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Alte Thurme in der Wetterau.
In unſerer Wetterau fanden ſich ſonſt, außer den ſo genannten Mauer- oder Feſtungs-Thürmen und Thor⸗Thürmen, die wir hier übergehen, da und dort noch gar manche alte Thürme. Jetzt bemerkt man deren nur noch ſehr wenige, da ſie in neueren Zeiten faſt alle zerſtört wurden. Um ſo mehr ſind wir verpflichtet, der Nachwelt wenigſtens die Stät⸗ ten zu bewahren, wo ſie ſtanden. Indem wir darum hiermit die Freunde der vaterländiſchen Geſchichte auffordern, uns Nachrichten zukommen zu laſſen, wenn ſie Spuren von ſolchen auffinden, wollen wir einſtweilen einige dieſer Thürme hier bezeichnen.
1) Wenn man von Frankfurt aus nach der Wetterau wandert, und die Anhöhe erreicht hat, worauf ſich die friedberger Wart befindet, ſo erſcheint zur Rechten in einiger Entfernung ein alter Thurm. Man nennt ihn die berger Wart. Nahe an derſelben kommt man vorbei, wenn man die Straße von Offenbach nach Vilbel einſchlägt. Wir rathen dem Wanderer dort ein wenig ſich um— zuſehen; denn von hieraus vermag er die ganze Wetterau zu überſchauen. Auch ſonſt iſt das Plätz— chen von Bedeutung; in der Schlacht bei Ber— gen, welche am 13. April 1759 geliefert wurde, geſchahen hier die mörderiſchſten Angriffe des Heeres unter dem Herzoge Ferdinand von Braun- ſchweig gegen die Franzoſen, welche der Herzog von Broglio befehligte. Die Franzoſen aber blie— ben am Ende Meiſter, und an jener Wart fanden viele Deutſche ihr Grab.
2) Von Kloppenheim aus iſt vor mehreren Jahren eine Kunſtſtraße nach Groß- und Klein- Karben errichtet worden. Gleich jenſeits der Brücke, über die Nidda, da wo die Straße nach beiden Orten ſich ſcheidet, ſtand noch vor etlichen und zwanzig Jah— ren ein alter Wartthurm, gewöhnlich in der Gegend der ſtumpfe Thurm genannt. Seiner geſchieht u. A. in dem„Wetterauer Geographus“ Erwähnung; jetzt aber ſieht man da, wo er ſtand, kaum noch eine kleine Erderhöhung, und die neue ſchöne Karte, welche der großh. heſſ. Generalſtaab heraus gibt, gedenkt ſeiner auch nicht.
3) Auf der Höhe zwiſchen Erbſtadt, Eichen und Engelthal ſteht noch jetzt ein viereckiger Thurm, die„erbſtäͤdter Wart“ genannt. Wenn wir nicht
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irren, ſo zieht eine ſ. g. Landwehr an demſelben obe.
4) Auf der Höhe von Bönſtadt, da, wo der von Engelthal kommende Weg die neue Kunſt⸗ ſtraße durchſchneidet, ſtand ſonſt ein Thurm, die „bönſtädter Wart“ genannt. Er iſt ſchon vor ge— raumer Zeit abgebrochen.)
5) Zwiſchen Heegheim und Glauberg ſtand ebenfalls ſonſt ein Wartthurm; wir wiſſen aber nicht, wann er abgebrochen wurde.
6—7) In der Nähe von Friedberg befanden ſich ſonſt zwei Wartthürme. Der eine ſtand unweit der nach Oberwöllſtadt führenden Chauſſee, und zwar rechts auf der erſten Anhöhe. Noch heißt das Feld— Wartfeld. Als die neue Chauſſee erbaut wurde, beeilte man ſich, dieſe alte Warte abzubrechen, — um ein Paar Steine zu gewinnen. Eben ſo ergings der andern Warte, welche an der neuen dorheimer Straße ſtand, wo noch jetzt eine kleine Erhöhung die Städte deſſelben anzeigt.
8) Dagegen erfreut ſich der alte Thurm auf dem Johannes-Berge noch ſeines Daſeyns. Einem Fenſtergeſimſe nach zu urtheilen möchte er im 15. Jahrhundert erbaut worden ſeyn, und war ſonſt ein Kirchthurm. Denn ſchon in uralten Zeiten ſtand auf dieſem Berge eine dem St. Johannes geweihte Kirche, welche ſonſt die Bewohner der Nachbarſchaft zu beſuchen pflegten. Es wäre ſchade, wenn man dieſes alte Gebäude auch um einiger Steine willen abbrechen wollte; denn es verſchönert die ganze Gegend. i
9) Auf ber Höhe, nördlich von Butzbach, und zwar nahe an der Waldecke, wo der ſogenannte Pfahlgraben, dieſes gewaltige Werk der Römer, hinauszieht nach Grüningen, ſtand in alten Zeiten ein Wartthurm, der ſtumpfe Thurm genannt. Er muß wohl ſchon lange her abgebrochen oder zu⸗ ſammengeſtürzt ſeyn, da Wenck in ſeiner heſſiſchen Landesgeſchichte(Th. II. S. 31) ſchon davon ſpricht, als von einem demolirten. Doch ſtand noch bis
*) Als im vorigen Jahre die Arbeiter die Chauſſee-Graben reinigten— an der Straße zwiſchen Ilbenſtadt und dem Wirthshauſe bei Bönſtadt— gerade auf der höchſten Höhe, ſtießen ſie auf einen ſehr tiefen, gemauerten Brun— nen. Wir wiſſen nicht, daß dort je ein bewohnter Ort geweſen ſeyn ſollte.
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