 Jahre in die See und werden, wenn ſie zurückkommen, be⸗ zahlt und entlaſſen. Sie können aber eine zweite Capitulation eingehen, bis ſie das 45ſte Jahr erreicht haben; ſie erhalten aber alsdann, wenn ſie nicht anders Schaden erlitten haben, keine Penſion. Es fällt ſehr ſchwer, bei den Cadetten eingeſchrieben zu werden; meiſtens werden die Söhne der Offiziere oder ſonſt angeſehener Familien, welche nicht viel zum bürgerlichen Leben taugen, Seecadetten. Es ſind rechte Raufbolde, ſtehen aber, ehe ſie Offiziere werden, ſo gut wie die Gemeinen unter dem Stock. Die Landmacht beſteht, wie oben geſagt, aus 20 bis 30,000 Mann, 2 Regimentern Dragoner, welche aber auch Fußdienſt thun müſſen, einem Regiment Artillerie und der Reſt Infanterie; ſie ſind wie das frankfurter Militär gekleidet, und gleich dieſem aus der Hefe von allen Nationen zuſammengeſetzt. Jeder, welcher im bürgerlichen Leben nicht beſtehen kann, wird Soldat; die meiſten ſind Schotten, Irländer, Deutſche und Polen. Wenn ſie in den Forts am oͤſtlichen Ufer nahe an den Seehafen liegen, ſo ha⸗ ben ſie das größte Faulenzer⸗Leben; ſie exerciren ſelten und ſchlecht, und haben nur dann und wann eine Wache zu thun. Die Diseiplin iſt wie bei den Seeſoldaten. Schläge gibt's genug; auch dürfen ſie keinen Schnapps trinken. Nur ſelten werden ſie aus ihren Forts gelaſſen. Jeder erhält 6 Thlr. des Monats und hat frei Eſſen und freie Kleidung. Das Beſchwerliche ihres Dienſtes beginnt, wenn ſie nach Weſten gegen die Indianer beordert werden. Beſonders im Suͤdweſten halten es die Meiſten keine 3 Jahre aus; ſie ſterben am Fieber. Dort müſſen ſie beſtändig patroulliren, und dazu noch ihre Früchte ſelbſt ziehen. In Friedenszeiten geht es wohl noch an; aber im Kriege iſt es die böſeſte Anſtellung, welche man ſich denken kann. Schon 3 Jahre währt jetzt der Krieg gegen die Kreek- und die Semino⸗ len⸗Indianer; er beginnt jedes Jahr im Spätherbſte und endet im Juni, wo denn die Truppen die Sommerquartiere beziehen und den Indianern zu ver⸗ wüſten frei laſſen. Der Krieg iſt gleich einem Gue⸗ rillas⸗Krieg. Der Soldat ficht zu Zeiten bis unter die Arme im Waſſer ſtehend, gegen den unſichtbaren Feind, welcher auf Bäumen, hinter Sträuchen und Schilf die ſicherſte Büchſe fuhrt. Von Jugend auf ge⸗ wohnt, die Strapatzen eines Jägers zu ertragen, haben ſie(die Indianer) den Vortheil einer geſunden unver⸗
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